Erotiklexikon: Sinnesentzug

    Von Eronite Pornolexikon
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    Sinnesentzug
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    Erfahrungen mit sensorischer Deprivation

    Unter Sinnesentzug oder Wahrnehmungsisolation wird die beabsichtigte Reizverringerung oder -entfernung aus einem oder mehreren Sinnen verstanden. Augenbinden, Masken oder Ohrenschützer sind dafür geeignet, Sehen oder Hören zu reduzieren. Um Geruchssinn, Geschmackssinn, Wärmesinn (Thermorezeption) sowie das Empfinden von Berührung und Schwerkraft zu beeinträchtigen, sind beim sensorischen Sinnesentzug (Englisch: sensory deprivation) komplexere Hilfsmittel erforderlich.

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    Findet der Sinnesentzug im Rahmen psychologischer Experimente oder innerhalb kurzfristiger Sitzungen statt, kann er entspannend wirken. Außerdem wirkt sich der sensorische Entzug möglicherweise förderlich auf die Fähigkeit zur Meditation aus. Bei einem längeren Sinnesentzug oder sensorischer Deprivation besteht die Gefahr für Angstzustände, bizarre Gedankenverläufe, Halluzinationen und Depression.

    Sinnesentzug im BDSM

    SinnesentzugEin ähnliches Phänomen ist der „Ganzfeld-Effekt“ oder Wahrnehmungsentzug. Bei diesem Vorgang geht es nicht darum, Reize zu entfernen. Stattdessen wird ein gleichmäßig anhaltender Reiz ausgeübt.

    Mit ihren fünf Sinnen nehmen Menschen ihre Umwelt wahr. Im BDSM geht es darum, das Hören, Riechen, Schmecken, Sehen und Tasten bewusst zu manipulieren und eine sensorische Deprivation herbeizuführen. Ohrstöpsel, Gasmasken, Knebel, Schlafmasken und Fäustlinge sind nur einige der gebräuchlichen Hilfsmittel.

    Eine Absprache im Vorwege über die Grenzen des Opfers ist unbedingt angeraten. Neben den bekannten „Fünf Sinnen“ beziehen einige BDSM-Anhänger auch den Temperatursinn, das Schmerzempfinden und den Gleichgewichtssinn in ihre Experimente mit ein. Optisch verwandeln sich Sklavin oder Sklave in „Objekte, “ beispielsweise in ein Wesen in Latexhülle mit Ganzkopfmaske. Absichtlich geben sie ihre äußerlichen Erkennungsmerkmale als Person auf.

    Sensorische Deprivation als wirkungsvolle Foltemethode

    Sinnesentzug kann auch für eine Gehirnwäsche ausgenutzt werden. Bei der Isolationsmethode werden Augen und Ohren, Mund und Nase sowie Hände, Füße und Haut so perfekt wie möglich abgeschirmt. Damit verringert sich die Zeit, bis eine extrem starke die Wirkung eintritt. Aus den Medien sind Bilder von knienden Gefangenen bekannt, die an Händen und Füßen gefesselt sind und Atemmaske und Augenbinde tragen.

    Hörschutz und Handschuhe vervollständigen die „Ausrüstung“, die den Verdacht auf Psychoterror zulässt. Sinnesentzug gehört in den Bereich der „Weißen Folter“, welche an den Opfern keine sichtbaren Spuren hinterlässt. Diese Form der Folter verstößt gegen die Menschenrechte gemäß der Menschenrechtserklärung der UN.

    Sensorische Deprivation für mehr Lust

    Es ist schon lange bekannt, dass zeitweilige Beschränkungen bewirken können, dass man hinterher die Sache oder den Vorgang um so intensiver genießen kann. Wenn eine Person lange gehungert hat, schmecken die Speisen besonders köstlich. Ähnliches gilt auch für den Sinnesentzug?

    Was ist mit Sinnesentzug gemeint?

    Der Vorgang wird auch sensorische Deprivation genannt. Sinnesentzug ist eine so genannte „Weiße Folter“. Das bedeutet, er ist zwar als Foltermethode sehr effektiv, hinterlässt aber keine physischen Spuren. Der Sinnesentzug wird durch eine größtmögliche Abschirmung der Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase und der Tastsinn erreicht. Eine der Methoden ist eine „Camera Silens“, ein Raum der Stille. Das ist ein absolut dunkler, schallisolierter Raum.

    Halten sich Personen dort längere Zeit auf, beginnen sie an Halluzinationen zu leiden. Es kann zu ernsthaften psychischen Störungen kommen. Die Betroffenen verlieren ihren Schlaf-Wach-Rhythmus oder das Gefühl für Hunger und Sättigung. Angeblich wendete die US Army und andere US Organisationen solche Methoden an, um Terroristen Geständnisse zu entlocken.

    Sinnesentzug in der Erotik

    Die Methode erweist sich auch in der Erotik als ziemlich effektiv. Allerdings wird sie nicht zu solchen Extremen getrieben wie in Spezialgefängnissen der CIA. Beim Rollenspiel im BDSM genügt es oft schon, wenn der Dom seiner Sub die Augen verbindet. Die Augen sind ja bekanntlich das wichtigste Sinnesorgan des Menschen. Sind sie ausgeschaltet, reagieren die anderen Sinne um so stärker. Wenn die Sklavin geschlagen wird, sieht sie zum Beispiel durch die verbundenen Augen nicht, wann und woher der Schlag kommt. Durch die Ungewissheit und die Überraschung sind die Schmerzen und die Wirkung der Schläge viel stärker.

    Dieselbe Wirkung hat ein Sinnesentzug auch bei positiver Stimulation. Hat eine Sub mit verbundenen Augen Sex mit mehreren Männern, empfindet sie das viel lustvoller und intensiver als wenn sie sehen kann, mit wem sie Sex hat.

    Ab und zu kommen im BDSM auch Masken zum Einsatz, die den Sinnesentzug noch weiter treiben. Die Masken bedecken nicht nur die Augen, sondern haben auch integrierte Ohrstöpsel. Dadurch wird das Gehör ausgeschaltet. Der Träger reagiert durch diesen Sinnesentzug noch empfindlicher auf Berührungen, sowohl auf Schläge als auch auf Streicheln. Im Unterschied zur weißen Folter erfolgen beim BDSM Rollenspiel die Handlung jedoch immer einvernehmlich.

    Synonyme:
    Reizentzug, Sensorische Deprivation
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