Erotiklexikon: Bondage

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    Bondage
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    Fesseln und gefesselt werden

    Bondage ist im BDSM der Sammelbegriff für Fesselungen und Bewegungseinschränkungen. Das aus dem Englischen stammende Wort hat außerdem die Bedeutung Unfreiheit oder Knechtschaft. Außerdem ist es in seinen sämtlichen Facetten in dem Begriff BDSM enthalten. Dieser setzt sich aus Bondage & Disziplin, Dominanz & Submission (Unterwerfung), Sadismus & Masochismus zusammen.


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    Bei Fesselspielen geht es um Ausübung von Macht und das Gefühl von Machtlosigkeit. Den Kick beziehen die Anhänger daraus, sich hinzugeben und total auszuliefern. Man spricht von “fliegen”, wenn der submissive Part sich in einer Art Trance befindet, ausgelöst durch die Bondage. Wie bei anderen Sexspielen mit sadomasochistischem Charakter spielen Vertrauen und Respekt eine wichtige Rolle. Der Wunsch nach Fesselungen als sexuelle Stimulation sollte bei beiden Partnern bestehen und die Ausübung freiwillig geschehen.

    Fesselungen werden auch außerhalb von BDSM-Zusammenhängen praktiziert. Manchmal dienen diese nicht gezielt der Erotik, sondern können mit Schwerpunkten wie Konzentration und Sensitivität vollzogen werden. Es findet auch Bondage im weitesten künstlerischen Sinn statt, wobei der Fokus auf die Ästhetik gerichtet ist. Als Beispiel genannt seien hier die RopeTrance und die RopeArt als Kunstform, als kunstvolle Verschnürung des Ropebunnys. Sogar zu Therapiezwecken kann Bondage eingesetzt werden.

    Fesselnde Techniken und Methoden des Bondage

    Unterschieden wird zwischen sechs Kategorien: Bekannt ist das Zusammenbinden von Gliedmaßen mit Riemen, Seilen oder Handschellen. Das Spreizen von Körperteilen – beispielsweise beim Andreaskreuz – ist eine weitere verbreitete Praktik. Das Festbinden an Objekten wie Stuhl, Tisch oder einem Gitter kommt ebenfalls häufig vor. Als Praktik aus dem Hardcore-Bereich gilt das Aufhängen des Körpers, auch kopfüber. Diese wird Hängebondage oder Suspension Bondage genannt. Daneben ist der Hogtie eine gängige Methode, sein Rope Bunny bewegungsunfähig zu machen. Beliebt ist auch die einfache Oberkörperfesselung.

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    Die gewünschte Bewegungseinschränkung bei Fesselspielen erzielen bestimmte Utensilien. Dazu zählen Korsett, Fesselrock oder Humbler (Hodenklemme). Nicht zuletzt haben Einpacken und Einwickeln eines Körpers ihre Liebhaber. Diese Praktik funktioniert mit Stoff, Folie, Klebeband und ähnlichen Hilfsmitteln.

    Als “Gott” der Szene gilt Bondage-Meister Osada Steve, der auch als Rigger Workshops gibt. Er lehrt neben Shibari, Takate Kote und Kinbaku auch Tsuri.

    Weitere Details zum Bondage

    Grundsätzlich kann bei Fesselspielen jede Art von Material Verwendung finden, um eine Person zu fixieren oder in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken. In der Regel verwendet ein Rigger Hanf- oder Juteseile, um sein Ropebunny zu verschnüren. Baumwollseile werden eher selten verwendet, da sich die Knoten zu eng zusammenziehen. Manche Spielpartner benutzen für ihre Fesselung eine spezielle Ausrüstung, andere greifen zu Alltagsgegenständen. Häufig kommt auch sogenanntes verbales Bondage zum Einsatz. Diese Variante beruht auf spontanen Anweisungen und Befehlen. Ferner sind entsprechende Rituale mit festen Regeln möglich, die den passiven Partner und seine Bewegungsfreiheit betreffen.

    Die softe Bondage-Variante spielt sich mit Schals, Seidentüchern, Nylons, Krawatten oder Gürteln ab. Diese Accessoires dienen oft auch zum Verbinden der Augen, wofür ebenfalls Schlafmasken benutzt werden.

    Bondage ist eine sexuelle Praktik, die als Teil des BDSM (Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism) gesehen wird. Es geht dabei um das Fesseln und Einschränken der Bewegungsfreiheit einer Person mit dem Ziel der sexuellen Stimulation oder als Teil eines Machtgefälles.

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    Es gibt viele verschiedene Arten von Bondage, von einfachen Handfesseln bis hin zu komplexen Suspensionen, bei denen eine Person vollständig in der Luft hängt. Einige der häufigsten Arten von Bondage sind:

    • Handfesseln: Die Hände werden miteinander oder an einem Gegenstand befestigt.
    • Fußfesseln: Die Füße werden miteinander oder an einem Gegenstand befestigt.
    • Hogtie: Die Hände und Füße werden zusammengebunden, so dass die Person auf dem Bauch liegt.
    • Shibari: Eine japanische Form des Bondage, bei der spezielle Knotentechniken verwendet werden.
    • Suspension: Die Person wird in der Luft aufgehängt, meist an Seilen oder Ketten.

    Die Wurzeln des Bondage reichen weit zurück in die Geschichte der Menschheit, aber seine moderne Form hat ihren Ursprung in der japanischen Kultur. Hier wurde Bondage seit dem 14. Jahrhundert als Teil der Kunstform des Kinbaku (auch Shibari genannt) praktiziert. Dabei geht es nicht nur um das Fesseln, sondern auch um Ästhetik und Spiritualität. Die Kunst des Shibari wurde von Generation zu Generation weitergegeben und ist auch heute noch ein wichtiger Teil der japanischen Kultur.

    In den 1950er Jahren begann der japanische Bondage-Meister Osada Steve, seine Techniken und Philosophien auch außerhalb Japans zu verbreiten. Er war einer der ersten, der das Shibari in der westlichen Welt bekannt machte und beeinflusste damit die Entwicklung des Bondage im BDSM. Seine Techniken sind sehr anspruchsvoll und erfordern viel Erfahrung und Übung, aber sie haben das Bondage als Kunstform und sexuelle Praktik nachhaltig geprägt.

    Juristische Aspekte des Bondage

    Wichtiger Hinweis: Wir können und dürfen keine Rechtsberatung leisten und keine rechtsgültigen Aussagen treffen. Der folgende Text dient nur zu Informationszwecken und ist kein Ersatz für eine professionelle rechtliche Beratung.

    Im Hinblick auf Bondage und das deutsche Strafrecht gibt es einige Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. So kann das Ausüben von Bondage-Praktiken bei Einwilligung aller Beteiligten grundsätzlich legal sein, jedoch gibt es Grenzen und Ausnahmen, die zu beachten sind.

    Grundsätzlich ist im deutschen Strafrecht die Einwilligung als Rechtfertigungsgrund anerkannt. Dies bedeutet, dass eine Handlung, die im Normalfall strafbar wäre, durch die Einwilligung des Betroffenen straffrei bleiben kann. Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen. Insbesondere sind Handlungen, die die Würde des Menschen verletzen, nicht durch Einwilligung gerechtfertigt.

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    In Bezug auf Bondage ist daher zu unterscheiden, welche Praktiken ausgeübt werden und ob diese die Würde des Menschen verletzen können. Dabei kann es auf die konkrete Ausgestaltung der Praktiken ankommen. Während beispielsweise das Fesseln einer Person an sich noch nicht zwingend eine Verletzung der Würde darstellt, kann dies anders aussehen, wenn die Person dabei auch noch gedemütigt oder erniedrigt wird.

    Auch wenn alle Beteiligten einvernehmlich in die Praktiken eingewilligt haben, kann es strafrechtliche Konsequenzen geben, wenn Dritte davon Kenntnis erlangen und Anzeige erstatten. Hier kann es auf den Einzelfall ankommen, ob eine strafbare Handlung vorliegt oder nicht. In jedem Fall sollten sich Personen, die Bondage ausüben möchten, darüber im Klaren sein, dass dies nicht ohne Risiken ist und in der Öffentlichkeit oft auf Unverständnis oder sogar Ablehnung stoßen kann.

    Zusammenfassend kann man sagen, dass Bondage-Praktiken grundsätzlich durch die Einwilligung aller Beteiligten gerechtfertigt sein können, sofern dabei nicht die Würde des Menschen verletzt wird. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass dies kein Freibrief ist und die Ausübung von Bondage mitunter strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

    Bondage ist japanischen Urspungs

    Bondage, auch bekannt als Kinbaku oder Shibari, hat seinen Ursprung in Japan und hat dort eine lange Tradition. In der japanischen Kultur hat Bondage eine ästhetische und erotische Bedeutung. Es ist Teil der japanischen BDSM-Szene und wird als eine Form der Kunst und des Handwerks betrachtet.

    Das Wort Shibari stammt aus dem Japanischen und bedeutet “knoten” oder “binden”. In der japanischen Kultur wurde Bondage ursprünglich als eine Form der Folter und Bestrafung eingesetzt. Im Mittelalter wurden Kriminelle, Sklaven und Gefangene oft mit Seilen gefesselt, um ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken. Im Laufe der Zeit wurde Bondage jedoch zu einer Kunstform und fand seinen Weg in die erotische Szene.

    Osada Steve, ein bekannter japanischer Bondage-Künstler, hat einen großen Einfluss auf die moderne BDSM-Szene. Steve, der auch als Osada Eikichi bekannt ist, war ein Schüler des berühmten Kinbaku-Meisters Akechi Denki. Er entwickelte seinen eigenen Stil, der für seine harten Techniken und seine ästhetische Darstellung bekannt ist. Er reiste in viele Länder und gab Workshops und Vorführungen, um seine Techniken weiterzugeben.

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    In der modernen japanischen BDSM-Szene ist Bondage eine beliebte Praktik. Es gibt zahlreiche Clubs, Workshops und Veranstaltungen, die sich dem Thema Bondage widmen. Es ist auch ein wichtiger Bestandteil des japanischen Fetischismus. In der japanischen Popkultur taucht Bondage oft in Filmen, Comics und Büchern auf.

    Es ist wichtig zu betonen, dass in Japan wie auch in anderen Ländern Bondage nur legal ist, wenn alle Beteiligten einwilligen und das Spiel sicher durchgeführt wird. Unfreiwillige oder unsichere Praktiken werden von der japanischen Regierung streng geahndet.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bondage in Japan eine lange Tradition hat und Teil der japanischen BDSM-Szene ist. Es hat seinen Weg in die moderne erotische Szene gefunden und wird von vielen Menschen weltweit praktiziert.

    Bondage im europäischen Mittelalter

    Da Bondage auch eine lange Geschichte in der Kultur der westlichen Welt hat, lohnt es sich, einen Blick auf die Verwendung von Bondage im Mittelalter zu werfen.

    Im Mittelalter wurden viele Formen der Körperstrafen und -kontrolle eingesetzt, darunter auch das Fesseln. Insbesondere in kirchlichen Kreisen war es üblich, Sünde und Vergehen durch körperliche Buße zu bestrafen. Ein Beispiel dafür ist die Praxis des Flagellierens, bei der eine Person mit Peitschen oder anderen Schlägen bestraft wurde, um ihre Sünden zu sühnen.

    Es ist bekannt, dass auch die Praxis des Fesselns im Mittelalter eingesetzt wurde. Eine Form des Fesselns, die als “Stocks” bekannt war, wurde zum Beispiel zur Bestrafung von Kriminellen eingesetzt. Dabei wurden Hände und Füße der Person in Holzstöcke gelegt und dort fixiert.

    Es gibt auch einige Berichte über erotische Verwendung von Fesseln im Mittelalter. Ein Beispiel ist die Geschichte von Chaucers “Ritterliche Erzählung”, in der eine Frau ihren Geliebten fesselt und sich ihm dann unterwirft.

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    Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass die meisten Berichte über erotische Verwendung von Fesseln im Mittelalter aus fiktiven literarischen Werken stammen und möglicherweise nicht repräsentativ für die tatsächliche Praxis waren.

    Insgesamt war Bondage im Mittelalter vor allem mit der Anwendung von körperlichen Strafen und der Kontrolle von Verbrechern verbunden. Erotische Verwendung von Fesseln scheint eher selten gewesen zu sein und wurde vor allem in literarischen Werken dargestellt.

    Bondage in der Literatur

    Bondage ist nicht nur ein Thema in der Praxis, sondern auch in der Literatur. Schon seit Jahrhunderten finden sich Texte, in denen die Fesselung und Unterwerfung anderer Menschen thematisiert wird. Einige Werke haben dabei sogar das Genre des BDSM geprägt und bis heute beeinflusst.

    Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Marquis de Sade. Der französische Schriftsteller lebte im 18. Jahrhundert und wurde bekannt für seine expliziten und gewalttätigen Schilderungen von Sexualpraktiken. In seinen Werken tauchen immer wieder Szenen auf, in denen Menschen gefesselt und dominiert werden. Dabei ging es ihm nicht nur um die Darstellung sexueller Gewalt, sondern auch um die Provokation der Gesellschaft und die Kritik an deren Moralvorstellungen.

    Ein weiteres bedeutendes Werk ist “Venus im Pelz” von Leopold von Sacher-Masoch. Der Roman erschien im Jahr 1870 und prägte den Begriff “Masochismus”, der heute als Bezeichnung für die Lust an der eigenen Unterwerfung bekannt ist. Im Roman geht es um den Schriftsteller Severin von Kusiemski, der sich in Wanda von Dunajew verliebt, eine junge Frau, die ihn fortan dominiert und quält. Dabei wird deutlich, dass Severin nicht nur Lust an der Unterwerfung, sondern auch am Schmerz empfindet.

    Auch in der modernen Literatur spielt Bondage eine Rolle. Ein Beispiel hierfür ist die “Fifty Shades of Grey”-Reihe von E.L. James, die in den letzten Jahren für Aufsehen sorgte. Die Trilogie erzählt die Geschichte der jungen Anastasia Steele, die eine Beziehung mit dem wohlhabenden Geschäftsmann Christian Grey eingeht. Grey führt Anastasia in die Welt des BDSM ein und die beiden erleben dabei verschiedene Bondage-Szenarien.

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    In der Literatur wird Bondage häufig als Ausdruck von Machtverhältnissen dargestellt. Dabei geht es oft um die Dominanz einer Person über eine andere und um die Lust an der Unterwerfung. Die Darstellung von Bondage-Szenen in der Literatur kann dabei auch dazu beitragen, gesellschaftliche Tabus zu brechen und alternative Sexualpraktiken zu normalisieren.

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    Synonyme:
    Fesselspiele, Fixierung
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