Mit Sex beim Porno Geld verdienen

Von Mario Meyer
Voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten
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Pornodarsteller: Traumjob oder Alptraum?

Die Sze­ne­rie ist in rus­ti­ka­lem Holz gehal­ten und hat einen Hauch von Wild-West-Roman­tik. Es füllt sich lang­sam. Was heu­te in der Rei­ni­cken­dor­fer Dis­ko­thek "Hal­li Gal­li" statt­fin­det, ist im Online-Kalen­der nicht ver­zeich­net. Die Pro­duk­ti­ons­fir­ma "Ero­ni­te" cas­tet Män­ner­nach­wuchs für Ani­ma­ti­ons­fil­me über mensch­li­ches Paa­rungs­ver­hal­ten. Gera­de ist Foto­shoo­ting, erst in Boxer-Shorts, dann ohne. Jeder Mann, der hier erschie­nen ist, möch­te Geld ver­die­nen als Por­no­dar­stel­ler in der Ero­tik­bran­che.


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Es fal­len lan­ge Mäh­nen, Drei-Tage-Bär­te und ein Pfer­de­schwanz ins Auge. „Eigent­lich mel­det sich der Quer­schnitt der Bevöl­ke­rung, Gärt­ner, Stu­den­ten, Koch, Aka­de­mi­ker, hat­ten wir alles schon“ weiß Ero­ni­te-Che­fin Hera Del­ga­do zu berich­ten.

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Sieben Herren haben fürs Mitmachen bezahlt

Sie sind gut gebaut und machen einen die ding­li­chen Her­aus­for­de­run­gen bei den Hör­nern packen­den Ein­druck. Es herrscht Gepflegt­heits­zwang. „Wenn jemand mit Eigen­ge­ruch kommt, den kann er gleich wie­der mit­neh­men. Da haben die Mädels das letz­te Wort“. Die meis­ten hier wol­len ein­mal Geld ver­die­nen als Ero­tik­dar­stel­ler. Hera mag kla­re Ansa­gen. Ihre roten Haa­re fal­len auch im ferns­ten Gang­win­kel noch auf. Sie hat viel zu bespre­chen. Ein Kame­ra­mann ist krank und die Musik passt nicht. Eine neue MP3-Lis­te muss her. Das rie­si­ge Luft­bett auf der Tanz­flä­che konn­te gera­de noch recht­zei­tig geflickt wer­den.

Neben mir sitzt ein schüch­tern wir­ken­der jun­ger Mann. Wir schau­en eine Zeit lang dem Foto­shoo­ting zu. Dann spricht er mich an. Er heißt Mat­thi­as „Ich suche den Ein­stieg in das Por­no­busi­ness. Ich möch­te Dar­stel­ler wer­den. Haben Sie Kon­tak­te?“ Ich füh­le mich geehrt. Natür­lich habe ich kei­ne, aber den guten Rat, es zu ver­su­chen, denn er sieht gut aus und wirkt auch sym­pa­thisch. Als hät­te er von mir die Erlaub­nis sei­nes Lebens erhal­ten, has­tet er zu dem Män­ner-Spa­lier her­über und pellt aus sei­nem Jog­ging-Anzug einen ath­le­ti­schen Kör­per her­aus, gut gebräunt und gut bestückt. Er hat einen Aus­hilfs­job im Fit­ness-Stu­dio. Er lächelt sich um, weiß er doch, dass er optisch führt.

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Von nun an sol­len Kim, eine asia­ti­sche Tat­too-Schön­heit und die noch exklu­siv­ver­trags­fri­sche Joy­ce Cocks­ter den Nach­wuchs för­dern und for­dern. Es gibt ein letz­tes kur­zes Brie­fing durch Regis­seur Bas­ti. Nicht zu früh kom­men und nicht zu spät. Wer sei­ne Sache nicht gut macht, der wird durch Schul­ter­klop­fen raus gewinkt, auf geht's". Schließ­lich möch­te hier fast jeder Teil­neh­mer Geld ver­die­nen.

Die beiden Mädels legen reihum los

Die Girls sor­gen oral für ver­kan­te­te Gesichts­zü­ge und für Wachs­tum. Ein Teil­neh­mer kommt zu früh, bei zwei­en tut sich gar nichts, die rest­li­chen Schwell­kör­per lie­gen im Plan. Mat­thi­as macht sich gut. Ziel­si­cher schlän­gelt er sich zwi­schen Waden und Schen­keln hin­durch. Weil er dabei stets fair bleibt, reagiert er doch nur auf die Mehr­an­tei­le an weib­li­cher Zuwen­dung, fin­den sich die ande­ren bald mit sei­ner Füh­rungs­rol­le ab. Matrat­zen­kol­le­gi­al über­las­sen sie ihm Vor­tritt und Ter­rain. Es blitzt, Kame­ras krei­sen auf Berg- und Tal­bah­nen und ihre Blick­fel­der wabern auf zap­peln­den Backen her­um. Auch Joy­ce ist in noch unver­brauch­ter Form. Ihre Rhyth­mus­freu­de wirkt echt. Der Regis­seur quit­tiert den abschlie­ßen­den Eja­ku­la­ti­ons­rei­gen mit „Schöön“, „Boo­aah“ und ande­ren Lebens­be­ja­hun­gen.

Mit Sex Geld verdienen bei EroniteDie 3 Ausscheider schauen dem hechelnden Treiben hinter der Tanzflächenumrandung zu

Still und beschei­den legen sie Hand an sich. Weil sie eben Män­ner sind, wol­len sie auch über ihre Ent­täu­schun­gen nicht so recht reden. „Kein Pro­blem, beim nächs­ten Mal klappt´s“, mehr ist par­tout nicht her­aus zu bekom­men. Der Regis­seur schlägt eine Rel­oad-Pha­se vor und kün­digt eine Les­bo-Show an. Joy­ce, die Blon­di­ne aus dem Schwä­bi­schen, ent­spannt sich in der Dreh­pau­se am Tre­sen. Sie bedau­ert das Rauch­ver­bot. Ab jetzt ist sie haupt­be­ruf­lich vor der Kame­ra unter­wegs, ver­dient so ihr Geld. Dreh­ta­ge und Web­cam-Gagen sol­len es rich­ten. Sie trägt viel Tarn-Make-Up. „Ich habe mir den Schritt mit mei­nem Schritt lan­ge über­legt und auch wen ich dar­über ein­wei­he. Mei­ne Fami­lie weiß von nichts. Die­je­ni­gen die Bescheid wis­sen, ste­hen zu mir und wor­auf ich mich ein­las­se. Ich habe schon immer beson­de­re Lust ver­spürt, wenn ich beim Sex beob­ach­tet wer­de. Anony­me Bli­cke kit­zeln und Kame­ra­lin­sen tun es auch. Ich hab Kame­ras gern, gera­de weil ich weiß, dass am Ende vie­le da hin­durch­schau­en.

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Che­fin Hera kommt hin­zu. Sie ist ent­spannt. Eine Beleuch­tung fiel aus und so muss­ten aus 2 Dreh­or­ten einer wer­den. Jetzt aber hat sich alles ein­ge­spielt. Ein jeder weiß, was er zu tun hat. Mit den Dar­stel­lern ist sie zufrie­den. „Da wer­den es eini­ge in unse­re Kar­tei schaf­fen“. Die Aus­wahl über­lässt sie dem Regis­seur, der hat dafür den rich­ti­gen Blick. Wie wür­de sie mit den Jungs am Set umge­hen als Regis­seu­rin? „Mit der Stopp­uhr. Ich las­se schon zu Beginn mit der Stopp­uhr anbla­sen und fil­te­re so aus. Das klingt jetzt hart, aber wer in der Bran­che was wer­den will, muss da ein­fach durch.“ Nun, Frau­en füh­ren ja bekannt­lich anders. Sie war Finanz­wir­tin bevor sie über einen Freund, der bereits bei dem Label arbei­te­te, den Sprung in die Por­no-Bran­che schaff­te. Es war der typi­sche Quer­ein­stieg mit Vit­amin B, so wie es halt läuft. „In dem Busi­ness wer­den Stel­len nicht aus­ge­schrie­ben“.

Auf der Matratze unterstreichen zwei Mädchen in 69er Position ihre Zeigefreudigkeit

Hat Hera den Sehn­suchts­job, den vie­le ver­mu­ten? „Ich wer­de schon benei­det und wie, aber da ist viel Unkennt­nis dabei. Irgend­wann wird auch der schöns­te Hin­tern zur Rou­ti­ne, das ist wie in einer Eis­die­le zu arbei­ten, da ver­wan­delt sich der Genuss in Arbeit“. Sie sieht sich um. Sie braucht noch eine Foto­stre­cke für die bei­den Mädels. Wie bewer­tet sie das was sie tut? Hat sie nicht auch viel Macht über ande­re Men­schen? „Klar, hat das was mit Macht zu tun, wenn vor der Kame­ra die Hül­len fal­len und Anord­nun­gen umge­setzt wer­den, das ist schon so.“ Ansons­ten bewer­tet sie ihre Tätig­keit aber mehr nach den Zah­len, und die stim­men wohl eini­ger­ma­ßen, trotz der Gra­tis-Bude Inter­net. „Was Psy­cho­lo­gen und Femi­nis­tin­nen sonst noch so mei­nen zu müs­sen, ist mir rela­tiv egal“. Dann krallt sie sich sanft einen Foto­gra­fen.

Mit Sex Geld verdienen bei EroniteIch beobachte die beiden Mädels bei ihrem zungenfertigen Tun

Von einer hera­schen Rou­ti­ne­si­tua­ti­on kann bei mir eher kei­ne Rede sein. Die bei­den zwin­kern mir zu, nicht mit den Augen, son­dern mit ihren Tabu­zo­nen und gera­de das macht es so per­sön­lich, so lie­be­voll. Auf ein­mal tollt ein Qua­si­mo­do-Knirps mit her­ab­hän­gen­der Unter­lip­pe um die bei­den her­um. Er hat es irgend­wie auf die Gäs­te­lis­te geschafft. Ganz nah darf er sei­nen Augen­blicks­ido­len sein, sei­ne Mobil­cam mit auf­ge­klapp­tem Moni­tor über­all hin­hal­ten. Ganz klar, was hier abläuft ist eine ero­ti­sche Armen­spei­sung, ein Aus­gleich für die ganz all­täg­li­che Aus­sichts­lo­sig­keit und Ohn­macht. Die vor der Kame­ra geben von sich ab, und die dahin­ter sind mäch­ti­ger als die Che­fin glaubt, sie schaf­fen ein Stück Ver­tei­lungs­ge­rech­tig­keit. Sie sind barm­her­zi­ge Küm­me­rer. Schö­ne Kör­per haben ihre gehei­men Schatz­vor­kom­men und die wer­den hier geho­ben und der All­ge­mein­heit zugäng­lich gemacht. Mat­thi­as kommt an mei­nem Tisch vor­bei. Er ist split­ter­nackt und gut drauf, „ich mag Sex und ich mag Frau­en“. Es war nicht zu über­se­hen. Ich beglück­wün­sche ihn zu sei­nem Auf­tritt und fin­de es schön, ein so viel ver­spre­chen­des Talent mit auf den Weg gecoacht zu haben…

Text: Micha­el Lösch / "Mit Sex Geld ver­die­nen – Traum­job oder Alb­traum?"


Der Jour­na­list Micha­el Lösch beglei­te­te Hera Del­ga­do meh­re­re Tage in ihrem Job, um einen Ein­blick in das täg­li­che Brot der Pro­duk­ti­ons­lei­te­rin zu bekom­men. Vom Por­no­casting im Hal­li Gal­li Ber­lin berich­tet der Repor­ter zum The­ma "Mit Sex Geld ver­die­nen" und sprach mit meh­re­ren Prot­ago­nis­ten des öffent­li­chen Cas­tings.

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