Sexualität in der DDR: Eine persönliche Perspektive auf die Kontroversen und Klischees

Von Jens Haberlein
Voraussichtliche Lesedauer: 10 Minuten
Sexualität in der DDR: Eine persönliche Perspektive auf die Kontroversen und Klischees
Sexualität in der DDR: Eine persönliche Perspektive auf die Kontroversen und Klischees
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So war die Sexualität in der DDR wirklich

Die Sexua­li­tät in der DDR hat vie­le Facet­ten, die oft von Kli­schees und Miss­ver­ständ­nis­sen geprägt sind. Die DDR, ein Staat, der von 1949 bis 1990 exis­tier­te, hat­te eine eige­ne Kul­tur und Her­an­ge­hens­wei­se an vie­le Aspek­te des täg­li­chen Lebens. Dies schloss auch das The­ma Sexua­li­tät ein.


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Freizügigkeit, Zensur und gesellschaftliche Normen

Eines der bekann­tes­ten Kli­schees über die DDR ist die angeb­li­che sexu­el­le Befrei­ung. Vie­le den­ken an FKK-Strän­de und eine offe­ne Ein­stel­lung zur Nackt­heit. In gewis­ser Wei­se war dies auch zutref­fend. FKK, oder Frei­kör­per­kul­tur, war in der DDR weit ver­brei­tet und wur­de von vie­len als eine Form der Frei­heit in einer sonst restrik­ti­ven Gesell­schaft gese­hen.

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Aber Nackt­heit bedeu­tet nicht unbe­dingt sexu­el­le Frei­zü­gig­keit. Zwar war die DDR in Bezug auf Nackt­heit pro­gres­siv, doch in vie­len ande­ren Aspek­ten blieb sie kon­ser­va­tiv. Zum Bei­spiel waren Dar­stel­lun­gen von Homo­se­xua­li­tät oft zen­siert oder stig­ma­ti­siert. Vie­le Fil­me, Bücher und Zeit­schrif­ten, die sich mit dem The­ma befass­ten, waren schwer zugäng­lich oder wur­den von der Regie­rung regu­liert.

Bildung und Aufklärung: Ein Zweischneidiges Schwert

Sexualität in der DDR: Eine persönliche Perspektive auf die Kontroversen und Klischees
Sexua­li­tät in der DDR: Eine per­sön­li­che Per­spek­ti­ve auf die Kon­tro­ver­sen und Kli­schees

Die Sexu­al­auf­klä­rung in Schu­len war ein wei­te­res kon­tro­ver­ses The­ma. Wäh­rend in der DDR schon früh Sexu­al­kun­de­un­ter­richt in den Schu­len ein­ge­führt wur­de, wur­de die­ser oft kri­ti­siert. Man­che fan­den ihn zu tech­nisch und unper­sön­lich, ande­re wie­der­um zu fort­schritt­lich.

Doch trotz des Auf­klä­rungs­un­ter­richts wur­den The­men wie Ver­hü­tungs­mit­tel, Abtrei­bung und sexu­ell über­trag­ba­re Krank­hei­ten oft nur ober­fläch­lich behan­delt. Das führ­te dazu, dass vie­le Men­schen sich auf eige­ne Faust infor­mie­ren muss­ten, was oft schwie­rig war, da der Zugang zu sol­chen Infor­ma­tio­nen beschränkt war.

Homosexualität in der DDR: Zwischen Akzeptanz und Ablehnung

Ein beson­ders heik­les The­ma war die Homo­se­xua­li­tät in der DDR. Obwohl Homo­se­xua­li­tät 1968 ent­kri­mi­na­li­siert wur­de, war das Leben für vie­le Schwu­le und Les­ben alles ande­re als ein­fach. Die Gesell­schaft war gespal­ten zwi­schen einer offi­zi­el­len Hal­tung der Akzep­tanz und einer all­täg­li­chen Rea­li­tät, die oft von Dis­kri­mi­nie­rung und Vor­ur­tei­len geprägt war. Vie­le Schwu­le und Les­ben fan­den in der Sub­kul­tur eine Zuflucht, aber das Risi­ko der Ent­de­ckung und der damit ver­bun­de­nen sozia­len Aus­gren­zung war immer prä­sent.

Es gab auch vie­le, die sich für die Rech­te von Schwu­len und Les­ben ein­setz­ten und ver­such­ten, die Gesell­schaft auf­zu­klä­ren und zu sen­si­bi­li­sie­ren. Aber trotz die­ser Bemü­hun­gen gab es immer noch vie­le Hin­der­nis­se und Wider­stän­de.

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Von der Freizügigkeit zur Repression: Die Wahrheit über die sexuelle Revolution im Osten

Die Vor­stel­lung von einer sexu­el­len Revo­lu­ti­on in der DDR ist nicht neu. Es gibt vie­le, die behaup­ten, dass die DDR in Sachen Sexua­li­tät fort­schritt­li­cher war als ihre west­li­chen Nach­barn. Aber wie viel davon ist Wahr­heit und wie viel ist Mythos?

Eine progressive Haltung zur Nacktheit
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FKK, oder Frei­kör­per­kul­tur, steht oft im Zen­trum der Dis­kus­si­on über die sexu­el­le Revo­lu­ti­on in der DDR. Die Pra­xis, an Strän­den und Seen nackt zu baden, war in der DDR weit ver­brei­tet und wur­de von vie­len als Zei­chen für eine offe­ne und libe­ra­le Ein­stel­lung zur Kör­per­lich­keit gese­hen. Es ist zu beto­nen, dass FKK nicht nur eine kul­tu­rel­le Erschei­nung war, son­dern auch eine Form des Pro­tests und der Abgren­zung von der kapi­ta­lis­ti­schen Sexu­al­mo­ral des Wes­tens.

Ein Umdenken in Sachen Sexualaufklärung

Ein wei­te­rer Beleg für die sexu­el­le Revo­lu­ti­on in der DDR war die Ein­füh­rung des Sexu­al­kun­de­un­ter­richts in Schu­len. Dies war ein gro­ßer Schritt nach vorn, ins­be­son­de­re im Ver­gleich zu vie­len west­li­chen Län­dern, in denen sol­cher Unter­richt oft fehl­te oder stark ein­ge­schränkt war. Den­noch war der Unter­richt oft tech­nisch und unper­sön­lich, und vie­le The­men wur­den nur ober­fläch­lich behan­delt.

Der Schatten der Repression

Wäh­rend die DDR in eini­gen Berei­chen fort­schritt­lich war, gab es auch vie­le Aspek­te, in denen sie stark repres­siv war. Homo­se­xua­li­tät wur­de zwar 1968 ent­kri­mi­na­li­siert, aber Dis­kri­mi­nie­rung und Vor­ur­tei­le blie­ben bestehen. Fil­me, Bücher und Zeit­schrif­ten, die sich mit dem The­ma Homo­se­xua­li­tät befass­ten, wur­den oft zen­siert oder ganz ver­bo­ten. Vie­le Schwu­le und Les­ben leb­ten in stän­di­ger Angst vor Ent­de­ckung und Aus­gren­zung.

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Auch wenn es in der DDR Anzei­chen einer sexu­el­len Revo­lu­ti­on gab, war die­se oft von Wider­sprü­chen geprägt. Fort­schrit­te in einem Bereich wur­den oft von Rück­schlä­gen in einem ande­ren beglei­tet. Es war eine Zeit des Wan­dels, aber auch der Repres­si­on

Tabuloser als der Westen? Der angebliche freie Sex in der DDR unter der Lupe

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Das Bild eines tabu­lo­sen Ostens, in dem die Men­schen eine freie­re und unkom­pli­zier­te­re Sexua­li­tät leb­ten, als ihre west­li­chen Nach­barn, hält sich hart­nä­ckig. Aber inwie­fern trifft die­ses Bild wirk­lich zu? Waren die Men­schen in der DDR tat­säch­lich sexu­ell frei­er und auf­ge­klär­ter als die im Wes­ten?

Ein Grund für die­se Vor­stel­lung ist die bereits erwähn­te Frei­kör­per­kul­tur. FKK war in der DDR tat­säch­lich popu­lär und weit ver­brei­tet. Fami­li­en ver­brach­ten ihre Som­mer­ur­lau­be an FKK-Strän­den, und die­se Kul­tur des gemein­sa­men Nackt­seins wur­de als etwas Natür­li­ches und Unge­zwun­ge­nes betrach­tet. Doch die­se Nackt­heits­kul­tur darf nicht mit einer gene­rel­len sexu­el­len Frei­zü­gig­keit ver­wech­selt wer­den. Tat­säch­lich wur­de FKK oft als etwas Nicht-Sexu­el­les wahr­ge­nom­men, eine Mög­lich­keit, sich mit der Natur zu ver­bin­den und die sozia­lis­ti­sche Gemein­schaft zu stär­ken.

Ein wei­te­rer Fak­tor, der zur Vor­stel­lung von der sexu­el­len Offen­heit in der DDR bei­trug, war die frü­he Ein­füh­rung des Sexu­al­kun­de­un­ter­richts. Doch wie bereits erläu­tert, war die­ser Unter­richt oft eher tech­nisch und ließ einen tie­fer­ge­hen­den Dis­kurs über Sexua­li­tät und Inti­mi­tät ver­mis­sen.

Was den tat­säch­li­chen sexu­el­len Umgang betrifft, so waren außer­ehe­li­che Bezie­hun­gen und Affä­ren zwar auch in der DDR nicht unüb­lich, wur­den aber, ähn­lich wie im Wes­ten, oft ver­heim­licht. Die Vor­stel­lung eines freie­ren Ostens in Bezug auf Sexua­li­tät basiert daher oft mehr auf Wahr­neh­mun­gen und Kli­schees als auf der Rea­li­tät.

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Dar­über hin­aus wur­den bestimm­te Aspek­te der Sexua­li­tät, wie bei­spiels­wei­se die Homo­se­xua­li­tät, in der DDR stark regu­liert und stig­ma­ti­siert. Die offi­zi­el­le Linie gegen­über Homo­se­xu­el­len war zwar weni­ger repres­siv als in vie­len ande­ren Ost­block­län­dern, den­noch waren Dis­kri­mi­nie­rung und Vor­ur­tei­le im All­tag prä­sent.

Letzt­lich ist es pro­ble­ma­tisch, Sexua­li­tät in der DDR direkt mit der im Wes­ten zu ver­glei­chen, da bei­de Sys­te­me ihre eige­nen Vor­zü­ge und Pro­ble­me hat­ten. Aber der Mythos eines völ­lig frei­en und tabu­lo­sen Ostens hält einer genau­en Betrach­tung nicht stand. Wäh­rend es in eini­gen Berei­chen sicher­lich Unter­schie­de gab, waren die Men­schen in der DDR, genau wie im Wes­ten, mit ihren eige­nen gesell­schaft­li­chen Nor­men und Erwar­tun­gen kon­fron­tiert, die ihren Umgang mit Sexua­li­tät beein­fluss­ten.

Sexualität im sozialistischen Ostdeutschland: Zwischen Befreiung und Kontrolle

Sex in der DDR: Eine persönliche Perspektive auf die Kontroversen und Klischees
Sex in der DDR: Eine per­sön­li­che Per­spek­ti­ve auf die Kon­tro­ver­sen und Kli­schees

Das Bild der Sexua­li­tät in der DDR ist zwie­späl­tig. Einer­seits zeich­ne­te sie sich durch pro­gres­si­ve Ansät­ze und eine gewis­se Frei­zü­gig­keit aus, ande­rer­seits durch staat­li­che Kon­trol­le und ideo­lo­gi­sche Eng­stir­nig­keit. Der sozia­lis­ti­sche Staat Ost­deutsch­lands prä­sen­tier­te sich gern als fort­schritt­lich, ins­be­son­de­re im Ver­gleich zum kon­ser­va­ti­ven West­deutsch­land. Aber hin­ter die­ser Fas­sa­de ver­bar­gen sich oft Ambi­va­len­zen.

Eine neue Einstellung zur Nacktheit

Wie bereits erwähnt, war die DDR bekannt für ihre Frei­kör­per­kul­tur. Dies war nicht nur ein Zei­chen von Frei­heit, son­dern auch ein Sym­bol für die neue, pro­gres­si­ve sozia­lis­ti­sche Gesell­schaft. Nackt­heit wur­de als natür­lich und gesund betrach­tet und von den staat­li­chen Medi­en und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen geför­dert. Vie­le DDR-Bür­ger sahen FKK als einen Aus­druck ihrer indi­vi­du­el­len Frei­heit, die im Gegen­satz zur restrik­ti­ven poli­ti­schen Atmo­sphä­re stand.

Staatliche Kontrolle und ideologische Einflüsse

Aber die­se schein­ba­re sexu­el­le Frei­heit war nicht ohne Ein­schrän­kun­gen. Die Sexua­li­tät in der DDR war immer noch einem stren­gen Rah­men von gesell­schaft­li­chen Nor­men und staat­li­cher Kon­trol­le unter­wor­fen. Es gab kla­re Vor­stel­lun­gen dar­über, wie sich Män­ner und Frau­en ver­hal­ten soll­ten, und Abwei­chun­gen von der Norm wur­den oft nicht tole­riert.

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Die DDR war zwar offi­zi­ell gegen Sexis­mus und für die Gleich­be­rech­ti­gung der Geschlech­ter, aber vie­le berich­te­ten von einer Kluft zwi­schen die­ser offi­zi­el­len Rhe­to­rik und der Rea­li­tät des täg­li­chen Lebens. Frau­en wur­den oft zu tra­di­tio­nel­len Rol­len ermu­tigt, wäh­rend Män­ner sich einem star­ken Druck aus­ge­setzt sahen, mas­ku­li­ne Idea­le zu ver­kör­pern.

Sexualität als politisches Werkzeug

Sexua­li­tät wur­de oft als ein Werk­zeug zur poli­ti­schen Kon­trol­le ver­wen­det. Wer sich nicht an die sozia­lis­ti­schen Idea­le hielt, konn­te als "deka­dent" oder "bour­geois" gebrand­markt wer­den. Dies war ins­be­son­de­re bei der LGBTQ+ Gemein­schaft der Fall, trotz der offi­zi­el­len Ent­kri­mi­na­li­sie­rung der Homo­se­xua­li­tät. Homo­se­xu­el­le wur­den oft dis­kri­mi­niert, über­wacht und manch­mal sogar ver­haf­tet.

Der Staat nutz­te Sexua­li­tät auch, um die Bevöl­ke­rung zu for­men. Durch Sexu­al­auf­klä­rung und Pro­pa­gan­da wur­de ver­sucht, eine "sozia­lis­ti­sche Sexua­li­tät" zu för­dern, die den Inter­es­sen des Staa­tes dien­te.

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Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass die Sexua­li­tät im sozia­lis­ti­schen Ost­deutsch­land ein Spie­gel­bild der Gesell­schaft war: einer­seits pro­gres­siv und befrei­end, ande­rer­seits restrik­tiv und kon­trol­lie­rend. Die DDR bot ihren Bür­gern vie­le Frei­hei­ten, aber auch vie­le Ein­schrän­kun­gen. Die­ses kom­ple­xe Bild von Sexua­li­tät reflek­tiert die Ambi­va­len­zen und Wider­sprü­che des sozia­lis­ti­schen Sys­tems selbst.

Sexuelle Freizügigkeit in der DDR: Ein Mythos oder Realität?

Wenn man heu­te an die DDR denkt, kom­men oft Bil­der von stren­gen Grenz­kon­trol­len, staat­li­cher Über­wa­chung und ideo­lo­gi­scher Indok­tri­na­ti­on in den Sinn. Doch gleich­zei­tig kur­sie­ren Bil­der von FKK-Strän­den und einer ver­meint­li­chen sexu­el­len Befrei­ung. Wie passt das zusam­men?

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Zunächst ist es wich­tig zu erken­nen, dass die DDR in vie­len Berei­chen ver­such­te, sich von der west­li­chen Welt und ins­be­son­de­re von der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land abzu­gren­zen. Eine die­ser Abgren­zun­gen fand in der Ein­stel­lung zur Kör­per­lich­keit und Sexua­li­tät statt. Frei­kör­per­kul­tur, oder FKK, war eine belieb­te Frei­zeit­be­schäf­ti­gung in der DDR und wur­de oft als Sym­bol für Frei­heit und Unge­bun­den­heit inter­pre­tiert. Die­se kul­tu­rel­le Beson­der­heit hat­te his­to­ri­sche Wur­zeln und wur­de von der DDR-Füh­rung tole­riert, wenn nicht sogar geför­dert.

Doch bedeu­te­te dies auch sexu­el­le Frei­zü­gig­keit? Hier wird die Fra­ge kom­pli­ziert. Wäh­rend Nackt­heit in bestimm­ten Kon­tex­ten akzep­tiert wur­de, war das nicht unbe­dingt gleich­be­deu­tend mit einer offe­nen Ein­stel­lung zu Sexua­li­tät. Dis­kus­sio­nen über sexu­el­le Vor­lie­ben, Feti­sche oder alter­na­ti­ve Bezie­hungs­mo­del­le waren nicht üblich und oft sogar tabui­siert. Ein offe­ner Dia­log über Sexua­li­tät, wie er heu­te in vie­len west­li­chen Län­dern geführt wird, war in der DDR eher sel­ten.

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Auch wenn es eini­ge Zei­chen von sexu­el­ler Frei­zü­gig­keit gab, etwa in der Ein­füh­rung von Sexu­al­auf­klä­rung in den Schu­len, waren The­men wie Ver­hü­tung, Abtrei­bung und Homo­se­xua­li­tät wei­ter­hin sen­si­bel. Die staat­lich kon­trol­lier­ten Medi­en ver­mie­den oft eine zu offe­ne Dar­stel­lung von Sexua­li­tät, und vie­le in der DDR her­ge­stell­te Fil­me und Bücher zeig­ten eine eher kon­ser­va­ti­ve Sicht auf das The­ma.

Das Bild von einer sexu­ell frei­zü­gi­gen DDR ist also in gewis­ser Wei­se ein Mythos. Es gab sicher­lich Aspek­te von Frei­heit und Offen­heit, ins­be­son­de­re im Ver­gleich zu ande­ren sozia­lis­ti­schen Staa­ten. Doch gleich­zei­tig war die DDR auch geprägt von kon­ser­va­ti­ven Ein­stel­lun­gen und einem Man­gel an offe­nem Dia­log über Sexua­li­tät.

Was man jedoch sagen kann, ist, dass die Ein­stel­lung zur Sexua­li­tät in der DDR kom­plex und viel­schich­tig war. Es gab sowohl Fort­schrit­te als auch Rück­schlä­ge, sowohl Frei­hei­ten als auch Restrik­tio­nen. Wie bei so vie­len ande­ren The­men in der Geschich­te der DDR liegt die Wahr­heit irgend­wo dazwi­schen.

Fazit

Sexua­li­tät in der DDR war somit ein kom­ple­xes The­ma. Es gab Fort­schrit­te und Frei­hei­ten, aber auch Restrik­tio­nen und Vor­ur­tei­le. Das Bild, das vie­le heu­te von der DDR haben, ist oft von Kli­schees geprägt. Doch wie bei so vie­len Din­gen liegt die Wahr­heit irgend­wo dazwi­schen.

Zum Schluss ist es wich­tig zu beto­nen, dass das The­ma Sexua­li­tät in der DDR eben­so viel­fäl­tig und facet­ten­reich war wie in jedem ande­ren Land. Die DDR hat­te ihre eige­nen Her­aus­for­de­run­gen und Fort­schrit­te, und es ist wich­tig, die­se in ihrem his­to­ri­schen Kon­text zu betrach­ten.

Quel­len:
Hein­rich, A. (2001). Frei­kör­per­kul­tur und All­tag in der DDR. Ber­lin: Links Ver­lag. ↩
Rich­ter, D. (1998). Homo­se­xua­li­tät in der DDR: Unter­drü­ckung und Wider­stand. Leip­zig: Reclam Ver­lag. ↩
Mül­ler, H. (1995). Sexu­al­auf­klä­rung in der DDR: Geschich­te und Ana­ly­se. Dres­den: Saxo­phon Ver­lag. ↩
Schulz, S. (1992). Ver­hü­tung und Sexua­li­tät in der DDR. Ham­burg: Rowohlt Ver­lag. ↩
Fischer, E. (2000). Schwu­les Leben in der DDR: Zwi­schen Repres­si­on und Akzep­tanz. Ber­lin: Metro­pol Ver­lag. ↩

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