Die tragische Geschichte von Pornostar Mia Khalifa

Von Stephan Gubenbauer
Voraussichtliche Lesedauer: 8 Minuten
Die tragische Geschichte von Pornostar Mia Khalifa
Die tragische Geschichte von Pornostar Mia Khalifa
4.8
(8)

Doppelmoral, ausbeuterische Verträge und ein zerstörtes Leben

Fair pro­du­zier­te Por­no­fil­me gibt es nur weni­ge, aber die Geschich­te von Por­no­star Mia Kha­li­fa zeigt deut­lich, wie wich­tig es ist, auch den Dar­stel­lern den not­wen­di­gen Respekt zu zol­len – und sie fair zu ent­loh­nen. Zudem soll­ten sie als Per­son mehr zur Gel­tung kom­men, zei­gen Sie doch alles opti­sche von sich in ihren zahl­rei­chen Fil­men – mit teils weit­rei­chen­den Folgen.


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Pornostar Mia Khalifa: Strenge Wertvorstellungen treffen auf sexuelle Freiheit

Die tragische Geschichte von Pornostar Mia KhalifaPor­no­star Mia Kha­li­fa wird 1993 im Liba­non als Kind katho­li­scher Eltern gebo­ren. In einem Sys­tem, dass sehr prü­de, ein­ge­fah­ren und kon­ser­va­tiv ist. Als sie in die USA emi­grie­ren, scheint das neue Land als Frei­heit pur. Frei­heit für einen jun­gen Men­schen wie Mia, sich selbst und das Leben zu ent­de­cken. Schnell wird die Por­no­in­dus­trie auf die ara­bi­sche Schön­heit auf­merk­sam und Mia Kha­li­fa wird zum Por­no­stern­chen. Nichts ahnend, was das für ihr spä­te­res Leben bedeu­ten wird.

Ihren Eltern ver­heim­licht Por­no­star Mia Kha­li­fa, die eigent­lich Geschich­te in Texas stu­diert hat, ihre, in Miami gestar­te­te, Film­kar­rie­re. Wohl wis­send, dass die­se davon alles ande­re als begeis­tert sein wür­den. Was als die Chan­ce bei der Pro­duk­ti­ons­fir­ma Bang Bros aus­sah, wird aber bald zum abso­lu­ten Fiasko.

Seit Jahren erfolgreich – aber zu was für einem Preis?

Seit Jah­ren domi­niert die dun­kel­haa­ri­ge Schön­heit die Ran­kings auf allen gro­ßen Platt­for­men, wie Porn­hub und Co. Und das, obwohl Por­no­star Mia Kha­li­fa nur etwa drei Mona­te und nur etwa ein Dut­zend Film­chen gedreht hat ist sie die unge­schla­ge­ne Num­mer eins – seit 2015.

Direkt zum deut­schen Traum

So alt sind Ihre Clips mitt­ler­wei­le und auch nach mehr als sie­ben Jah­ren hat sie weder etwas an ihrer Bekannt­heit noch an der Beliebt­heit Ihrer Fil­me ein­ge­büßt. Wür­de sich hier ein ande­rer Por­no­star freu­en, zahl­rei­che Events und ähn­li­ches wahr­neh­men, sieht es bei Mia Kha­li­fa jedoch lei­der völ­lig anders aus.

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Sie hat gebro­chen mit dem Metier, mit einer Bran­che, die sie als Ware sah und dies immer noch tut. Im Gegen­satz zur Dar­stel­le­rin, ver­die­nen ihre eins­ti­gen Pro­du­zen­ten immer noch gutes Geld mit ihr – sie wur­de, wie in der Bran­che üblich, mit einem Dar­stel­ler­ge­halt abge­speist. Dies steht in kei­ner Wei­se in einem Ver­hält­nis zu dem, was sie für Ihre "Kar­rie­re" als Por­no­star Mia Kha­li­fa geop­fert hat.

Alles änderte sich schlagartig, wegen einer Kopfbedeckung

Der Dezem­ber 2014 ver­än­dert alles in ihrem Leben. Über­nacht wird sie zum bekann­tes­ten Por­no­star auf der größ­ten Por­no­platt­form schlecht­hin – Porn­hub. Aber nicht, weil sich Mia Kha­li­fa hier beson­ders gut räkelt oder weil sie mit einem Pro­mi­nen­ten gesich­tet wur­de, son­dern viel­mehr, weil sie gegen ein abso­lu­tes "No-Go" ver­stieß: Sie trug in einem ihrer Clips einen Hijab.

Obwohl sie die­sen laut eige­nen Aus­sa­gen vor der Pro­duk­ti­on ablehn­te und Beden­ken äußer­te, trau­te sie sich nicht, sich mehr zu behaup­ten und kate­go­risch das Tra­gen des Kopf­tu­ches zu ver­wei­gern. Mia Kha­li­fa sah sich genö­tigt, dem Dreh­buch Fol­ge zu leis­ten und dreh­te, trotz aller Beden­ken die­ses Filmchen.

Bigottes Denken bei Zuschauern, Familie und Gesellschaft

Die Por­no­pro­du­zen­ten wuss­ten ver­mut­lich, dass sie hier etwas los­tre­ten wür­den. Reli­gio­si­tät und wil­der, hem­mungs­lo­ser Sex ste­hen nicht nur im Gegen­satz zu ein­an­der, bei­des wird auch von den Anhän­gern mit viel Emo­tio­nen ver­tei­digt. Ihre Fami­lie wur­de auf­grund der Reso­nanz auf den Neben­job ihrer Toch­ter – die etwa 12.000 Dol­lar für alle Fil­me erhielt – auf­merk­sam und distan­zier­te sich klar von ihrer Toch­ter. Auch wenn weder Por­no­star Mia Kha­li­fa noch einer ihrer Fami­li­en­mit­glie­der mus­li­misch waren, nah­men sie es als gene­rel­len Affront wahr. Ein Ver­stoß gegen ihr kon­ser­va­ti­ves Welt­bild, gegen jeden Wert, den sie ver­sucht hat­ten ihrer Toch­ter mit­zu­ge­ben und ver­mut­lich auch Scham, dass jeder die eige­ne Toch­ter auf die­se Art und Wei­se sehen konnte.

Direkt zum ara­bi­schen Porno

Für Mia Kha­li­fa zer­brach das gan­ze bis­he­ri­ge Leben. Ein Leben, dass nicht nur sie als Por­no­star führ­te, son­dern vor allem ihr pri­va­tes Gefü­ge. Hat­te sie ihre Lei­den­schaft zuvor vor ihrer Fami­lie und ihren Freun­den ver­bor­gen, schrill­ten die Klick­zah­len für eben jenen Clip bin­nen weni­ger Tage enorm in die Höhe – alle sahen die­sen Film, aber kei­ner woll­te ihn gese­hen haben. Dies ist genau jenes Den­ken, dass Por­no­star Mia Kha­li­fa beson­ders betrof­fen mach­te: einer­seits gab es da Zuschau­er, die sich an ihren Film­chen, und hier­bei allen vor­an der Clip mit dem Hijab, auf­geil­ten, ande­rer­seits waren es vor­ran­gig eben die, die sie dafür kri­ti­sier­ten. Ein bigot­tes Den­ken zwi­schen der eige­nen Geil­heit und einem Moral­den­ken, dass man selbst nur augen­schein­lich erfül­len kann.

Religion, Morddrohungen, Verleumdungen und Geilheit

Por­no­clips sind geil! Und kaum jemand hat in sei­nem Leben noch kei­nen gese­hen. Häu­fig sucht man als Zuschau­er genau jene Film­chen, auf die man beson­ders steht. Hier fal­len auch reli­giö­se The­men immer wie­der ins Gewicht. Sex als Non­ne und Pries­ter, Sex im Beicht­stuhl und ähn­li­ches. All dies löst kei­ne Auf­schreie mehr auf. Hat man sich hier­an schon gewohnt? Ver­mut­lich ist dem so. Längst ist es kein Pro­blem mehr, oder viel­leicht war es das auch noch nie, wenn Por­no­stars Ket­ten mit Kreu­zen oder Tat­toos mit reli­giö­sen Moti­ven tra­gen und dabei Stöh­nen, Bla­sen und sich in alle Löcher etwas ste­cken las­sen. Gren­zen gibt es kaum, es gibt für (fast) alles einen ent­spre­chen­den Markt.

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Was war beim Por­no­star Mia Kha­li­fa aber das Pro­blem? Zum einen passt sie mit ihrem ara­bi­schen Aus­se­hen per­fekt in das Bild einer Mus­li­ma, obwohl sie selbst Katho­li­kin ist, zum ande­ren gab es sol­che Clips noch nicht, weil sich nie­mand an die­ses Metier her­an­ge­traut hat­te. Bis Bang Bros ihre per­fek­te Prot­ago­nis­tin gefun­den hat­ten: Mia Kha­li­fa. Der Pro­duk­ti­ons­fir­ma konn­te fast nichts bes­se­res pas­sie­ren, als die­ser Auf­schrei, der durch die Por­no­bran­che ging und die brei­te Gesell­schaft erreich­te. Alle woll­ten die­sen besag­ten Clip sehen, das spie­geln die Klick­zah­len deut­lich wider.

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Nicht nur, weil jede ein­zel­ne Per­son wis­sen woll­te, über was es sich auf­zu­re­gen galt, son­dern auch, um der eige­nen Geil­heit zu frö­nen. Eine Geil­heit, die man bei sich als Zuschau­er nur all­zu schnell als "nor­mal" ansieht, den Por­no­dar­stel­lern jedoch völ­lig abspricht. Dem männ­li­chen Dar­stel­ler, der in dem Clip mit Por­no­star Mia Kha­li­fa und einer wei­te­ren Dar­stel­le­rin – auch mit Hijab beklei­det – Sex hat­te, wur­de die­ser Film nicht zum Ver­häng­nis. Dies spie­gelt ein äußerst ver­que­res Den­ken wie­der: zum einen ist Geil­heit etwas, dass nur ein­zel­ne dür­fen und wenn Män­ner mit Tabus bre­chen, ist dies weit weni­ger schlimm, als wenn Frau­en dies tun. Ver­rück­te Welt, auch oder gera­de im Pornogeschäft.

Das Leben zerbrach und Pornostar Mia Khalifa fast mit ihm

Mia Kha­li­fa wur­de nicht nur in den sozia­len Medi­en ange­fein­det, son­dern auch auf der Stra­ße wüst beschimpft und ange­fein­det. Zudem wur­de ihre pri­va­te Adres­se aus­fin­dig gemacht und kla­re Mord­dro­hun­gen geäu­ßert. Selbst der IS schal­te­te sich ein – um ein Frau­en­bild in dem dar­ge­stell­ten Clip anzu­f­ein­den, das ver­mut­lich auch ihnen Spaß berei­ten würde.

Direkt zum ara­bi­schen Porno

Wer­den doch Mos­lems laut ihrem Glau­ben im Jen­seits mit 72 Jung­frau­en belohnt. Mut­maß­lich sind die­se Damen dann nicht zum Kar­ten­spie­len gedacht. Ohne den mus­li­mi­schen Glau­ben in sei­nen Grund­fes­ten zu kri­ti­sie­ren – auch dies ist bigot­tes Den­ken und ein Irr­glau­be zudem, dass isla­mi­sche Män­ner nicht ger­ne Sex haben und sich nicht auch mal selbst befrie­di­gen, wäh­rend sie einen ein­schlä­gi­gen Film sehen.

Leben wieder im Griff – ein Leben nach dem Erotikstar

Por­no­star Mia Kha­li­fa brach mit der Bran­che als Star. Was jedoch blieb, ist der Anspruch auf künf­tig fair pro­du­zier­te Clips und Fil­me, in denen die Dar­stel­ler und Dar­stel­le­rin­nen auch durch Pro­duk­ti­ons­fir­men geschützt wer­den. Por­no­star Mia Kha­li­fa stand allei­ne da, als die Welt um sie her­um zer­brach, das möch­te sie künf­ti­gen Kol­le­gin­nen erspa­ren und kämpft nicht nur für fai­re Ver­trä­ge, son­dern auch für bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen. Hier­bei neh­men eini­ge Pro­duk­ti­ons­fir­men und Regis­seu­re durch­aus eine Vor­rei­ter­stel­lung ein – mit bezahl­ten Clips, für bes­se­re Pornos.

Lei­der muss sich die­ses Sys­tem noch durch­set­zen, da die Kun­den es gewohnt sind, sich durch unzäh­li­ge und vor allem kos­ten­lo­se Clips zu kli­cken. Das muss sich ändern. Und lei­der lebt die Indus­trie nach wie vor von unzäh­li­gen Dar­stel­le­rin­nen und Dar­stel­lern, von unmög­li­chen Ver­trä­gen und mie­sen Bedin­gun­gen, teils schmerz­haf­ten Prak­ti­ken und einem Ver­dienst, der nicht bei den Prot­ago­nis­ten liegt.
Gro­ße Ver­än­de­run­gen brau­chen jedoch Zeit. Das weiß auch er ehe­ma­li­ge Por­no­star Mia Khalifa.

Sie nimmt es mitt­ler­wei­le mit einer gewis­sen Por­ti­on Humor und hat ihr Leben wie­der voll im Griff – als Mode­ra­to­rin für Sport. In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten hat sie sich damit mitt­ler­wei­le fest eta­bliert und lebt ein "seriö­ses" Leben. Für ihr Leben als Por­no­star muss sie sich nicht schä­men, auch wenn sie weiß, dass sie die Ver­gan­gen­heit immer mit sich her­um­tra­gen wird. Eine Epi­so­de in ihrem Leben, die sie eines gelehrt hat: die Welt lebt viel mehr vom Schein als vom Sein und Auf­stieg und Fall lie­gen sehr nahe beieinander.

Por­no­clips sol­len Spaß berei­ten, für Befrie­di­gung sor­gen und Sehn­süch­te erfül­len, die das "rea­le" Leben viel­leicht manch­mal nicht erfül­len kann. Leben zer­stö­ren soll­ten die­se Clips nicht. Aber Mia Kha­li­fa ist nicht allei­ne. Der ein­zi­ge Unter­schied, sie hat sich aus dem gro­ßen Fias­ko her­aus­ge­kämpft und ist heu­te stär­ker denn je. Sie ist nicht zer­bro­chen, im Gegen­satz zu ande­ren Kol­le­gin­nen, von denen sich man­che sogar das (oft noch jun­ge) Leben genom­men haben.

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