Warum ist die Tamponschnur türkis? Wir haben die Antwort!

Von Jens Haberlein
Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten
Warum ist die Tamponschnur türkis? Wir haben die Antwort!
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Darum ist die Tamponschnur türkis

Ein Blick zurück und nach vorn

"Die Geschich­te des Tam­pons ist eine Geschich­te vol­ler Miss­ver­ständ­nis­se." Die­ser Satz stammt aus einem alt­be­kann­ten TV-Wer­be­clip Ende der 1990er Jah­re und hat sicher­lich bei dem einen oder ande­ren Zuschau­er bzw. Ver­brau­cher ein amü­sier­tes Lächeln her­vor­ge­ru­fen. Dabei ist es aus der Sicht der Her­stel­ler moder­ner Hygie­ne­pro­duk­te gera­de in die­sem Bereich uner­läss­lich, seri­ös und soli­de auf­zu­tre­ten.


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Wirft man bei­spiels­wei­se einen Blick auf die Medi­zin­bran­che, will man durch das Tra­gen wei­ßer Klei­dung auf der einen Sei­te Sau­ber­keit und Hygie­ne zum Aus­druck brin­gen, ande­rer­seits schafft die Far­be Weiß Ver­trau­en beim Ver­brau­cher. Kaum ein Arzt, Apo­the­ker oder Gesund­heits­exper­te wird ohne ein strah­lend wei­ßes Out­fit in sei­ner Pra­xis anzu­tref­fen sein.

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Apro­pos Geschich­te des Tam­pons: Das Hygie­neu­ten­sil ist kei­nes­wegs eine Ent­de­ckung der Neu­zeit. Viel­mehr wuss­te schon der grie­chi­sche Medi­zi­ner Hip­po­kra­tes davon. In der Anti­ke han­del­te es sich bei einem Tam­pon noch um ein klei­nes Holz­stück­chen in recht­ecki­ger oder ova­ler Form, das mit Tex­ti­li­en umwi­ckelt war. Erst vie­le Jahr­hun­der­te spä­ter, genau­er gesagt am 19. Novem­ber 1931, kam der Tam­pax auf den Markt. Das war eine Ein­führ­hil­fe, wel­che von Dr. Ear­le Cleve­land­Haas ent­wi­ckelt wor­den war.

Zurück zum Ursprung

Die moder­ne Frau die­ses Jahr­tau­sends, die sich für beson­ders umwelt­ori­en­tiert hält, greift heu­te ger­ne auf ein­fa­che Jute-Säck­chen zurück, die in ihrem Innern mit einem recy­cle­ba­ren Füll­stoff bestückt sind. Dar­in wird die Mens­trua­ti­ons­flüs­sig­keit auf­ge­saugt und gespei­chert. Hat sich in dem tex­ti­len Behält­nis im Lau­fe meh­re­rer Stun­den genug Kör­per­flüs­sig­keit ange­sam­melt, kann die Anwen­de­rin es an einem Faden her­vor­zie­hen und dann in der Wasch­ma­schi­ne rei­ni­gen.

Warum ist die Tamponschnur türkis? Wir haben die Antwort!

Umwelt­freund­li­che Jute-Tam­pons sind zwar auf dem Vor­marsch, jedoch haben sie den Tam­pons in "ver­trau­ens­er­we­cken­dem" Weiß bis­her noch in kei­ner Wei­se den Rang abge­lau­fen. Wei­ße Tam­pons mit blau­er oder tür­ki­ser Schnur gehö­ren nach wie vor zum All­tag der trend­be­wuss­ten Ver­brau­che­rin. Hält man die bei­den Vari­an­ten – das Modell Jute und den Hygie­ne­ar­ti­kel mit der Tam­pon­schnur in Tür­kis – neben­ein­an­der, wird rasch deut­lich, wor­an das liegt: Die Optik des wei­ßen Pro­duk­tes ist weit­aus anspre­chen­der. Tat­säch­lich liegt es in der Natur des Men­schen, dass man seit jeher Weiß mit Rein­heit, Sau­ber­keit und Ver­trau­en asso­zi­iert. Dies aber erklärt noch immer nicht, war­um die Tam­pon­schnur tür­kis ist.

Die Antwort – deshalb ist die Tamponschnur türkis

Bereits in den 1970er Jah­ren, als man in der Wer­be- und Medi­en­land­schaft vor­sich­tig damit begann, über die Hygie­ne der Frau zu spre­chen, was sei­ner­zeit ein ech­ter Tabu­bruch war, ver­wen­de­te man für die Dar­stel­lung von Kör­per­flüs­sig­kei­ten tür­kis­far­be­ne oder hell­blaue Liqui­de. Die­se Far­be hebt sich gut von der Far­be Weiß ab und har­mo­niert optisch mit dem Teint des mensch­li­chen Kör­pers.

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Sicher­lich waren die Ver­ant­wort­li­chen in der dama­li­gen Zeit ten­den­zi­ell unsi­cher, wie die Farb­wahl – weiß und tür­kis bzw. blau – bei den Ver­brau­chern ankom­men wür­de. Doch ihre Befürch­tun­gen, auf Ableh­nung zu sto­ßen, bewahr­hei­te­ten sich nicht. So kam es, dass sich die Ver­wen­dung wei­ßer Hygie­ne­ar­ti­kel in Kom­bi­na­ti­on mit hell­blau­er oder tür­ki­ser Far­be durch­setz­te und bis heu­te in den Köp­fen von Unter­neh­mern und Ver­brau­chern posi­tiv ver­an­kert hat.

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In vie­len Völ­kern der Drit­ten Welt gilt die Mens­trua­ti­on der Frau selbst heu­te noch als etwas Unrei­nes oder als etwas, über das man nicht spricht. Erst dadurch, dass sich im Lau­fe vie­ler Jahr­zehn­te die­se The­ma­tik durch die Ver­wen­dung von Hygie­ne­ar­ti­keln in Weiß bzw. Tür­kis durch­ge­setzt hat, wird die weib­li­che Intim­pfle­ge in besag­ten Kul­tu­ren sel­te­ner tabui­siert.

Inso­fern kann man mit Fug und Recht behaup­ten, dass die west­li­che Wer­bung in die­sem Zusam­men­hang einen wert­vol­len Bei­trag geleis­tet hat, wenn es dar­um geht, die Mens­trua­ti­on sowie die Hygie­ne der Frau an sich als etwas Nor­ma­les zu betrach­ten. Dem­entspre­chend wird wohl auch in Zukunft in immer mehr Län­dern die Tam­pon­schnur tür­kis sein – und damit eine posi­ti­ve Asso­zia­ti­on des Monats­zy­klus' bzw. mit allem, was damit ein­her­geht, statt­fin­den kön­nen.

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