Polizeischüler: Porno gedreht – Job weg?

Von Mario Meyer
Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten
Polizeischüler: Porno gedreht – Job weg?
Polizeischüler: Porno gedreht - Job weg?
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Wie Julia Pink und Texas Patti: Polizei-Azubi fürchtet Rauswurf

Freizeitaktivität bringt Ärger: Kündigung wegen Sexfilm droht

In sei­ner Frei­zeit stand der jun­ge Mann vor der Kame­ra, dreh­te frei­zü­gi­ge Sex­sze­nen für ein deut­sches Por­no­la­bel. Sein Arbeit­ge­ber war alles ande­re als begeis­tert. Im wirk­li­chen Leben ist der Hob­by­dar­stel­ler näm­lich Poli­zei­schü­ler – Beam­ter auf Wider­ruf. Sein Aus­flug in die deut­sche Ero­tik­bran­che könn­te nun weit­rei­chen­de Fol­gen haben. Ihm droht die Ent­las­sung aus dem Staats­dienst.


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Wenn sie zum Fei­er­abend ihre Uni­form able­gen, ihren Kit­tel aus­zie­hen oder den Anzug in den Schrank hän­gen, beginnt für vie­le Arbeit­neh­mer die arbeits­freie Zeit. Was sie am Wochen­en­de oder nach Dienst­schluß so trei­ben, soll­te dem Chef bzw. Dienst­herrn eigent­lich egal sein. Wer im öffent­li­chen Dienst oder bei der Kir­che arbei­tet, stößt oft auf Wider­stand und Unver­ständ­nis. Beson­ders, wenn es um die schöns­te Sache der Welt geht. Doch auch wer in der frei­en Wirt­schaft ange­stellt ist, darf nicht tun und las­sen, was er möch­te. Wie Zahn­arzt­hel­fe­rin Texas Pat­ti, die eines Tages selbst ihre Kün­di­gung im Brief­kas­ten hat­te.

Polizeischüler: Porno gedreht - Job weg?Auch Texas Patti und Julia Pink mussten gehen

Die Kir­che kann­te kein Par­don. Julia Pink, Erzie­he­rin für eine evan­ge­li­sche Ein­rich­tung der Dia­ko­nie, ist heu­te haupt­be­ruf­lich Por­no­dar­stel­le­rin. Sie war Men­schen ans Herz gewach­sen, mit denen sie arbei­te­te. In einem Heim betreu­te sie behin­der­te Men­schen. Den­noch – es nütz­te nichts. Als her­aus­kam, daß die Blon­di­ne in ihrer Frei­zeit schar­fe Erwach­sen­fil­me dreht, flat­ter­te die Kün­di­gung ins Haus. Frist­los. In einem frü­he­ren Inter­view mit Ero­ni­te erzähl­te die Por­no­prin­zes­sin, daß sie nach 17 Jah­ren Tätig­keit für die Kir­che anfangs regel­recht geschockt war und sich vom Raus­wurf erst ein­mal eini­ge Tage erho­len muss­te. Sie klag­te und zog vor den Kadi. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen bestä­tig­te ihre frist­lo­se Ent­las­sung jedoch. Obwohl sie anfangs einer Rück­kehr in ihren alten Beruf und sogar an ihre alte Arbeits­stel­le auf­ge­schlos­sen gegen­über stand, ent­schied sie sich den­noch, ihre Por­no­kar­rie­re fort­zu­set­zen. Erfolg­reich, wie der Gewinn der Venus Awards 2014 und 2015 bele­gen.

Die Sexflatrate bei Eronite

Die Poli­zei sieht das Anse­hen in der Öffent­lich­keit durch solch fri­vo­le Auf­nah­men, die auf DVD erhält­lich sind und auch im Inter­net kur­sie­ren, nach­hal­tig beschä­digt. Der Pres­se­spre­cher bestä­tig­te, daß sol­che Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten mit dem Beam­ten­recht unver­ein­bar sei­en und eine Kün­di­gung durch­aus in Betracht kom­men könn­te. Poli­zei­schü­ler wür­den in ihrer Aus­bil­dung auch eigens dar­auf hin­ge­wie­sen, daß es aus­drück­lich ver­bo­ten sei, in Por­no­fil­men mit­zu­spie­len. Nun stün­de die Über­prü­fung der cha­rak­ter­li­chen Eig­nung des Poli­zei­schü­lers bevor. Glück für die Poli­zei­aka­de­mie in Ber­lin-Span­dau, daß das Beam­ten­ver­hält­nis des jun­gen Man­nes noch auf Wider­ruf gilt und so eine Ent­las­sung wesent­lich ein­fa­cher ist.

Auch Texas Patti wurde gekündigtDer eigene Chef zog ihr den Porno-Zahn

Als ihrem Boss an einem war­men Juni­tag die Früh­lings­ge­füh­le einen Streich spiel­ten und ihn in einen Ero­tik­shop im Müns­ter­land schick­ten, trau­te der dort sei­nen eige­nen Augen nicht. Auf Pos­tern und ver­schie­de­nen DVDs erkannt er sei­ne Ange­stell­te, die als Texas Pat­ti ihren Kör­per mit eini­gen Ker­len teil­te und so für deren Ver­gnü­gen sorg­te. 16 Jah­re lang arbei­te­te sie als Hel­fe­rin in sei­ner Pra­xis, was dem Dok­tor der Zahn­me­di­zin aber kein Grund war, wei­ter­hin mit ihr zusam­men­zu­ar­bei­ten. Ganz im Gegen­teil. Er fürch­te­te um sei­nen Ruf als Arzt und kün­dig­te sei­ner lang­jäh­ri­gen Ange­stell­ten kur­zer­hand. Frist­los, wie man das so macht, wenn die eige­nen Arbeit­neh­mer in ihrer Frei­zeit aus Sicht des Chefs zu schmut­zi­ge Din­ge tun. Texas Pat­ti ließ sich nicht aus dem Kon­zept brin­gen und treibt seit­dem ihre Kar­rie­re sehr erfolg­reich vor­an. Bei Ero­ni­te war sie zu Gast für ein Inter­view, in dem sie über ihre Plä­ne berich­te­te. Mitt­ler­wei­le hat sie eini­ges davon umge­setzt und gera­de erst in den USA auf der Ero­tik­mes­se AVN Expo in Las Vegas einen Agen­tur­ver­trag unter­schrie­ben.

Gerichte urteilen bei "Erotikdelikten" oft unternehmerfreundlich

Nicht nur Ange­stell­te des Staat­diens­tes wie ein Poli­zei­schü­ler, weit­hin als Beam­te bekannt, unter­lie­gen gewis­sen Regeln bei der Gestal­tung ihrer Frei­zeit. Auch ande­re Arbeit­neh­mer müs­sen Kon­se­quen­zen fürch­ten, wenn sie einer Neben­tä­tig­keit nach­ge­hen. Zumin­dest, wenn die­se weder vom Chef oder Vor­ge­setz­ten geneh­migt wur­de. Hier kann eine Abmah­nung aus­ge­spro­chen wer­den, eine Kün­di­gung jedoch droht ledig­lich Beam­ten und Ange­stell­ten der Kir­chen, da die­se ein Son­der­recht haben und zum Bei­spiel weder Tarif­ver­trä­gen unter­lie­gen noch einen Betriebs­rat dul­den müs­sen.

Die deut­sche Jus­tiz zeigt sich beim The­ma Por­no oft hart und unein­sich­tig. In zahl­rei­chen Urtei­len heißt es dann nicht "in dubio pro reo" (im Zwei­fel für den Ange­klag­ten; Anmer­kung der Redak­ti­on), son­dern "Nie­mand schaut Por­nos, dann muss sie auch kei­ner dre­hen". Welt­fremd, aber die Gerich­te spre­chen ihre Urtei­le "im Namens des Vol­kes". Das ist Gesetz.

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