
CIS und die Geschlechteridentität
In den letzten Jahren war das Thema Transgender und Geschlechteridentität beinahe in aller Munde. Dabei ist die Mehrzahl der Menschen eben gerade nicht trans, sondern cis. Cisgender bezeichnet denn auch einen Menschen, dessen Geschlechtsidentität mit seinem Geburtsgeschlecht übereinstimmt. Anders ausgedrückt: Es geht dabei um die Millionen und Abermillionen, die mit ihrem Geschlecht nicht die geringsten Problem haben und absolut eins sind damit.
Ganz eins sein mit dem eigenen Geschlecht
Cis-Gender ist eine aus zwei Wörtern zusammengesetzte Bezeichnung für einen Mann oder eine Frau, bei denen das Körpergeschlecht und die Geschlechtsidentität nicht auseinanderfallen, sondern eins sind. Dabei geht es natürlich stets um die eigene Wahrnehmung. Das Wort Cis kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie “diesseits”. Gender wiederum ist ein englisches Wort und steht für das “soziale Geschlecht”. Eine alternative Schreibweise lautet Zisgender, meint aber genau das selbe.
Der Begriff Cis-Gender ist erst zu Beginn der 1990er Jahre aufgekommen. Maßgeblich geprägt wurde er durch den Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch. Er stellte das Diktum auf, wenn es transsexuelle Menschen gibt, muss es logischerweise auch zissexuelle Menschen geben. Sigusch unterstrich in diesem Zusammenhang auch, dass die Geschlechtlichkeit letztlich eine kulturell-soziale Konstruktion ist, die bei der überwiegenden Mehrheit der Cisgender-Menschen nicht zum Problem oder hinterfragt wird.
Cisgender – die Normalen und Gesunden?
Lange Zeit wurde auch von der Sexualwissenschaft Cis-Gender als normal und deshalb auch als gesund eingestuft. Wenn man davon ausgeht, dass zissexuelle Menschen so etwas wie das Gegenteil von transsexuellen Menschen ist, müssten demnach Transsexuelle unnormal und krank sein. Genau damit gelangt man aber zum Kern einer Debatte, die wie aus dem letzten Jahrhundert erscheint und mit Vorliebe von Ewiggestrigen geführt wird. Man neigt heute eher dazu zusagen, das transsexuelle Menschen genau so normal und gesund wie zissexuelle Menschen.
Letztere haben aber den entscheidenden Vorteil, dass keine Diskrepanz zwischen ihrem Geburtsgeschlecht und ihrer Geschlechteridentität besteht. In den allermeisten Fällen ist bei ihnen schon rein optisch eindeutig zu erkennen, zu welchem Geschlecht sie gehören. Schon allein diese Eindeutigkeit führt bei Cisgender-Menschen dazu, dass sie von der Mehrheit der Gesellschaft mit ihrem Geschlecht akzeptiert werden. Bei Transsexuellen ist das bekanntlich sehr häufig nicht der Fall.