Erotische Geschichte: Vogelfrei mit Rockerbraut

Von Benno von Sandhayn
Voraussichtliche Lesedauer: 32 Minuten
Erotische Geschichte: Vogelfrei mit Rockerbraut
Erotische Geschichte: Vogelfrei mit Rockerbraut
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Vogelfrei mit Rockerbraut

60.000 Euro für ein junges Flittchen aus der Nachbarschaft

"Vogel­frei mit Rocker­braut" – Micha­el Wer­ner und Ben­no von Sand­hayn


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Der Fokus des Betrach­ters aus dem Auto rich­tet sich auf die Wache in Köln Eigel­stein. Hier wur­de der­einst ein Gele­gen­heits­ar­bei­ter in rocki­ger Klei­dung, schön groß und flei­schig mit lan­gen Locken fast tot­ge­prü­gelt. Fal­scher Tat­ver­dacht. Men­schen­recht­ler mer­ken sich so was.

Die erotische Geschichte: Vogelfrei mit RockerbrautHier leb­te auch Peter Breu­er, sein Kampf­na­me unter sei­nen har­ten Jungs war Breu­ers Pit­ter, im offi­zi­el­len Berufs­deutsch war er ein­fach Breu­er. Wer war Breu­er? Ein schö­ner Kerl, Body­buil­der, 1,80m, V‑Figur eines Sie­gers, der Ober­kör­per war Vic­to­ria, vol­le gewell­te Haa­re, schwarz. Eine schön geform­te, spit­ze Nase mit der er beson­ders ein­drucks­voll ste­chend gucken konn­te und fixie­ren. Der Inbe­griff sei­ner hohen Potenz, ein wohl­ge­form­ter Kai­ser-Wil­helm Schnauz. Bei den Mus­keln wuss­te jeder gleich Bescheid, es ohr­feig­te. Das Bes­te wäre sofort vor ihm weg­zu­lau­fen. Man­che Frau­en sahen das genau so, ein Typ wie ein Zuhäl­ter, aggres­siv bis in die Bart­spit­zen. Vie­le ande­re fan­den ihn geil. Ech­te Här­te. Bei dem Kör­per konn­te es Breu­er eigent­lich egal sein, wie er sich klei­de­te. Am liebs­ten wäre er nackt unter Nack­ten gewe­sen. Der Body war sein Stär­ke. Im Som­mer trug er Hot­pants und beweg­te sich las­ziv, ero­tisch. Breu­er dach­te 24 Stun­den am Tag an Sex und sprach auch sel­ten über Ande­res. Erst ges­tern wie­der hat­te er ein Mädel aus dem Club mit­ge­nom­men. Noch im Auto hat er sich einen bla­sen las­sen und dem Girl das gan­ze Gesicht voll­ge­spritzt, weil sie nicht schlu­cken woll­te.

"Scheiße", dachte er sich. "Alles vorbei." Vogelfrei mit Rockerbraut.

Da saß er nun in sei­ner gemüt­li­chen Alt­bau­woh­nung in Köln Eigel­stein umge­ben vom Milieu, das ihn so herz­te. Ganz in der Nähe der dich­ten Stra­ßen im Alt­bau­mi­lieu war auch sein Stamm­knei­pe sei­ner Sze­ne, wo auch sein gro­ßes Vor­bild Frit­sches Pit­ter ver­kehr­te. Vie­le Jah­re waren ver­gan­gen, Breu­er war in die Jah­re gekom­men. Aber Breu­ers Body war immer noch 1a. Nur hat­te er nach Kon­takt mit Frit­sches Pit­ter beim Zocken sei­ne Fri­sur geän­dert. Min­ni­pli­es und anstatt Jeans rocki­ge Leder­ho­se. Auch Breu­er woll­te ger­ne eine ech­te Rolex. Doch hat­te er ein Pro­blem. Die Zuhäl­ter akzep­tier­ten ihn nur, um ab und zu mit ihm zu zocken. In Wahr­heit war Breu­er ihnen nicht hart genug. Breu­er hat­te näm­li­che eine bür­ger­li­che Exis­tenz. Breu­er hat­te Frau und Kind und war ver­hei­ra­tet, die Toch­ter mitt­ler­wei­le schon 34 Jah­re alt. Breu­er ernähr­te die­se Fami­lie durch sei­nen Beruf, er war Auto­me­cha­ni­ker vie­le Jah­re. In sei­ner gemüt­li­chen Woh­nung hat­te er jetzt auch ein Pro­blem, er war allei­ne. Sei­ne Frau hat­te sich vor einem Jahr von ihm schei­den las­sen. Das vie­le Zocken im Mileu ging ihr zu weit.

Auch hat­te Breu­er, wenn er nach Hau­se kam, manch­mal Lip­pen­stift­fle­cken im Gesicht und roch nach bil­li­gem Par­füm. Sei­ne Frau ging ein­mal heim­lich in sei­ne Stamm­knei­pe und stell­te fest, was für Frau­en da so waren. Der Ver­dacht war ihr zu groß, despek­tier­lich. Sie ließ sich schei­den. Breu­er gefiel das nicht, aber er hat­te kei­ne ande­re Wahl. Er ver­miss­te den gei­len Oral­sex mit sei­ner Frau. Er lieb­te es, wenn sie sich in der Halb­zeit­pau­se der Fuß­ball­über­tra­gung vor das Sofa knie­te, sei­nen knall­har­ten Prü­gel aus sei­ner Hose befrei­te und ihm ordent­lich einen blies. Sie moch­te es, den har­ten Schwanz regel­recht aus­zu­sau­gen und schluck­te jeden Trop­fen sei­nes war­men Sper­mas. Kein Samen­tröpf­chen ver­geu­de­te sie und ging ein­mal etwas dane­ben, schleck­te sie es genüss­lich auf. Anschlie­ßend woll­te sie immer, dass er sie hart von hin­ten nahm und durch­fick­te, bis sie min­des­tens zwei­mal zum Höhe­punkt kam. Kein Wun­der, dass Breu­er kein Fuß­ball­spiel mehr im Fern­se­hen aus­ließ und selbst Dritt­li­ga­spie­le oder Wett­kämp­fe aus­län­di­scher Mann­schaf­ten anschau­te. Denn auf die Blas­küns­te und ‑lüs­te sei­ner Frau konn­te er sich ver­las­sen. "Schei­ße", dach­te er sich. "Alles vor­bei."

Vogelfrei mit RockerbrautJetzt hat­te Breu­er die Abrech­nung über sein Leben. Er saß zwar gemüt­lich auf sei­nem Leder­so­fa, besch vor sei­nem Mar­mor­tisch, weiß­grau, mar­mo­riert mit Grün­stich. Doch was er da lesen muss­te , war sein Hartz IV Bescheid. Zunächst war da eine Auf­for­de­rung sich eine neue Woh­nung zu suchen. Die 80 qm sei­en zu groß. Breu­er hat­te ste­chen­den Schmerz im Kopf dabei. Sei­ne Augen schos­sen. Dann las er wei­ter. Bedürf­tig­keits­prü­fung, alle Ver­mö­gen­ver­hält­nis­se wären anzu­ge­ben. Wenn sie den Frei­be­trag über­steig­ten, wäre die unrecht­mä­ßig aus­ge­zahl­te Sozi­al­hil­fe zurück­zu­zah­len. Breu­er hat­te ein­fach nur Glück. Er wuss­te näm­lich über­haupt nichts von die­sen Din­gen. Er hat­te auf sei­nem Kon­to, das er angab, wenig Geld. In sei­ner Woh­nung hat­te er aber 60000 €. Ein rich­ti­ger Zocker habe sein Geld bar dabei, war sei­ne Mei­nung. „Was sol­len die Jungs denn den­ken, wenn ich nichts in der Tasche habe“, war sein Gedan­ke. Als Auto­me­cha­ni­ker reich­te das Geld so gera­de, um sei­ne Fami­lie zu ernäh­ren. Er hat­te aber einen Neben­job, der wesent­lich ein­träg­li­cher war. Tür­ste­her in einer Dis­ko im Milieu. Sei­ne Jungs gaben ihm Koks, das er ver­ti­cken soll­te. Da war sein Ver­mö­gen her.

“Wenn du noch einmal hier auftauchst, ist das Auge weg!“

Nach 10 Minu­ten Augen­schie­ßen waren Breu­ers hoch­ge­fah­re­ne Hirn­wel­len wie­der run­ter und er konn­te einen sprach­li­chen Satz den­ken. „Ich habe ja über­haupt kein Ein­kom­men mehr und darf eigent­lich gar kein Hartz IV bekom­men. Ich muss erst mei­ne 60000 € auf­brau­chen. Nein, nie­mals. Was den­ken denn dann die Jungs. Das ist wie Schrumpf­pim­mel. Zum Ver­re­cken nicht, das Geld bleibt“, war sein abso­lut wüten­der Ent­schluss. „Ich gehe mal zu den Jungs damit. Die haben bestimmt Ahnung davon, was ich am bes­ten machen soll. Das sind doch mei­ne Freun­de“, dach­te er. Also ging er in sei­nen Hot­pants und Mus­kel­shirt, sei­nen Schlüs­sel und den Bescheid in der Hand, Port­mo­nee in der Pota­sche durch Eigel­steins Stra­ßen­schluch­ten zu sei­ner Stamm­knei­pe, „Der hal­ve Hahn“ zur Mit­tags­zeit. Er kam rein. Köl­ner Gemüt­lich­keit, geschrubb­te Tische. Es lief Schla­ger­mu­sik, Rex Gil­do. Hin­ter der The­ke steht Ani­ta im Büs­ten­hal­ter, fleisch­far­ben. „Hal­lo Breu­er, was willst Du denn schon hier?“ – „Mei­ne Spiel­schul­den noch bezah­len“.

„Sehr gut, Frit­sches Pit­ter ist da hin­ten“ und Breu­er guck­te auf die Türe zum Hin­ter­zim­mer und ging dadurch. Da saß Frit­sches Pit­ter, das Bild eines Man­nes, an einem Tisch beim Essen. Filet­steak mit Mais, Kro­ket­ten und Bar­be­cue­so­ße. In sei­nen Krei­sen konn­te man sich so was leis­ten. Dazu ein gro­ßes Kölsch. Ein ganz auf­fäl­li­ger, sehr lan­ger Min­ni­pli­es, rocki­ge Leder­ho­se, Cow­boy­stie­fel, das Hemd bis zum Bauch­na­bel auf, Brust­haa­re, Rolex von der teu­ers­ten Sor­te, 80000 €, Gold­ket­ten, Edel­stein­rin­ge. Ein gan­zer Kerl, 1,90m, eine ech­te Kan­te, aber rund­rum schon etwas fett, was bei sei­nen 56 Jah­ren aber nor­mal war. Hin­ter Frit­sches Pit­ter stan­den zwei wei­te­re Luden­ty­pen. Einer lang und hager, 1,95m mit lan­gen haa­ren, schwarz, schwar­ze Leder­kla­mot­ten vom Kopf bis Fuß. Der ande­re viel klei­ner, nur 1,70m, aber fast so breit wie lang vor Mus­keln. Der trug aber einen wei­ßen Som­mer­an­zug. In die­sem Hin­ter­zim­mer war das Licht gedämpft, röt­lich.

Frit­sches Pit­ter sprach mit sono­rer, brum­men­der, rau­chi­ger Stim­me: „Breu­er, was traust du dich denn hier­her. Du weißt doch wohl, dass ich von dir noch was zu krie­gen habe“. – „Ja, des­halb bin ich gekom­men“, ant­wor­te­te Breu­er, „hier die 500 € vom letz­ten Pokern“, zog er sein Port­mo­nee. Frit­sches Pit­ter grunz­te zufrie­den und steck­te sich den Geld­schein in sei­ne Hemd­ta­sche. „Ich hab´ Stress“, sprach Breu­er wei­ter“, hier der Brief der macht Ärger. Die wol­len mir mei­ne 60 Rie­sen abneh­men“. – „Na, dann zeig´ mal her“ und Frit­sches Pit­ter nahm und las den Brief. Da brumm­te er jäh­zor­nig und brüll­te los: „Wir wol­len kei­ne Sozi­al­schma­rot­zer. Breu­er, du bist der letz­te Dreck! Ver­piss dich! Wenn du noch ein­mal hier antanzt, dann mache ich dich kalt!“, sei­ne Augen zuck­ten Blit­ze und er mach­te sei­nen Leib­wäch­tern mit einem Kopf­ni­cken ein Zei­chen.

Die bei­den gin­gen auf Breu­er zu und pack­ten ihn an den Schul­tern. „Mit mir nicht!“, schrie Breu­er auf und watsch­te dem klei­ne­ren kräf­tig eine. „Du Kre­tin, ver­piss dich“, pöbel­te der Lan­ge und gab Breu­er einen kräf­ti­gen Kopf­stoß auf sein Nasen­bein. Breu­er jaul­te und ging zu Boden. Der Klei­ne­re trat ihm fes­te in die Leber, „du Schwein du“. Breu­er blieb die Luft weg. Da stand Frit­sches Pit­ter auf und schüt­te­te sein hal­bes Glas Kölsch auf ihm aus, zer­schlug das Glas und hielt es ihm ans Auge. “Wenn du noch ein­mal hier auf­tauchst, ist das Auge weg“. Die bei­den Wach­lu­den schleif­ten den benom­me­nen Breu­er an den Schul­tern durch die Knei­pe und schmis­sen ihn mit einem wei­ten Tritt auf die Stra­ße. „Du kannst bei Tan­te Erna Kloo­put­zen, das ist das ein­zi­ge, was du noch kriegst“ und sie war­fen den Bescheid auf ihn und spuck­ten noch hin­ter­her.

Nach 10 Minu­ten kam Breu­er wie­der zu sich. „Au, ah“, taten ihm die Kno­chen weh, „schei­ße“, fluch­te er blind, stand auf und hum­pel­te wie­der zu sei­ner Woh­nung zurück. Die Leu­te, die ihn sahen, lie­ßen sich nichts anmer­ken. Zu hau­se ging er erst ein­mal an sei­nen Brief­kas­ten. Oben in sei­ner Woh­nung stell­te er fest, auch die­ser Brief war schlecht. Eine Rech­nung von dem Fort­bil­dungs­in­sti­tut, zu dem ihn sein ehe­ma­li­ger Arbeit­ge­ber ange­mel­det hat­te über 2000 €. Er soll­te eine Fort­bil­dung von Auto­me­cha­ni­ker zu Mecha­tro­ni­ker machen. Er schaff­te aber das Ler­nen nicht, auch in der Schu­le war er immer schlecht. Des­halb hat­te der Arbeit­ge­ber kei­ne Ver­wen­dung mehr für ihn und hat­te ihm gekün­digt. Wegen sei­nes Abbre­chens der Fort­bil­dung muss­te Breu­er ver­trags­ge­mäß die Fort­bil­dungs­kos­ten antei­lig sel­ber tra­gen.

„So eine Kacke,“ wur­de Breu­er wütend unter Schmer­zen und es durch­schoss ihn eine pein­lich wer­den­de Erin­ne­rung an sei­ne Bun­des­wehr­zeit: „da war doch die­ses Arsch­loch, Micha­el hieß der mit sei­nem viel zu guten Abitur, der mich doch aus­lach­te, als ich 21-jäh­rig von mei­ner 4‑jährigen Toch­ter sprach. Den habe ich doch immer so rich­tig fer­tig gemacht. Jeden Tag habe ich ihm gesagt, dass er wichst, sei­ne Freun­din heißt Hand. Ein ganz blö­der Typ. Nur Schach im Kopf. Außer ganz allein in einem win­zi­gen Büro sit­zen, mehr wird aus dem nicht. Auch wenn ich zugab, in der Schu­le immer schlecht gewe­sen zu sein, aus dem wird auch nicht mehr und die­ser wider­li­che Kör­per von dem wie ein Streich­holz, Schach statt Body­buil­ding, der kriegt nie eine an. Für mich lau­fen die Frau­en halb­na­ckig in die Dis­ko. Aber was ist, wenn der jetzt doch ein­fach erfolg­reich stu­diert hat und jetzt Chef wäre?“ und Breu­er lief im Kopf hoch­rot an.

Mit den 60.000 Euro wollte er seine neue Rockerbraut beeindrucken

„Autsch“, schmerz­te es ihn und er sah sich sei­ne Ver­let­zun­gen an. Prel­lun­gen, blaue Fle­cken, Schürf­wun­den. Er zog sich sein Mus­kel­shirt aus. Noch mehr die­ser Ver­let­zun­gen waren über den Rumpf ver­teilt zu sehen. „Schei­ße, die­se Schwei­ne“, ent­fleuch­te es ihm und er ging ins Bade­zim­mer, wo er als Body­buil­der sei­ne Sport­ler­sal­ben hat­te. Er behan­del­te sich damit und setz­te sich wie­der auf sei­ne Couch. Er griff zu dem Stadt­teil­ma­ga­zin, das auf dem Wohn­zim­mer­tisch lag und blät­ter­te in ihm. „Da, die kön­nen mir viel­leicht hel­fen“, war sein Gedan­ke, als er die Annon­ce der Zukunfts­werk­statt Köln las, „kos­ten­lo­se Sozi­al­be­ra­tung für Arbeits­lo­se“. – „Da gehe ich mor­gen hin“, dach­te er, „jetzt lege ich mich aber bes­ser erst ein­mal schla­fen und kurie­re mei­ne Ver­let­zun­gen aus“.

Er trank noch zwei gro­ße Glä­ser Whis­key mit Eis und leg­te sich nackt ins Bett. Er schlief tief und fest. Sei­ne Schmer­zen wur­den auch all­mäh­lich schwä­cher und es kamen ihm Erek­tio­nen. Er war ja immer noch einer der Köni­ge der Dis­ko. Am nächs­ten Mor­gen war fast wie­der top­fit. Jemand wie Breu­er erhol­te sich schnell. Nach Mor­gen­toi­let­te  und Früh­stück mach­te er sich in sei­nem Som­me­r­out­fit, aber dies­mal mit einem nicht durch­sich­ti­gen Mus­kel­shirt, damit man sei­ne blau­en Fle­cken nicht sieht, auf den Weg zur Zukunfts­werk­statt mit sei­nem alten Auto, ein alter VW Golf GTI. Die blau­en Fle­cken im Gesicht und sein blau­es Auge hat­te er mit schmin­ke­an­blei­chen­den Sal­ben retou­chiert. Die Räu­me der Zukunfts­werk­statt lagen in einem Alt­bau.

Sie lagen auf einem Flur mit meh­re­ren Büros. Da saßen die Mit­ar­bei­ter hin­ter dem Com­pu­ter. Breu­er las an einem der Büros ein Schild, „offe­ne Bera­tung“ und er trat ein. Auch die­ser Raum hat­te Schreib­tisch mit Com­pu­ter und eine Sitz­ecke mit drei Korb­ses­seln. „Guten Mor­gen“, sag­te er zu der ca. 50-jäh­ri­gen, schlan­ken, grau­haa­ri­gen, mit­tel­gro­ßen Frau am Schreib­tisch. Die Frau ant­wor­te­te: „Guten Mor­gen, was wol­len Sie?“ – „Ich habe hier mei­nen Hartz IV – Bescheid“, erwi­der­te Breu­er, „der macht mir ein Pro­blem“ – „Gut, dann set­zen wir uns erst ein­mal“, stand sie Sozi­al­ar­bei­te­rin auf, frei­zeit­mä­ßig in Jeans und bun­tes T‑Shirt geklei­det und bot Breu­er einen Platz in der Sitz­ecke an.

Vogelfrei„Dann zei­gen Sie mal Ihren Bescheid“. Breu­er setz­te sich und begann mit erreg­ter Stim­me zu spre­chen, sei­ne Augen schos­sen, „hier man will mir mei­ne Woh­nung kün­di­gen und da, ich darf ja fast gar kein Ver­mö­gen haben. Das wuss­te ich nicht. Ich habe in mei­ner Woh­nung 60 Rie­sen und denen gar nichts davon gesagt“. Die Sozi­al­ar­bei­te­rin schau­te über ihre Bril­le und nahm den Bescheid in ihre Hän­de und las. „Mit der Woh­nung war­ten Sie erst ein­mal ab, bis die sich des­halb bei Ihnen mel­den. Eine Woh­nung steht Ihnen auf jeden Fall zu. Wenn Sie aber 60000 € besit­zen, dann haben Sie über­haupt kein Anrecht auf Hartz IV. Sie müs­sen das Geld erst auf­brau­chen bis auf den klei­nen Frei­be­trag, erst danach kön­nen Sie Hartz IV bekom­men.

Sie sind ver­pflich­tet die­ses Geld dem Job­cen­ter anzu­ge­ben. Wenn Sie das nicht tun, machen Sie sich des Sozi­al­be­trugs schul­dig“. Die Sozi­al­ar­bei­te­rin blick­te Breu­er abwä­gend an: „Grund­sätz­lich besteht die Mög­lich­keit Kapi­tal für die Alters­vor­sor­ge, z.B. für eine Lebens­ver­si­che­rung sich frei­stel­len zu las­sen, aber die­ser Frei­be­trag wäre bei wei­tem nicht so hoch wie Ihre Bar­geld­sum­me. Auch dürf­te es für eine sol­che nach­träg­li­che Frei­stel­lung nun zu spät sein. Mehr als 20000 € Frei­be­trag wäre auch kaum mög­lich. Aus Breu­ers Augen zuck­ten Blit­ze. „Nein, nie­mals, ich habe immer gut gelebt, das ist Geld von den Jungs, ich las­se mir das nicht gefal­len. Ich brau­che das zusätz­lich für mei­ne Aus­ga­ben. Außer­dem wis­sen die doch gar nichts davon. Die kön­nen mir doch gar nichts, ich kas­sie­re die Koh­le ein­fach so“.

Der Sozi­al­ar­bei­te­rin rutsch­te die Bril­le auf die Nasen­spit­ze: „Da irren Sie sich. Das Job­cen­ter ver­fügt über Sozi­al­de­tek­ti­ve. Die haben das Recht Ihre Woh­nung zu durch­su­chen und wenn sie das Geld dort fin­den, erhal­ten Sie eine Straf­an­zei­ge wegen Sozi­al­be­trugs und das Geld wird Ihnen gepfän­det. Wir wer­den Sie nicht anzei­gen. Wir haben Schwei­ge­pflicht. Aber Sie müs­sen das Geld ange­ben, auch wenn jemand Sie anzeigt des­halb, dann kommt der Sozi­al­ermitt­ler in Ihre Woh­nung. Es ist bes­ser, Sie suchen sich schnellst mög­lich einen ande­ren Job“. – „Ich bin Auto­me­cha­ni­ker, krie­ge aber kei­ne gute Arbeits­stel­le mehr“, ant­wor­te­te Breu­er. „Jede Arbeit ist zumut­bar“, lehr­te die Sozi­al­ar­bei­te­rin, „auch eine viel schlech­te­re, Pro­duk­ti­ons­hel­fer. Es ist bes­ser, Sie gehen jetzt“. – „Schei­ße!“, schrie Breu­er kurz auf und schlug mit der Faust auf den Tisch. Sei­ne Augen sta­chen über die Nase und Schnauz­bart blit­zend. Er sprang auf und rann­te aus dem Flur nach drau­ßen. Im Augen­win­kel sah er noch, dass die Bera­te­rin mit Toten­kopf­mi­mik zum Tele­fon­hö­rer griff. Das war: „Augen rechts!“.

Was war da los? Das Geld war noch da, aber Handtücher fehlten

Wie­der drau­ßen mar­schier­te er schnel­len Schrit­tes zu sei­nem Golf GTI, schloss auf, setz­te sich rein und schlug die Türe knal­lend zu, Wut. „Erst ein­mal zur Spar­kas­se nach­se­hen, ob die Stüt­ze schon da ist“, dach­te er und ließ den Motor für einen Kick­start auf­heu­len. Mit rau­chen­den Rädern braus­te er davon und ras­te durch den Ver­kehr, zack, eine rote Ampel war genom­men. Er hat­te aber Glück. Es ereig­ne­te sich kein Unfall. Vor dem Kon­to­au­to­ma­ten ange­kom­men sprang er aus dem Auto, das mit lau­fen­dem Motor in zwei­ter Rei­he stand. Er zog sich sei­nen Kon­to­aus­zug. „Ha“, tri­um­phier­te er mit ste­chen­dem Blick, das Geld von Hartz IV war drauf. „Allein schon über 800 €  für die Mie­te, da wären mei­ne 60 Rie­sen ja schnel­ler weg als war­me Sem­meln“, dach­te er im Pro­test.

Auf der wei­te­ren Fahrt nach Hau­se, jetzt nur noch gemä­ßigt rasend, dräng­ten ihn sehr sei­ne Angst­ge­dan­ken, ob nicht der Sozi­al­de­tek­tiv bald an sei­ner Woh­nungs­tü­re klin­geln wür­de oder ob jemand ihn anzeigt. Käme ein Brief eines ein­ge­lei­te­ten Ermitt­lungs­ver­fah­rens gegen ihn vom Job­cen­ter? Zuhau­se unten schloss er wie­der sei­nen Brief­kas­ten auf und erschreck­te sich panisch, ein Brief vom Job­cen­ter. Er riss ihn auf und las zit­ternd. „Ich möch­te mit Ihnen über Ihre Bewer­bungs­si­tua­ti­on spre­chen, nächs­ten Frei­tag um 7.00 Uhr“, stand da aber nur. „Schei­ße!“, fluch­te er, „unter Zockern schläft man doch lan­ge“. Er ging in sei­ne Woh­nung und ver­blüff­te sich am Schloss. Schon nach ein­mal Schlüs­sel­dre­hen war die Türe auf. „Merk­wür­dig, ich schlie­ße doch immer zwei mal ab“, dach­te er, „viel­leicht habe ich das dies­mal aber auch nur ver­ges­sen, etwas Stress gehabt. Erst ein­mal einen Schnaps“, schenk­te er sich einen Whis­key und atme­te etwas Druck ablas­send aus.

„So jetzt erst ein­mal duschen“, war sein Ent­schluss und er stell­te sich nackt vor sei­nen Klei­der­schrank mit Spiel­gel­ver­gla­sung und schau­te nach sei­nen Dusch­tü­chern. Er zähl­te sie. „Was ist denn das?“, ver­blüff­te er sich, „ich habe doch sechs gro­ße Dusch­tü­cher und alle waren doch noch sau­ber im Schrank, ich habe doch vor kur­zem erst gewa­schen. Jetzt sind aber nur fünf hier“, kratz­te er sich am Kopf, „mal ins Bad nach­schau­en“. Doch auch im Bad fand er es nicht und er fing ver­un­si­chert an, sich zu duschen. Er hat­te einen sehr geüb­ten, über­durch­schnitt­lich lan­gen Penis und für sei­nen Min­ni­pli­es ver­wand­te er zum waschen eine beson­de­re thai­län­di­sche Pfle­ge­si­mu­la­ti­on. Damit fer­tig ging er wie­der an sei­nen Klei­der­schrank und zähl­te sei­ne Slips. Er besaß 25 Tan­gas. Er zähl­te aber nur 19 und guck­te besorgt in der Schmutz­wä­sche nach. Da waren aber nur zwei. „Wo sind mei­ne vier rest­li­chen Slips hin?“, frag­te er sich und zog sich wie­der an, sei­ne Hot­pants, den Tan­ga und dies­mal ein Mus­kel­shirt mit Leo­par­den­mus­ter.

In angst­vol­ler Erwar­tung ging er an sei­nen Wohn­zim­mer­schrank, wo er in der Bar sei­ne Geld­kas­set­te mit sei­nem Ver­mö­gen auf­be­wahr­te. Er schloss auf und zähl­te ner­vös die 500 € Schei­ne. „120“, atme­te er erleich­tert auf, „aber den­noch stimmt hier etwas nicht. Doch ein Ein­bre­cher wür­de mir mein Geld steh­len, anstatt Hös­chen und Hand­tuch. Was soll das?“. Mit die­sem Gedan­ken schau­te er fern, nach­dem er zuvor noch das Woh­nungs­schloss unter­such­te und kei­ne Beschä­di­gung fest­stel­len konn­te. Mit­tags­ma­ga­zin mit Nach­rich­ten und Inter­views von Poli­ti­kern. Er ließ das aber mal so an sich vor­bei­rau­schen und er wur­de melan­cho­lisch und benom­men im Kopf, so dass er in zwei Stun­den die rest­li­che Fla­sche Whis­key leer trank.

Anfäng­lich noch klar im Kopf mein­te er im Vor­trag der Poli­ti­ker aber auch merk­wür­di­ge zusam­men­hang­lo­se, aggres­si­ve Zwi­schen­sät­ze zu hören, die ihm jeweils einen ste­chen­den im Gehirn ver­setz­ten wie, „Sie sind Arbei­ter“ oder „die Akti­en sind anzu­ge­ben“. Intui­tiv ver­stand Breu­er auch die letz­te Bemer­kung und bekam eine Panik­at­ta­cke: „Die wis­sen Bescheid über mein Ver­mö­gen, ich bin schon ange­zeigt!“. Dann schlief er erst ein­mal ein und wach­te am Abend mit dickem Kopf wie­der auf. Der Fern­se­her lief noch. Sen­dun­gen von Jour­na­lis­ten, alle mit gepfleg­ter Kurz­haar­fri­sur. Da kamen ihm die Gesich­ter aber plötz­lich ver­än­dert vor. „Die schie­ßen ja alle mit dem Gesicht auf mich“, war sei­ne Ver­un­si­che­rung und immer wie­der Zwi­schen­be­mer­kun­gen wie, „die Akti­en sind anzu­ge­ben“. – „Ich glau­be, ich sit­ze in der Schei­ße“, fürch­te­te er sich. Alle haben mich auf dem Kie­ker. Erst mal Abend­essen“ und er aß sich drei Fri­ka­del­len. „Mor­gen ist Ein­kau­fen“, leg­te er sich dann schla­fen. Doch in der Nacht klin­gel­te es drei­mal bei ihm und er schreck­te jeweils auf, „das ist der Ermitt­ler“, um wie­der mit Alp­träu­men ein­zu­schla­fen.

Jetzt war es an der Zeit, die junge Göre nochmal flachzulegen

Er wach­te mit­ten in der Nacht auf und beschloss, die Rocker­braut aus der Nach­bar­schaft anzu­ru­fen. Mit ihr hat­te er frü­her mal ein Ver­hält­nis, als sie noch min­der­jäh­rig war. Mitt­ler­wei­le war sie aber schon 19 und er hat­te ein­fach Bock auf die Klei­ne. Er wuss­te, dass sie noch scharf auf ihn war. Mit den 60000 Euro konn­te er sie sicher beein­dru­cken. Alle jun­gen Girls fah­ren auf Typen mit Koh­le ab. Ein, zwei hüb­sche Sachen kau­fen und er konn­te sie flach­le­gen. Und genau das war sein Plan für heu­te Nacht. Er klin­gel­te sie also auf dem Bett und lud sie zu einer Spritz­tour durch die Köl­ner Innen­stadt ein. Vor­her rief er noch sei­nen Spe­zi an, der am Köl­ner Ring ein Juwe­lier­ge­schäft betrieb und den Laden für Breu­er eben noch­mal auf­schlie­ßen soll­te. Die klei­ne Rocker­braut war natür­lich begeis­tert, als sie mit­be­kam, was die Leu­te alles für Breu­er taten. Selbst mit­ten in der Nacht. Im Juwe­lier­la­den lie­ßen sie sich ein paar Ohr­rin­ge zei­gen. Wäh­rend­des­sen trank sie einen Sekt nach dem ande­ren. Breu­er befürch­te­te schon, dass es zu viel von dem alko­ho­li­schen Pri­ckel­was­ser sein könn­te für ein solch jun­ges Geschöpf.

Der Juwe­lier hat­te noch 15000 Euro Schul­den bei ihm von einem krum­men Ding und das war die bes­te Gele­gen­heit, ihm es qua­si zurück­zu­zah­len. Das Mädel mit den schwarz geschmink­ten Lip­pen war außer sich vor Freu­de, als sie sah, dass die Ohr­rin­ge, die Breu­er für sie aus­ge­sucht hat­te, zehn Mal so viel kos­te­ten wie sie im Monat als Kell­ne­rin ver­dien­te. Ganz unei­gen­nüt­zig tat er das natür­lich nicht, er pack­te ihren Kopf und drück­te die klei­ne Schlam­pe an den Schul­tern nach unten und zwang sie auf die Knie. Er knöpf­te jetzt sei­ne Hose auf, hol­te sei­nen halb­stei­fen Schwanz her­aus und stopf­te ihr Tee­ny­maul mit dem dicken Rie­men, der immer grö­ßer wur­de und schnell steif wur­de. Der Klei­nen war das erst ziem­lich pein­lich, weil der Juwe­lier zuschau­en konn­te. Als Breu­er ihr aber sei­nen Har­ten so weit in ihren Mund schob, dass sie wür­gen muss­te, lie­fen ihr die Trä­nen und sie hat­te für den Juwe­lier kei­nen Gedan­ken mehr übrig.

Sie kon­zen­trier­te sich jetzt nur noch dar­auf, Breu­ers Schwanz zu schlu­cken. Solch einen Mund­fick hat­te sie noch nie ver­passt bekom­men! Sie bemüh­te sich, ordent­lich zu bla­sen und Breu­er genoss den hei­ßen Blo­wjob die­ses jun­gen Mäd­chens. Der Juwe­lier pack­te den Schmuck ein und genau in dem Moment spritz­te Breu­er ab. Mit meh­re­ren Stö­ßen pump­te er sei­ne eiweiß­hal­ti­ge Ladung in gro­ßen Schü­ben in die Tee­ny­maul­fot­ze. Es war viel Sper­ma. Sehr viel. So viel, dass es aus ihrem Mund­win­kel wie­der hin­aus­lief und auf ihre süßen Tit­ten tropf­te. Er war rich­tig hor­ny, die jun­ge Schlam­pe war noch gei­ler als sei­ne Frau. Sie stopf­te sich den trop­fen­den Pim­mel wie­der in den Mund und saug­te und lutsch­te, bis Breu­ers Schwanz wie­der stand wie eine Eins. Doch er woll­te sie noch vögeln heu­te Nacht und so pack­te er ihn wie­der ein, knöpf­te die Hose zu und deu­te­te der Klei­nen, dass sie jetzt noch zu ihm fah­ren wür­den. Dort lief aber nicht mehr viel, weil das Mädel so viel Sekt getankt hat­te, dass sie betrun­ken sofort ein­schlief, als sie sich auf sein Bett leg­te.

Reality TV, Reizphrasen und Politiker brachten ihn durcheinander

Am nächs­ten Mor­gen fuhr er dann zu dem gro­ßen Ein­kaufs­cen­ter, wo er meis­tens ein­kauf­te. Er ging durch die Hal­len, wo die Geschäf­te waren. Wie immer, so sehr vie­le Han­dy­spre­cher. Doch auch hier kamen ihm die bei­läu­fig gehör­ten Gesprächs­fet­zen ihm anders, ihn bedro­hend vor. Die Stim­men klan­gen ihm mili­tä­risch, knar­rend. In zwei Gesprä­chen mein­te er etwas von Poli­zei und Straf­ver­fah­ren zu hören. Die Gesich­ter erschie­nen ihm ver­knif­fen mit Toten­kopf­mi­mik oder es waren kopf­nus­sen­de Schieß­ge­sich­ter. „Die mei­nen damit, ich wer­de ange­zeigt“, ball­te Breu­er sei­ne Faust, „nichts anmer­ken las­sen“. Aber sein Ein­kauf im Aldi war wie im Lauf­schritt wie ein beschleu­nig­ter Robo­ter, um so schnell wie mög­lich wie­der nach hau­se zu fah­ren. Da ange­kom­men klin­gel­te es sofort wie­der. „Das ist der Ermitt­ler“, erschreck­te er sich und schau­te aus dem Fens­ter sei­nes vier­ten Stocks.

Doch da sah er den Post­bo­ten unten und erleich­ter­te sich. Er ging run­ter an die Post und erschreck­te sich wie­der. Das Brief­cou­vert sah für ihn auf den ers­ten Blick aus wie von der Poli­zei. Doch bei genau­em Hin­se­hen erkann­te er den Absen­der, Faber Lot­to, nur Wer­bung. Er ging damit wie­der in sei­ne Woh­nung. Er guck­te wie­der Fern­se­hen mit vie­len der schon gehör­ten Reiz­phra­sen und trank dabei Whis­key und rauch­te vie­le Selbst­ge­dreh­te. Es stank in sei­ner Woh­nung danach. So ver­brach­te Breu­er die nächs­ten zwei Tage ein­ge­schlos­sen in sei­ner Woh­nung mit Reiz­phra­sen­fern­se­hen und Essen zuzu­be­rei­ten. Es klin­gel­te oft sinn­los und er erschreck­te sich immer in Angst vor dem Ermitt­ler. Die kon­ser­va­tiv gepfleg­ten Jour­na­lis­ten im Fern­se­hen konn­te er akus­tisch kaum mehr ver­ar­bei­ten. Er konn­te von ihnen nur das Schieß­ge­sicht wahr­neh­men.

„Die haben mich ange­zeigt“, war da fast schon sei­ne sub­jek­ti­ve Gewiss­heit. Die Exper­ten strei­ten sich dar­über, ob das Schieß­ge­sicht Neid ver­kör­pert oder nicht. Aber wer wäre auf Breu­er nei­disch, Sex­bomb, Sex­bomb, aber nur Haupt­schü­ler und ein biss­chen zu dumm? Zum Ende die­ses Mitt­woch Abend wech­sel­te er das Pro­gramm. RTL, Rea­li­ty TV und Shows. Hier fehl­te das Reiz­phra­sen­spre­chen, aber schön doof, das pass­te bes­ser zu ihm und sei­ne Anspan­nung im Kopf ließ etwas nach. Er rauch­te noch genüss­lich drei Selbst­ge­dreh­te und trank ein letz­tes Glas Whis­key.

Dann mach­te er Abend­toi­let­te, um sich danach nackt in sein Was­ser­bett zu legen. Er schlief immer nackt, um sei­nen Traum­bo­dy bes­ser zur Gel­tung zu brin­gen. Er muss­te noch kurz wie­der auf­ste­hen, um sei­nen gro­ßen Flach­bild TV aus­zu­schal­ten. Im Stress ver­ges­sen. „Mor­gen mache ich mir einen rich­tig guten Tag, erst mal wie­der ins Fit­ness­stu­dio Kraft­trai­ning mit gutem Essen danach und dann zum Fri­seur mei­ne super­hei­ße Fri­sur wie­der erneu­ern las­sen“, fuhr er sich mit der hand vor sei­ner Schrank­spie­gel­wand durch die etwas schlaff gewor­de­nen Locken. Er mach­te das Licht aus, leg­te sich ins Bett und schlief schnar­chend, nach Whis­key und Ziga­ret­ten rie­chend ein.

Er schlief tief und fest und wach­te am nächs­ten Mor­gen mit leich­tem Kater, aber den­noch gut erholt wie­der auf. Nach der Mor­gen­toi­let­te auch mit teu­rem Par­füm, das den Gestank von ges­tern über­deck­te, freu­te er sich auf sein Früh­stück. Mul­ti­vit­amin­saft und Eiweiß­prä­pa­ra­te für Body­buil­der. Er früh­stück­te nur im Tan­ga­hös­chen im Tiger­look. Sein Früh­stück gegen 9.00 Uhr genüss­lich ver­spei­send dach­te er: „Am Sams­tag gehe ich wie­der Club­bing und rei­ße noch ein­mal eine Schnal­le auf, der hei­ßes­te Typ bin doch noch immer ich. Mein klei­ner Freund braucht mal wie­der etwas Trai­ning. Aber kei­ne Tür­kin. Die pack´ ich nicht an, die sind mir fies“, kniff er sich ins Skrot­um. Also zog er sich sei­nen Trai­nings­an­zug von Nike an und sei­ne Hal­len­sport­schu­he und pack­te sich sei­ne Sport­ta­sche mit den Duschu­ten­si­li­en.

So fuhr er dann sei­ne Woh­nung dies­mal ent­spann­ter ver­las­send zum Fit­ness­cen­ter. Breu­er wur­de dort am Tre­sen als Stamm­gast begrüßt. Er kann­te hier vie­le Mus­kel­män­ner, die so waren wie er, auch äußer­lich, aber eini­ge waren här­ter als er, so eini­ge Jah­re Knast kamen hier zusam­men. Das war für Breu­er ein Pro­blem, war­um er zu den Här­tes­ten nie so völ­lig dazu gehör­te. Breu­er hat­te noch nie Gefäng­nis­er­fah­rung und hat­te auch Angst davor. Er woll­te die­se Erfah­rung nicht machen, wes­halb die ganz Har­ten da ein biss­chen auf ihn her­ab­sa­hen. Man begrüß­te sich unter den Bekann­ten cool und herz­haft, konn­te aber nicht viel mit­ein­an­der spre­chen, weil man ja an die Gerä­te woll­te, um mit gan­zem Wil­len und all sei­ner Lebens­en­er­gie hier die Mus­keln auf­zu­bau­en. Breu­er schwitz­te, schnaub­te und fühl­te sich so rich­tig wohl wie er das Zie­hen sei­ner Mus­keln spür­te und sei­ner Vor­stel­lung wie das zur Mus­kel­mas­se führt.

Bizeps­trai­ning, Bank­drü­cken, Wade, klas­si­sches Gewicht­he­ben, das alles war sei­ne Lust. Nach Stun­den zum Mit­tag war er fer­tig. „Herr­lich, tut das gut“, dach­te er fröh­lich pfei­fend unter der Dusche. Im Spie­gel beäug­te er sei­ne Kör­per­for­men kri­ti­scher, ob er an Mus­kel­mas­se sicht­bar zuge­nom­men hat­te und pos­te etwas vor dor­ti­gen Spie­geln in der Umklei­de­ka­bi­ne. Er zog sich wie­der sein Som­me­r­out­fit an, die Hot­pants mit Cow­boy­stie­feln und die­ses­mal ein durch­sich­ti­ges, netz­ar­ti­ges, rotes Mus­kel­shirt.

Seinen verschmierten Schwanz zog er aus ihrem Poloch und stopfte damit ihr Maul

Er fuhr kurz nach Hau­se, wo sei­ne jun­ge Lady immer noch schlief. Sie war nackt und ihr kna­cki­ger Po guck­te frech unter der Decke her­vor. Sie hat­te so eine tol­le Figur! Breu­er war schon wie­der geil. So konn­te er gar nicht anders, als das Laken weg­zu­zie­hen und ihre Arsch­ba­cken zu kne­ten, wäh­rend er mit dem Mit­tel­fin­ger durch ihre Spal­te fuhr. Die klei­ne Schön­heit wach­te nun lang­sam auf, genoss aber sei­ne Strei­chel­ein­hei­ten und drück­te ihren Kitz­ler gegen sei­nen krei­sen­den und mas­sie­ren­den Fin­ger. Ihre Möse war klatsch­nass. Breu­er zog sich aus, setz­te sei­nen jetzt stein­har­ten Schwanz an ihrer Spal­te an und drang von hin­ten mit einem gewal­ti­gen Ruck in sie ein.

Sie stöhn­te laut auf. Er fick­te sie wie von Sin­nen, dach­te an sei­nen Harzt-IV-Bescheid und häm­mer­te nun immer aggres­si­ver sei­nen Prü­gel in das enge Loch. Das Girl wur­de vom ers­ten Orgas­mus durch­ge­schüt­telt, sie wim­mer­te und schnapp­te nach Luft. Jetzt kann­te er kein Par­don und fick­te ein­fach wei­ter. Er woll­te sie bis zu Bewusst­lo­sig­keit vögeln. Breu­er stieß immer und immer wie­der mit vol­ler Kraft zu, schlug ihr dabei auf den Hin­tern und zog an ihren Haa­ren. Sie bäum­te sich aber­mals auf und kam zu ihrem schon zwei­ten Höhe­punkt in die­ser rela­tiv kur­zen Zeit. Jetzt schien es, als woll­te er von ihr ablas­sen, doch schon pack­te er sie wie­der an ihren Hüf­ten und posi­tio­nier­te sei­nen pul­sie­ren­den Penis an ihrer zar­ten Rosette. Bevor sie sich weh­ren konn­te, dehn­te er ihren Hin­ter­ein­gang und bohr­te mit sei­ner dicken Eichel das Poloch auf. Sie schrie, als er sie mit vol­ler Wucht regel­recht auf­spieß­te.

Er bums­te sie jetzt nach Strich und Faden durch. Die nied­li­chen Titt­chen schau­kel­ten in sei­nem Takt, er griff ihr ab zu an die Nip­pel und zwir­bel­te sie. Er schnauf­te wie ein alter Hengst, der sei­ne Zucht­stu­te besa­men woll­te. Dann begann Breu­ers Schwanz hef­tig zu zucken und er zog sei­nen ver­schmier­ten Schwanz aus sei­ner Stu­te – recht­zei­tig bevor er abspritz­te. Er zog das durch­ge­fick­te Luder an den Haa­ren nach oben und drück­te ihren Schopf auf die Bett­kan­te. Sei­nen dre­cki­gen Pim­mel ramm­te er in ihren Mund und ent­lud sich mit einem Urschrei in der Maul­fot­ze die­ser klei­nen Tee­ny­gö­re, pump­te ihr sei­ne war­me Fick­sah­ne direkt in den Magen. Er gab ihr eini­ge Ohr­fei­gen und ließ sich den Schwanz sau­ber­le­cken. Dann ver­schwand er unter der Dusche, seif­te sich ein, spül­te sich ab, zog sich an und ging wie­der aus sei­ner Woh­nung. An die klei­ne Göre dach­te er zunächst nicht, sie wür­de schon klar­kom­men.

Knallrote Ledersitze, Fuchsschwanz am Rückspiegel, alles vollverchromt

„So jetzt zum mir ver­spro­che­nen Luxus­mit­tag­essen. Das habe ich mir ver­dient. Er betrat das zum Fit­ness­cen­ter gehö­ri­ge Restau­rant und bestell­te Filet­steak vom Rind, blu­tig mit einer gro­ßen Salat­plat­te. Pom­mes Frit­tes woll­te er nicht wegen des Fet­tes. Auch hier kann­te er den Kell­ner. „Na Breu­er, alles klar?“, frag­te die­ser. „Aber sicher dat“, mach­te Breu­er mit den Fin­gern ein V. Er ver­speis­te vol­ler Lust das Bestell­te. Im Restau­rant lief da Hip Hop. Breu­er ver­stand aber nicht gut Eng­lisch. Was sich ca. alle hal­be Minu­te wie­der­hol­te, war das Wort „T‑Bone“.

Es ging wohl um Body­buil­der­er­näh­rung, konn­te er ver­ste­hen. Breu­er bezahl­te und tän­zel­te gut gelaunt zu sei­nem Golf GTI und fuhr zum Fri­seur. Dort ange­kom­men war er wie­der guter Stamm­gast vom Sze­ne­fri­seur sei­nes Mileus, „Locke“ hieß der Laden. Auch hier wur­de er wie­der freund­lich begrüßt vom Chef und zwei­er sei­ner Fri­sö­ren. „Na Breu­er, geht’s gut?“- „Immer, man aye“, ant­wor­te­te er und war direkt an der Rei­he. Auch hier saßen noch zwei ande­re Typen wie er, Min­ni­pli­es auf­fri­schen las­sen. Der Fri­seur fuhr durch Breu­ers Haa­re, „die haben es nötig, ein biss­chen Spann­kraft noch dazu“. – „Jou“, brumm­te Breu­er und der Fri­seur begann. „Auch kür­zen?“, frag­te er. „Nur ganz wenig bei­schnei­den, ich will die Locken lang“. -

Gamer Sven„Alles klar“, fing der Fri­seur zu schnei­den an. Auch hier lief Musik, Schla­ger, wie­der Rex Guil­do, „Hossa“. Das Pro­ze­de­re des Min­ni­pli­es dau­er­te Stun­den. Das Ein­schmie­ren mit der stin­ken­den Haar­creme und dann die erhit­zen­den Locken­wick­ler, die so heiß waren, dass das Haar kurz davor war zu qual­men. Breu­er sah sich die gan­ze Zeit im Spie­gel gegen­über und träum­te von sich und sei­ner Schön­heit. Im wur­den drei Glas Sekt kre­denzt, die er lang­sam die Keh­le hin­un­ter lau­fen ließ. „Ach war das schön, als ich hier noch gemein­sam mit Frit­sches Pit­ter stun­den­lang die Haa­re machen ließ“, träum­te er wei­ter. „Dass sei­ne Jungs mich so zusam­men geschla­gen haben, war schei­ße. Ich bin ja schon ein har­ter Kerl, aber allei­ne und der hat gan­ze Schlä­ger­trupps.

Dage­gen kom­me ich nicht an“, über­kam ihn plötz­lich Angst und er dreh­te sich unwill­kür­lich um, „hof­fent­lich kommt er jetzt nicht“, war sein Schreck. Das war wie­der: „Augen rechts!“. Nach Stun­den war er end­lich fer­tig. Die Stei­fe sei­ner Locken bezeich­ne­te man frü­her ein­mal als „Papu­abom­be“. Er bezahl­te, aber ordent­lich. In sei­nem Mileu kos­te­te der Fri­seur schon mal so 200 €, Noch hat­te er ja das Geld dafür. Da kam dann auf ein­mal Ber­tie Wol­lers­heim, der Düs­sel­dor­fer C‑Promi mit sei­ner deut­lich jün­ge­ren, gro­ßen, sehr voll­bu­si­gen, hell­blon­den, auf hohen Stö­ckeln Frau im klei­nen Schwar­zen her­ein. Auch er wur­de von dem Fri­seur wie ein Bekann­ter begrüßt.

„Mal mei­nen Köl­ner Freun­den einen Besuch abstat­ten“, brumm­te der 62-jäh­ri­ge, schlan­ke, Mit­tel­gro­ße im Hawai­hemd sonor, „ein­mal blond auf­hel­len und brau­ne Strähn­chen“, fuhr er durch sei­ne blon­den, lan­gen, glat­ten Haa­re, „aber macht das rich­tig, ich habe Ahnung davon“, äug­te er zum Chef. Das war: „Augen gera­de­aus!“. Der­weil ver­ließ Breu­er den Laden und ging durch die Stra­ßen wie­der zu sei­nem GTI. Der Abend war schon ange­bro­chen. Breu­er braus­te an Wol­lers­heims rosa­far­be­nen Che­vro­let­told­ti­mer Cabrio, offen im Som­mer mit über­gro­ßen Heck­flos­sen vor­bei. Knall­ro­te Leder­sit­ze, Fuchs­schwanz am Rück­spie­gel, alles voll­ver­chromt, tie­fer geleg­tes Lenk­rad. Der mach­te etwas her, muss­te im Ver­kehrs­di­ckicht trotz­dem etwas abseits geparkt wer­den.

„Wenn ich den Diebstahl bei der Polizei anzeige, komme stattdessen ich selbst sofort in den Knast!“

Als Breu­er wie­der zu Hau­se ankam, war es schon gegen 18.30 Uhr. Schnell noch in den Brief­kas­ten geguckt. Kei­ne Post, „kein Ermitt­ler“, war sein erleich­ter­ter Gedan­ke. Wie­der oben an sei­ner Woh­nung im vier­ten Stock schloss er zwei mal auf, also nor­mal. Er ging rein. „Irgend­wie riecht es hier“, war sein Gedan­ke, „stimmt hier doch wie­der etwas nicht?“, über­kam ihn etwas Schreck, „gleich mal nach mei­nen Rie­sen schau­en“, sorg­te er sich und ging zu sei­ner Geld­ka­set­te. Er woll­te sie mit sei­nem Schlüs­sel öff­nen. Doch plötz­lich, völ­li­ger Schock wie ein Stich im Gehirn. Sei­ne Augen schos­sen wie­der. Die Kas­set­te war offen, geöff­net durch einen Diet­rich. In hoher Erre­gung und Panik zähl­te er die Geld­schei­ne.

Tat­säch­lich es fehl­ten 20, 10000 € waren weg. „Wer war das?“, dach­te er wütend, die Augen vor­ste­chend. Da ent­deck­te er unter den rest­li­chen 500-ern einen Zet­tel, der in kra­ke­li­ger Hand­schrift beschrie­ben war. „Sozi­al­be­trü­ger, Poli­zei“, stand dar­auf. Breu­er wur­de fast schwarz vor Augen aus einer Mischung aus Angst und Jäh­zorn. „Jetzt bin ich bestoh­len wor­den und soll auch noch ange­zeigt wer­den dafür, das hal­te ich nicht aus, das ist ja der hel­le Wahn“, waren sei­ne Hass­ge­dan­ken. „Wer war das? Den mache kalt. Nach­barn hier im Haus? Wie kämen die hier rein, Schlüs­sel­ko­pie vom Vor­mie­ter, war der das? Den mache ich fer­tig. Oder war es die Gang von Frit­sches Pit­ter? Amok, ich dreh´ durch, ich schlag´ die alle zusam­men, die ermor­den mich. Die haben heim­lich einen Wachs­ab­druck von mei­nem Schlüs­sel gemacht, im Sau­na­club, war es das? Oder waren es die Zigeu­ner im Neben­haus, das sind doch die letz­ten Assis?

Aber die sind zu doof dazu. Oder war es viel­leicht wirk­lich die Poli­zei und die will mich so total fer­tig machen? Aber die darf das doch gar nicht. Die muss doch klin­geln und mich anspre­chen“, war es Breu­ers Ver­zweif­lung, „ist es viel­leicht doch noch so wie zu Opas Zei­ten unter der GeSta­po? Kommt mor­gen der Ermitt­ler und ich bin dann völ­lig kaputt?“. Breu­ers Gesicht zit­ter­te und beb­te. „Nein!“, schrie er und schlug mit der Faust auf den Wohn­zim­mer­tisch. „Wenn ich den Dieb­stahl bei der Poli­zei anzei­ge, kom­me statt­des­sen ich selbst sofort in den Knast!“. Er schenk­te sich drei gro­ße Whis­keys ein und nahm sich zwei Rohyp­nol, die er von Knast­freun­den geschenkt bekom­men hat­te. Trotz sei­ner ihn extrem wecken­den Wut wur­de er schnell sehr müde und schaff­te es so gera­de eben noch Abend­toi­let­te mit schmut­zi­gen Zäh­nen sich in sein Was­ser­bett ange­zo­gen mit den Cow­boy­stie­feln zu schmei­ßen. Laut schnar­chend schlief er ein. War das jetzt der Kame­ra­den­dieb­stahl?

Den Pazifisten haute er einfach um – bumms!

Am nächs­ten Mor­gen gegen 9.00 Uhr wach­te er mit Han­go­ver durch die Tablet­ten auf. Sei­ne Wut war aber der­ma­ßen weckend, dass er von dem Han­go­ver gar nichts merk­te. Sei­ne Mus­keln waren ange­spannt wie Draht­sei­le. Mor­gen­toi­let­te als Blitz­krieg. Zäh­ne im Akkord geschrubbt. Blut spu­cken. Wie­der am Früh­stücks­tisch in der Küche guck­te er auf die Wand­uhr. 9.15 Uhr. „Schei­ße, ich habe ja die­sen ver­piss­ten Ter­min beim Job­cen­ter ver­schla­fen“, bemerk­te er sei­ne wei­ter Bre­dou­lie. „Ha“, pack­te er sich an den Bizeps,“ich hab´ doch hier. Die kann mir gar nichts. Wenn die was will, kriegt die ein paar in die Fres­se!“, mach­te er sich Mut. Er nahm sein Body­buil­der­früh­stück mit den Eiweiß­prä­pa­ra­ten wie­der zu sich und Smoothies. „Groar“, waren nur noch sei­ne ver­ba­len Geräu­sche und er zog sich sei­nen Jog­ging­an­zug an und sei­ne Lauf­schu­he.

VogelfreiEr mach­te Schat­ten­bo­xen und schlug sei­nen Pun­ching­ball fünf Minu­ten lang. „Jetzt in die Eifel zur Trai­ningstre­cke“, schloss er kurz. Schnel­len Schrit­tes mar­schier­te er so zu sei­nem GTI und ras­te los. In der Köl­ner Innen­stadt erst ein­mal immer Voll­gas und Voll­brem­sung vor jeder roten Ampel, so dass er vor jeder roten Ampel mit Wucht durch sei­ne Sicher­heits­gur­te zurück­ge­hal­ten wur­de. Auto­fah­ren wie ein Idi­ot. Dann end­lich auf der Eifel­au­to­bahn, freie Fahrt für freie Bür­ger. Voll­gas bis zum Anschlag, Tem­po 225 km/h, der GTI schaff­te so was. Breu­er fuhr wie in Trance. Er kann­te sei­ne Stre­cke gut, um end­lich über die Land­stra­ße viel zu schnell rasend auf dem Park­platz zum Wald sei­ner Lauf­stre­cke zu sein. Breu­er knall­te laut die Türe zu und rann­te los, schat­ten­bo­xend. Er woll­te dabei immer so aus­se­hen wie Rocky. Er war gro­ßer Fan Syl­ves­ter Stal­lo­nes als sei­ne Moti­va­ti­on zu sei­nem vie­len Sport. Sei­ne Trai­nings­stre­cke waren ca. 10 km in sehr schö­ner Land­schaft.

In Wahr­heit brauch­te er aber über 50 Minu­ten dafür, kam sich aber immer enorm schnell vor. In sei­nem Alter ging das eben doch nicht mehr so alles wie frü­her. Aus­dau­er und Kraft waren noch gut, aber die Grund­schnel­lig­keit und die Geschwin­dig­keit der Refle­xe, die lei­den beim Altern zuerst. Da half auch nicht der Min­ni­pli­es. In sei­ner sub­jek­ti­ven Wahr­neh­mung schnell­te er durch den Wald, schö­ne Umwelt. Da begeg­ne­te ihm vorm etwas lich­ten­den Wald eine Gestalt. Ein schmäch­ti­ger, mit­tel­gro­ßer Mann mitt­le­ren Alters, schon mit Haar­kranz­fri­sur und schma­lem Kopf. Beschei­den geklei­det, ein­fa­che blaue Som­mer­ja­cke, bil­li­ge Jeans, Trek­king­schu­he aus dem Aldi, aber an der Brust sei­ner Jacke ein rot leuch­ten­des Peace-Zei­chen als But­ton. Schmäch­ti­ge Män­ner waren von Breu­er immer ver­ach­tet, die krieg­ten nie eine ab. Aber dazu dann auch noch das Peace-Zei­chen. Das ging zu weit.

Kur­zes Sich­ten des Ter­rains, ob man auch allei­ne war, Blit­ze schos­sen zackig aus sei­nen Augen in das Zei­chen. Breu­er zisch­te zor­nig, sei­ne Stir­ne warf Zor­nes­fal­ten, sei­ne Augen knif­fen sich zusam­men. „Du Dreck­sau, du hast mich beklaut!“, brüll­te er den Pazi­fis­ten an. Dem fiel nur sein Unter­kie­fer her­un­ter und er schau­te über­rascht erstaunt mit ganz gro­ßen Augen. Da hol­te Breu­er aus zu einem gro­ßen Schwin­ger mit der fla­chen Hand. „Klatsch“, die Ohr­fei­ge hat­te geses­sen. Das war: „Prä­sen­tiert das Gewehr!“. Die Wan­ge des Pazi­fis­ten lief hoch­rot an, Trä­nen in sei­nen Augen. Da tau­mel­te er, im wur­de schwarz vor Augen und er fiel benom­men zu Boden und lag auf dem Rücken. Das war: „Gewehr bei Fuß!“ Breu­er sich­te­te noch schnell die nächs­te Umge­bung mit Bli­cken ab und dreh­te sich um im Sicher­heits­ge­fühl, er wur­de nicht beob­ach­tet dabei und sprin­te­te in sei­ner sub­jek­ti­ven Wahr­neh­mung so schnell, wie er konn­te, wie­der zurück zu sei­nem Auto. Das war: „Rechts um!“. Objek­tiv betrach­tet war Breu­ers Lau­fen aber nicht Sprint son­dern eher etwas tap­sig wie vom Bär als der Mus­kel­mann, so als ob er schnel­ler sein woll­te aber von einem unsicht­ba­ren Wider­stand gebremst wird.

Breuer lag regungslos da, mit nacktem Oberkörper und alles voller Blut

Zurück am GTI knall­te er wie­der die Türe und ras­te los. Wie­der die Eifel­au­to­bahn, sei­ne Lieb­lings­stre­cke, er quetsch­te noch ein biss­chen das Gas­pe­dal. Jetzt schaff­te er Tem­po 230 km/h, so als ob er noch einen Nach­bren­ner hat­te. Selbst­ver­ständ­lich war sein GTI auch noch etwas getunt und ein biss­chen tie­fer­ge­legt. In der Köl­ner Innen­stadt wie­der Voll­gas und Voll­brem­sung­tak­tung, bis er sich mal den Kopf stieß vor Dumm­heit. Es war der Mit­tag. Breu­er hetz­te an den Brief­kas­ten. Wie­der kei­ne Post, sei­ne Erleich­te­rung. Rauf in sei­ne Woh­nung. Gera­de die Woh­nungs­tü­re wie­der zu, da klin­gel­te es schon. Breu­er erschreck­te sich zu Tode. Angst­voll erregt sprach er in die Sprech­an­la­ge und warf einen Blick in Rich­tung sei­nes Wohn­zim­mer­schran­kes mit sei­ner Geld­ka­set­te: „Bist du der Ermitt­ler?“ – „Ja, ich bin es“, ant­wor­te­te unten die Stim­me, „ich muss zu Ihnen rauf, ich habe etwas Wich­ti­ges für Sie“.

Da schrie Breu­er auf: „Nein, ihr kriegt mich nicht!“, ließ er den Hörer fal­len und riss sich sein Jog­gin­go­ber­teil vom Lei­be mit nack­tem Ober­kör­per und rann­te zu sei­nem Wohn­zim­mer­fens­ter zur Stra­ßen­front und riss es auf. Er stell­te sich in das Fens­ter­sims.  Das war: „Still­ge­stan­den!“. „Aar!“, schrie er und sprang vom vier­ten Stock hin­un­ter in die Tie­fe. Ein dump­fer Knall des Auf­pralls unten. Mit dem Rücken sprach die Stim­me von unten in die Sprech­an­la­ge zum nächs­ten Mie­ter in die­sem Haus: „Hal­lo hier ist UPS, ich habe ein Paket für May­er­ling. Er ist nicht da. Kön­nen Sie es für ihn anneh­men?“. Da rea­li­sier­te der Fah­rer, was pas­siert war sich umdre­hend und erschreck­te sich. Breu­er lag da am Boden auf dem Rücken auf dem Bür­ger­steig regungs­los mit nack­tem Ober­kör­per und stark ver­bo­ge­ner Wir­bel­säu­le. Unter sei­nem Min­ni­pli­es bil­de­te sich etwas Blut. Das war: „Rührt Euch, ste­hen Sie bequem!“. Da kamen noch eini­ge Pas­san­ten und stan­den um Breu­er her­um und dis­ku­tier­ten etwas. Einer betä­tig­te dann sein Smart­phone und wähl­te 112.

Sei­ne 60.000 Euro in bar steck­te die klei­ne Göre ein­fach ein, bevor sie sei­ne Woh­nung ver­ließ. Gele­gen­heit macht Die­be. Hät­te sie bes­ser auf­ge­passt, sie hät­te dem her­an­na­hen­den LKW sicher noch aus­wei­chen kön­nen. Nun war nicht nur nur sie, son­dern auch Breu­er frei. Vogel­frei mit Rocker­braut.

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