Die tragische Geschichte von Pornostar Mia Khalifa

Von Stephan Gubenbauer
Voraussichtliche Lesedauer: 7 Minuten
Die tragische Geschichte von Pornostar Mia Khalifa
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Doppelmoral, ausbeuterische Verträge und ein zerstörtes Leben

Fair produzierte Pornofilme gibt es nur wenige, aber die Geschichte von Pornostar Mia Khalifa zeigt deutlich, wie wichtig es ist, auch den Darstellern den notwendigen Respekt zu zollen – und sie fair zu entlohnen. Zudem sollten sie als Person mehr zur Geltung kommen, zeigen Sie doch alles optische von sich in ihren zahlreichen Filmen – mit teils weitreichenden Folgen.

Pornostar Mia Khalifa: Strenge Wertvorstellungen treffen auf sexuelle Freiheit

Die tragische Geschichte von Pornostar Mia KhalifaPornostar Mia Khalifa wird 1993 im Libanon als Kind katholischer Eltern geboren. In einem System, dass sehr prüde, eingefahren und konservativ ist. Als sie in die USA emigrieren, scheint das neue Land als Freiheit pur. Freiheit für einen jungen Menschen wie Mia, sich selbst und das Leben zu entdecken. Schnell wird die Pornoindustrie auf die arabische Schönheit aufmerksam und Mia Khalifa wird zum Pornosternchen. Nichts ahnend, was das für ihr späteres Leben bedeuten wird.

Ihren Eltern verheimlicht Pornostar Mia Khalifa, die eigentlich Geschichte in Texas studiert hat, ihre, in Miami gestartete, Filmkarriere. Wohl wissend, dass diese davon alles andere als begeistert sein würden. Was als die Chance bei der Produktionsfirma Bang Bros aussah, wird aber bald zum absoluten Fiasko.

Seit Jahren erfolgreich – aber zu was für einem Preis?

Seit Jahren dominiert die dunkelhaarige Schönheit die Rankings auf allen großen Plattformen, wie Pornhub und Co. Und das, obwohl Pornostar Mia Khalifa nur etwa drei Monate und nur etwa ein Dutzend Filmchen gedreht hat ist sie die ungeschlagene Nummer eins – seit 2015.

Direkt zum deutschen Traum

So alt sind Ihre Clips mittlerweile und auch nach mehr als sieben Jahren hat sie weder etwas an ihrer Bekanntheit noch an der Beliebtheit Ihrer Filme eingebüßt. Würde sich hier ein anderer Pornostar freuen, zahlreiche Events und ähnliches wahrnehmen, sieht es bei Mia Khalifa jedoch leider völlig anders aus.

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Sie hat gebrochen mit dem Metier, mit einer Branche, die sie als Ware sah und dies immer noch tut. Im Gegensatz zur Darstellerin, verdienen ihre einstigen Produzenten immer noch gutes Geld mit ihr – sie wurde, wie in der Branche üblich, mit einem Darstellergehalt abgespeist. Dies steht in keiner Weise in einem Verhältnis zu dem, was sie für Ihre „Karriere“ als Pornostar Mia Khalifa geopfert hat.

Alles änderte sich schlagartig, wegen einer Kopfbedeckung

Der Dezember 2014 verändert alles in ihrem Leben. Übernacht wird sie zum bekanntesten Pornostar auf der größten Pornoplattform schlechthin – Pornhub. Aber nicht, weil sich Mia Khalifa hier besonders gut räkelt oder weil sie mit einem Prominenten gesichtet wurde, sondern vielmehr, weil sie gegen ein absolutes „No-Go“ verstieß: Sie trug in einem ihrer Clips einen Hijab.

Obwohl sie diesen laut eigenen Aussagen vor der Produktion ablehnte und Bedenken äußerte, traute sie sich nicht, sich mehr zu behaupten und kategorisch das Tragen des Kopftuches zu verweigern. Mia Khalifa sah sich genötigt, dem Drehbuch Folge zu leisten und drehte, trotz aller Bedenken dieses Filmchen.

Bigottes Denken bei Zuschauern, Familie und Gesellschaft

Die Pornoproduzenten wussten vermutlich, dass sie hier etwas lostreten würden. Religiosität und wilder, hemmungsloser Sex stehen nicht nur im Gegensatz zu einander, beides wird auch von den Anhängern mit viel Emotionen verteidigt. Ihre Familie wurde aufgrund der Resonanz auf den Nebenjob ihrer Tochter – die etwa 12.000 Dollar für alle Filme erhielt – aufmerksam und distanzierte sich klar von ihrer Tochter. Auch wenn weder Pornostar Mia Khalifa noch einer ihrer Familienmitglieder muslimisch waren, nahmen sie es als generellen Affront wahr. Ein Verstoß gegen ihr konservatives Weltbild, gegen jeden Wert, den sie versucht hatten ihrer Tochter mitzugeben und vermutlich auch Scham, dass jeder die eigene Tochter auf diese Art und Weise sehen konnte.

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Für Mia Khalifa zerbrach das ganze bisherige Leben. Ein Leben, dass nicht nur sie als Pornostar führte, sondern vor allem ihr privates Gefüge. Hatte sie ihre Leidenschaft zuvor vor ihrer Familie und ihren Freunden verborgen, schrillten die Klickzahlen für eben jenen Clip binnen weniger Tage enorm in die Höhe – alle sahen diesen Film, aber keiner wollte ihn gesehen haben. Dies ist genau jenes Denken, dass Pornostar Mia Khalifa besonders betroffen machte: einerseits gab es da Zuschauer, die sich an ihren Filmchen, und hierbei allen voran der Clip mit dem Hijab, aufgeilten, andererseits waren es vorrangig eben die, die sie dafür kritisierten. Ein bigottes Denken zwischen der eigenen Geilheit und einem Moraldenken, dass man selbst nur augenscheinlich erfüllen kann.

Religion, Morddrohungen, Verleumdungen und Geilheit

Pornoclips sind geil! Und kaum jemand hat in seinem Leben noch keinen gesehen. Häufig sucht man als Zuschauer genau jene Filmchen, auf die man besonders steht. Hier fallen auch religiöse Themen immer wieder ins Gewicht. Sex als Nonne und Priester, Sex im Beichtstuhl und ähnliches. All dies löst keine Aufschreie mehr auf. Hat man sich hieran schon gewohnt? Vermutlich ist dem so. Längst ist es kein Problem mehr, oder vielleicht war es das auch noch nie, wenn Pornostars Ketten mit Kreuzen oder Tattoos mit religiösen Motiven tragen und dabei Stöhnen, Blasen und sich in alle Löcher etwas stecken lassen.

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Was war beim Pornostar Mia Khalifa aber das Problem? Zum einen passt sie mit ihrem arabischen Aussehen perfekt in das Bild einer Muslima, obwohl sie selbst Katholikin ist, zum anderen gab es solche Clips noch nicht, weil sich niemand an dieses Metier herangetraut hatte. Bis Bang Bros ihre perfekte Protagonistin gefunden hatten: Mia Khalifa. Der Produktionsfirma konnte fast nichts besseres passieren, als dieser Aufschrei, der durch die Pornobranche ging und die breite Gesellschaft erreichte. Alle wollten diesen besagten Clip sehen, das spiegeln die Klickzahlen deutlich wider.

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Nicht nur, weil jede einzelne Person wissen wollte, über was es sich aufzuregen galt, sondern auch, um der eigenen Geilheit zu frönen. Eine Geilheit, die man bei sich als Zuschauer nur allzu schnell als „normal“ ansieht, den Pornodarstellern jedoch völlig abspricht. Dem männlichen Darsteller, der in dem Clip mit Pornostar Mia Khalifa und einer weiteren Darstellerin – auch mit Hijab bekleidet – Sex hatte, wurde dieser Film nicht zum Verhängnis. Dies spiegelt ein äußerst verqueres Denken wieder: zum einen ist Geilheit etwas, dass nur einzelne dürfen und wenn Männer mit Tabus brechen, ist dies weit weniger schlimm, als wenn Frauen dies tun. Verrückte Welt, auch oder gerade im Pornogeschäft.

Das Leben zerbrach und Pornostar Mia Khalifa fast mit ihm

Mia Khalifa wurde nicht nur in den sozialen Medien angefeindet, sondern auch auf der Straße wüst beschimpft und angefeindet. Zudem wurde ihre private Adresse ausfindig gemacht und klare Morddrohungen geäußert. Selbst der IS schaltete sich ein – um ein Frauenbild in dem dargestellten Clip anzufeinden, das vermutlich auch ihnen Spaß bereiten würde.

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Werden doch Moslems laut ihrem Glauben im Jenseits mit 72 Jungfrauen belohnt. Mutmaßlich sind diese Damen dann nicht zum Kartenspielen gedacht. Ohne den muslimischen Glauben in seinen Grundfesten zu kritisieren – auch dies ist bigottes Denken und ein Irrglaube zudem, dass islamische Männer nicht gerne Sex haben und sich nicht auch mal selbst befriedigen, während sie einen einschlägigen Film sehen.

Leben wieder im Griff – ein Leben nach dem Erotikstar

Pornostar Mia Khalifa brach mit der Branche als Star. Was jedoch blieb, ist der Anspruch auf künftig fair produzierte Clips und Filme, in denen die Darsteller und Darstellerinnen auch durch Produktionsfirmen geschützt werden. Pornostar Mia Khalifa stand alleine da, als die Welt um sie herum zerbrach, das möchte sie künftigen Kolleginnen ersparen und kämpft nicht nur für faire Verträge, sondern auch für bessere Arbeitsbedingungen. Hierbei nehmen einige Produktionsfirmen und Regisseure durchaus eine Vorreiterstellung ein – mit bezahlten Clips, für bessere Pornos.

Leider muss sich dieses System noch durchsetzen, da die Kunden es gewohnt sind, sich durch unzählige und vor allem kostenlose Clips zu klicken. Das muss sich ändern. Und leider lebt die Industrie nach wie vor von unzähligen Darstellerinnen und Darstellern, von unmöglichen Verträgen und miesen Bedingungen, teils schmerzhaften Praktiken und einem Verdienst, der nicht bei den Protagonisten liegt.
Große Veränderungen brauchen jedoch Zeit. Das weiß auch er ehemalige Pornostar Mia Khalifa.

Erotisches Flüstern bis zum Orgasmus: Was steckt hinter ASMR?

Sie nimmt es mittlerweile mit einer gewissen Portion Humor und hat ihr Leben wieder voll im Griff – als Moderatorin für Sport. In den Vereinigten Staaten hat sie sich damit mittlerweile fest etabliert und lebt ein „seriöses“ Leben. Für ihr Leben als Pornostar muss sie sich nicht schämen, auch wenn sie weiß, dass sie die Vergangenheit immer mit sich herumtragen wird. Eine Episode in ihrem Leben, die sie eines gelehrt hat: die Welt lebt viel mehr vom Schein als vom Sein und Aufstieg und Fall liegen sehr nahe beieinander.

Pornoclips sollen Spaß bereiten, für Befriedigung sorgen und Sehnsüchte erfüllen, die das „reale“ Leben vielleicht manchmal nicht erfüllen kann. Leben zerstören sollten diese Clips nicht. Aber Mia Khalifa ist nicht alleine. Der einzige Unterschied, sie hat sich aus dem großen Fiasko herausgekämpft und ist heute stärker denn je. Sie ist nicht zerbrochen, im Gegensatz zu anderen Kolleginnen.

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