Lange und glückliche Beziehungen haben zwei Dinge gemeinsam

Von Marco Dorada
Voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten
Lange und glückliche Beziehungen haben zwei Dinge gemeinsam
Lange und glückliche Beziehungen haben zwei Dinge gemeinsam
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So entstehen lange und glückliche Partnerschaften

Wer heu­te viel Geld für die Hei­rat aus­gibt, soll­te am bes­ten schon für den Schei­dungs­an­walt spa­ren. Denn vie­le Bezie­hun­gen hal­ten nicht für immer. Mehr als ein Drit­tel aller Ehen enden vor dem Schei­dungs­ge­richt. Jede Ehe beginnt mit dem Ver­spre­chen, ein gan­zes Leben zusam­men­zu­blei­ben.


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Lange und glückliche Beziehungen haben zwei Dinge gemeinsamWie können Beziehungen länger halten?

Wie kommt es dann, dass lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen fast schon die Aus­nah­me und nicht die Regel sind? For­scher haben gezeigt, dass lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen nichts mit dem Zufall zu tun haben. Es ist viel­mehr das Pro­dukt inten­si­ver gemein­sa­mer Arbeit an der Bezie­hung. Nun stellt sich natür­lich die Fra­ge, was jeder ein­zel­ne tun kann, um lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen zu bekom­men. Grund­sätz­lich hilft es nicht, immer die Schuld beim ande­ren Part­ner zu suchen. Jeder ist eine Hälf­te der Part­ner­schaft und trägt sei­nen Teil bei, ob lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen mög­lich sind.

Den Groß­zü­gi­gen gehört die Welt: Lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen haben oft gemein­sam, dass sich zumin­dest ein Part­ner oder alle bei­de sehr groß­zü­gig gegen­über dem ande­ren ver­hält. Dabei müs­sen nicht teu­re Geschen­ke aus­ge­tauscht wer­den. Gemeint ist viel­mehr Nach­sich­tig­keit. Es kommt oft vor, dass sich ein Part­ner ver­spä­tet. Das ist natür­lich ärger­lich und der Part­ner reagiert häu­fig mit Ärger.

» In jeder Bezie­hung ein Gewinn

Das ist der ers­te Schritt zum schei­tern der Ehe oder der Bezie­hung. Wer lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen füh­ren will, soll­te sich nach­sich­tig zei­gen und dem Part­ner kei­ne bösen Absich­ten unter­stel­len. In den meis­ten Fäl­len hat er einen trif­ti­gen Grund. Selbst wenn er kei­nen hat und es zu sei­nem Cha­rak­ter gehört, ist es bes­ser, freund­lich damit umzu­ge­hen.

Lange und glückliche Beziehungen haben zwei Dinge gemeinsamEine Beziehung ist kein Nullsummenspiel

Groß­zü­gig­keit spielt in der heu­ti­gen, vom Erfolg und Fort­schritt gepräg­ten Welt, kei­ne gro­ße Rol­le mehr. Der bedeu­ten­de ame­ri­ka­ni­sche Psy­cho­lo­ge Mar­tin Selig­man hat in einem sei­ner Bücher ein­mal fol­gen­des Expe­ri­ment mit sei­nen Stu­den­ten gemacht: Er teil­te sie in zwei Grup­pen ein. Eine Grup­pe soll­te etwas Gutes für sich tun, einen Kino­be­such, sich ein Buch kau­fen oder ähn­li­che Din­ge. Die zwei­te Grup­pe bekam die Auf­ga­be, einem ande­ren Men­schen zu hel­fen. Selig­man schrieb, dass das Ergeb­nis Leben ver­än­dert habe. Die Mit­glie­der der zwei­ten Grup­pe berich­te­ten näm­lich von einer deut­lich grö­ße­ren Zufrie­den­heit als die ers­te Grup­pe.

Wer lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen füh­ren möch­te, darf sei­ne Ehe nicht als Null­sum­men­spiel auf­fas­sen. Bei einem Null­sum­men­spiel gibt es immer einen Gewin­ner und einen Ver­lie­rer. Bei lan­gen und glück­li­chen Bezie­hun­gen kommt es aber dar­auf an, dass bei­de Gewin­nen. Vie­le Paa­re spie­len das Null­sum­men­spiel bis zur Tren­nung oder Schei­dung und wis­sen oft gar nicht, wo das Pro­blem lag. Ein Null­sum­men­spiel ist die Fol­ge von Ego­is­mus und das Gegen­teil von Groß­zü­gig­keit. Lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen ent­ste­hen, wenn bei­de Part­ner gemein­sa­me Erleb­nis­se suchen, die bei­den Spaß machen. So haben bei­de einen Gewinn und es gibt kei­nen Ver­lie­rer.

Lange und glückliche Beziehungen haben zwei Dinge gemeinsamHandlung und Reaktion

Der öster­rei­chi­sche Psych­ia­ter Vik­tor Frankl hat ein­mal gesagt, zwi­schen Reak­ti­on und Gegen­re­ak­ti­on lie­ge unse­re Frei­heit. Wer lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen führt, kennt viel­leicht nicht die­sen Satz, han­delt aber danach. Ange­nom­men, der eine Part­ner liest gera­de eine Zei­tung und der ande­re sieht auf der Fens­ter­bank einen Vogel sit­zen. Nun will der eine Part­ner dem ande­ren von die­sem Vogel erzäh­len. Lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen haben gemein­sam, dass der lesen­de Part­ner auf den ande­ren ein­geht und sein Inter­es­se teilt. Dabei ist es zweit­ran­gig, ob er sich für Vögel inter­es­siert. Für kur­ze Zeit sind bei­de Part­ner eine Ein­heit und inter­es­sie­ren sich für den Vogel. Wer jetzt sagt, er wol­le sich nicht ver­stel­len, pocht zwar auf sein Recht auf Selbst­be­stim­mung, lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen sind ihm aber fremd.

Vie­le Men­schen reagie­ren aus einem Impuls her­aus, ohne lan­ge nach­zu­den­ken. Es lohnt sich, häu­fi­ger eine über­ge­ord­ne­te Ebe­ne ein­zu­neh­men und über das eige­ne Ver­hal­ten zu reflek­tie­ren. Wer sich jetzt dabei ertappt, dass er häu­fig unwirsch auf den ande­ren Part­ner reagiert, kann das jetzt ändern. Wie wäre es, auf den nächs­ten Reiz ein­mal mit ech­tem Inter­es­se zu reagie­ren?

Der Weisheit letzter Schluss

"Das ist der Weis­heit letz­ter Schluss: Nur der ver­dient sich Frei­heit wie das Leben, der täg­lich sie erobern muss". Die­sen berühm­ten Spruch lässt Goe­the Faust im zwei­ten Teil sei­nes Dra­mas sagen. Für lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen soll­te die­ser Satz der Leit­spruch sein. Lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen sind kein Pro­dukt des Zufalls. Wer bereit ist, täg­lich dar­an zu arbei­ten und sein Ver­hal­ten regel­mä­ßig zu prü­fen, hat die Chan­ce auf lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen.

Bei Hoch­zei­ten fällt immer wie­der der Satz, dass die Lie­be mit der Zeit ver­ge­he. Es gibt wohl kaum einen sinn­lo­se­ren Aus­spruch. Für den Sozi­al­phi­lo­so­phen und Psy­cho­ana­ly­ti­ker Erich Fromm ist Lie­be eine Fähig­keit (nach­zu­le­sen in sei­nem Buch "Die Kunst des Lie­bens"). Wer Lie­be so auf­fasst, für den ändert sich alles. Er weiß, dass lan­ge und glück­li­che Bezie­hun­gen allei­ne von ihm abhän­gen.

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