Start Interviews & Porträts Osada Steve – der Bondage-Gott im Porträt

Osada Steve – der Bondage-Gott im Porträt

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Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten
Der Bondage-Gott: Wer ist Osada Steve?

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Japan, Tokio, Fesseln, Shibari und Kinbaku

Osada Steve: Fernöstlicher Bondage-Meister?

Osada Steve begann seine Karriere als pornographischer Fesselungskünstler in den 90er Jahren als Schüler des legendären Osada Eikichi (1925-2001). Nachdem er mehrere Jahre keinen festen Wohnsitz hatte und jeweils etwa ein Jahr in den ostasiatischen Staaten Indien, Thailand und Hong Kong gelebt hatte, entschied er sich in den 1980ern, nach Japan zu ziehen, wo Osada Steve bis heute lebt und arbeitet. Außerdem war er, bevor er sich dauerhaft für Japan entschied, jahrelang im ostasiatischen Raum auf Reisen. Er besuchte hierbei Sri Lanka, Malaysia, Bangladesch, Myanmar, Korea, Taiwan, China und Vietnam.

Der Bondage-Gott: Wer ist Osada Steve?Unterwegs in Japans tabuisierter BDSM-Subkultur

Bevor Osada Steve auf Osada Eikichi traf und sich beruflich auf die Bondage festlegte, beschäftigte er sich in den 1980er Jahren zunächst mit japanischen Kampfstilen. Vor allem mit Shotokan-Karate und Aikido. Danach war er jahrelang als Fotograf aktiv. Zunächst vor allem aus finanziellen Gründen für die japanische Modeindustrie. Sein Interesse galt jedoch mehr und mehr dem BDSM. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Fotograf für sadomasochistische Aktdarstellungen begab sich Osada Steve tief hinein in die japanische BDSM-Szene. Diese ist in Japan noch mehr als in Deutschland tabuisiert und kriminalisiert.

Wie so oft trug diese Sichtweise der japanischen Gesellschaft und Regierung ironischerweise dazu bei, dass die Szene in Japan besonders »abnormal« ist und bisweilen auch ein nicht unbedeutendes Maß krimineller Energie aufweist. Da Japan sich kaum für die landeseigene SM-Szene interessiert, mischt dort auch die Yakuza (die japanische Mafia) mit.

Der Bondage-Gott: Wer ist Osada Steve?Osada Steve in Tokio 1990: Nährboden für Japans normale abnormale Fantasien

In den 90er Jahren fotografierte und dokumentierte Osada Steve einen bedeutenden Teil der spannenden Tokioter Fetisch-Szene. Im Rahmen dieser Tätigkeit traf er schließlich auch auf den Rigger Osada Eikichi, Meister des japanischen Bondage-Stils Kinbaku. Eikichi wurde Steves Mentor und unterrichte ihn in Kinbaku. Im Gegenzug half Steve ihm bei seinen Aufführungen in japanischen Untergrundetablissements und Strip-Clubs. Es war eine Win-Win-Situation für die beiden, die sich von nun an gegenseitig unterstützten.

Nach Eikichis krankheitsbedingtem Ruhestand im Januar 2001 und seinem anschließenden Tod übernahm Steve seine Arbeit. Seit 2001 vergeht kaum ein Tag, an dem der fernöstliche Rope Artist nicht auf der Bühne steht. Zusätzlich muss der Rigger seine Auf- und Vorführungen natürlich vorbereiten und erproben. Außerdem muss der Bondagemeister sich um neue Aufträge kümmern und Interessentinnen akquirieren, die für seine Fesselungen Modell stehen wollen. Zugegeben – besonders schwierig ist das nicht, denn jedes Ropebunny möchte gern wenigstens einmal im Leben mit Osada Steve zusammenarbeiten.

Beeindruckendes Register an internationalen Auftraggebern

Neben seinen Live Performances arbeitet Kinbaku-Sensei Osada Steve weiterhin als Fotograf und auch als Regisseur und Filmproduzent. Als Fotograf war er unter anderem auch für die Magazine Wired, GQ, Vogue, Marie Claire, Issue One, Skin Two und Schlagzeilen tätig. Als Regisseur beispielsweise für eine bekannte amerikanische Pornoseite, welche ihre Fetischfilme überwiegend in der ehemaligen Waffenfestung San Francisco Armory drehen lässt.

Des Weiteren gibt er Seminare und Unterweisungen für angehende Rope-Artisten und Rigger. Außerdem kann man ihn als Lehrer für Privatkurse in Kinbaku buchen. Diese zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass das Modell durch die Fesselung nicht vollständig immobilisiert wird. Shibari entwickelte sich aus der Fesselungstechnik Hojojutsu des japanischen Militärs und der Polizei.

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Kinbaku: Japans Fesselungskunst

Kinbaku (außerhalb Japans oft auch Shibari genannt) ist die in Japan bekannteste Fesselungstechnik. Ihre Ursprünge gehen zurück auf die Art und Weise, wie in Japan die Polizei und das Militär früher Kriminelle und Feinde kampf- und bewegungsunfähig machten.

Interessanterweise zeichnet sich Kinbaku aber heutzutage vor allem dadurch aus, dass das Modell dabei nicht völlig immobilisiert ist. Dadurch ist es eben jenem im gewissem Maß auch nach der Fesselung möglich, erotische Bewegungen zu vollführen. Die Ästhetik steht bei vielen Riggern hier im Vorderung, BDSM spielt eher eine untergeordnete Rolle und eine spanische Riggerin ist bereits dazu übergegangen, ihre Fesselungen als RopeTrance bzw. RopeArt zu verkaufen.

Shibari: Einfach – aber schön
Typisch für Shibari ist zudem, dass die Damen mit einfachen, aber kunstvollen und verschnörkelten Verknotungen umgewickelt und aufgeknüpft werden. Daher wird diese Technik vor allem von westlichen Rope Artisten auch Shibari genannt, was wörtlich »dekorativ verschnüren« bedeutet.

Bondage-Tutorial: Einfache Oberkörperfesselung

Kinbaku hingegen heißt übersetzt in etwa »eng fesseln«. Egal mit welchem Namen die Verschnürungstechnik beschrieben wird, so müssen korrekterweise definitiv Seile aus Jute, Hanf oder Leinen verwendet werden. Im Japanischen heißen diese Seile Asanawa. Leder-, Metall- oder Kunststoffseile sind somit tabu für Osada Steve und seine Kollegen.

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