Syphilis trotz Pandemie auf dem Vormarsch

Von Dr. Dorothea Flogger
Voraussichtliche Lesedauer: 3 Minuten
Syphilis trotz Pandemie auf dem Vormarsch
Syphilis trotz Pandemie auf dem Vormarsch
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In Mailand stiegen überraschenderweise die Zahlen

Anfang des Jah­res 2020 geht in Nord­ita­li­en so gut wie nichts mehr. Die Coro­na-Pan­de­mie hat vor allem die­sen Lan­des­teil voll im Griff. Die Regie­rung in Rom ver­hängt des­halb Kon­takt­ver­bo­te und Aus­gangs­sper­ren. Das Kal­kül dahin­ter: Umso weni­ger Kon­tak­te die Men­schen unter­ein­an­der haben, des­to weni­ger Chan­cen hat das Virus sich wei­ter aus­zu­brei­ten. Wie aber kann es dann sein, dass aus­ge­rech­net im nord­ita­lie­ni­schen Mai­land die Geschlechts­krank­heit Syphi­lis trotz Pan­de­mie auf dem Vor­marsch ist? Das jeden­falls legt eine aktu­el­le Stu­die nahe.


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Syphilis trotz Pandemie auf dem VormarschSyphilis trotz Pandemie – wie kann das sein?

Weni­ger Kon­tak­te, weni­ger Sex, weni­ger über­tra­ge­ne Geschlechts­krank­hei­ten. Klingt logisch. Weni­ger Kon­tak­te müss­ten zwangs­läu­fig zu weni­ger unge­schütz­ten sexu­el­len Begeg­nun­gen füh­ren. Wenn sich also alle an die von der Regie­rung ver­ord­ne­ten Maß­nah­men gehal­ten hät­ten, dann müss­te auch die Zahl der Geschlechts­krank­hei­ten bzw. die Neu­in­fek­tio­nen zurück gegan­gen sein. Tat­säch­lich ist aber das Gegen­teil der Fall. Laut einer Stu­die des Natio­na­len Krebs­in­sti­tuts der IRCCS-Stif­tung in Mai­land sind die Syphi­lis-Fäl­le im April im Ver­gleich zum Vor­jahr sogar ange­stie­gen – näm­lich von 32 auf 44. Syphi­lis trotz Pan­de­mie? Wie kann das sein? Der Haupt­au­tor der Stu­die, Mar­co Cusi­ni, ver­mu­tet, dass es damit zusam­men­hängt, dass jün­ge­re Men­schen weni­ger stark von Coro­na gefähr­det sind. Geschlechts­krank­hei­ten wür­den typi­scher­wei­se eher bei den um den 30-Jäh­ri­gen auf­tre­ten.

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Man kann also nach die­sen Zah­len getrost davon aus­ge­hen, dass sie jün­ge­re Men­schen um die 30 weni­ger strikt an den ange­ord­ne­ten Lock­down gehal­ten haben. Ihnen gelang es offen­bar rela­tiv pro­blem­los trotz geschlos­se­ner Bars und Clubs ande­re Men­schen zu tref­fen und mit ihnen Sex zu haben. In der Fol­ge ist es dann auch logisch, dass die Syphi­lis trotz Pan­de­mie zuneh­men konn­te. Zwar haben sich die Wis­sen­schaft­ler, die die Stu­die erstellt haben, nur die Zah­len in einem ein­zi­gen Kran­ken­haus in Mai­land ange­schaut. Die Zah­len sind den­noch auf­schluss­reich, auch wenn sie sich nur bedingt auf den gesam­ten Land­strich über­tra­gen las­sen.

Syphilis trotz Pandemie? Handelt es sich womöglich um einen Ausreißer?

Es ist aber natür­lich auch mög­lich, dass es sich bei der Stu­die um einen Ein­zel­fall han­delt, gewis­ser­ma­ßen um einen soge­nann­ten Aus­rei­ßer. Das wür­de zu einem Trend pas­sen, der welt­weit seit Jah­ren beob­ach­tet wird. Geschlechts­krank­hei­ten (STI) gehen näm­lich rund um den Glo­bus zurück. Exper­ten in Deutsch­land gehen des­halb auch eher davon aus, dass die die­ser Trend mit Beginn des Lock­downs im März 2020 noch ver­stärkt hat. Syphi­lis trotz Pan­de­mie dürf­te aus Sicht die­ser Wis­sen­schaft­ler also tat­säch­lich die Aus­nah­me und eben nicht die Regel sein.

Was aber heißt das dann für die Ver­ant­wort­li­chen in Nord­ita­li­en, kon­kret in Mai­land, wo ja zumin­dest in einem Kran­ken­haus ein Anstieg der Fäl­le regis­triert wor­den ist? Nun, sie kön­nen wohl davon aus­ge­hen, dass sich ein nicht ganz uner­heb­li­cher Anteil jün­ge­rer Men­schen nicht wirk­lich an den Lock­down gehal­ten haben. Um Syphi­lis trotz Pan­de­mie zukünf­tig zu ver­hin­dern, wird man da wohl nach­ar­bei­ten müs­sen. Bes­ser noch: Genau­er über die Gefah­ren auf­klä­ren.

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