Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) will xhamster sperren

Von Jens Haberlein
Voraussichtliche Lesedauer: 3 Minuten
Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) will xhamster sperren
Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) will xhamster sperren
4.5
(21)

xHamster droht Sperrung wegen Jugendschutz

Die Web­site xHams­ter gehört zu den belieb­tes­ten Por­no-Web­sei­ten über­haupt. Sie ist seit 2007 Online und wird durch die Ham­my Media Ltd. mit Sitz im EU Land Zypern betrie­ben. Auf xHams­ter kön­nen die User kos­ten­los unzäh­li­ge Por­no­fil­me und Fotos anse­hen sowie mit Web­cam­girls chat­ten.


Eronite empfiehlt dir
Das Dating 3.0 – Die Zukunft des Dating


Warum wollen sie xHamster sperren?

Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) will xhamster sperrenBereits vor eini­gen Jah­ren ver­zeich­ne­te die Web­site mehr als 10 Mil­lio­nen regis­trier­te Nut­zer. Die tat­säch­li­che Zahl dürf­te höher lie­gen, da vie­le Inhal­te ohne Anmel­dung zur Ver­fü­gung ste­hen. Deut­sche Jugend­schüt­zer wol­len jetzt xHams­ter sper­ren. Die Kom­mis­si­on für Jugend­me­di­en­schutz (KJM) hat ange­ord­net, xHams­ter zu sper­ren, weil die Web­site kein Ver­fah­ren zur Alters­ve­ri­fi­zie­rung anbie­tet und auch kei­nes plant. xHams­ter begrün­det das damit, dass sie befürch­ten, weni­ger zah­len­de Pre­mi­um­mit­glie­der zu bekom­men. xHams­ter bie­tet ledig­lich eine frei­wil­li­ge Bestä­ti­gung an, dass der User älter als 18 Jah­re ist. Mit dem­sel­ben Pro­blem sind auch ande­re Anbie­ter ero­ti­scher Web­sei­ten kon­fron­tiert. Des­halb gibt es nur noch weni­ge Anbie­ter, die ihren Sitz in Deutsch­land haben.

Wie will die KJM xHams­ter sper­ren? Die KJM ist nicht die ein­zi­ge, die xHams­ter sper­ren will. Die Web­site wur­de bereits mehr­fach durch Regie­run­gen in Indi­en, Thai­land oder Russ­land gesperrt. Auf die Zahl der User in die­sen Län­dern hat­te das aber kaum einen Ein­fluss. Die Jugend­schüt­zer woll­ten xHams­ter zunächst bei Netz­be­trei­bern wie der Tele­kom und Voda­fone sper­ren las­sen. Die­se lehn­ten das Anlie­gen ab. In einem neu­en Anlauf wol­len die Jugend­schüt­zer xHams­ter sper­ren, indem sie gegen den Dienst­leis­ter vor­ge­hen, der xHams­ter hos­tet. Das ist mög­lich, weil Zypern ein EU-Mit­glieds­staat ist.

Ist es möglich, eine xHamster Sperre zu umgehen?

Der Nut­zen der Maß­nah­me wird kon­tro­vers dis­ku­tiert. Befür­wor­ter füh­ren den Jugend­schutz als Argu­ment an. Geg­ner der Sper­rung argu­men­tie­ren, dass eine Sper­rung kei­nen Erfolg haben oder nur begrenzt wirk­sam sein wird. Jün­ge­re Kin­der haben an por­no­gra­fi­schen Web­sei­ten sowie­so kein Inter­es­se. Jugend­li­che wie­der­um fin­den Mit­tel und Mög­lich­kei­ten, eine Sper­re zu umge­hen. Soll­te die Kom­mis­si­on für Jugend­me­di­en­schutz mit ihrem Antrag, xHams­ter zu sper­ren, Erfolg haben, ist damit noch lan­ge nicht das letz­te Wort gespro­chen.

Ero­tik­por­tal mit Flat­rate

Die Betrei­ber von xHams­ter wer­den sich höchst­wahr­schein­lich dage­gen zur Wehr set­zen und gericht­lich gegen die Sper­re vor­ge­hen. Wenn das kei­nen Erfolg hat, bleibt immer noch die Opti­on, das Hos­ting der Platt­form in ein Land außer­halb der EU zu ver­le­gen. Im Inter­net spie­len weder poli­ti­sche Gren­zen noch Ent­fer­nun­gen eine Rol­le. Es gibt vie­le Staa­ten auf der Welt, die eine Platt­form wie xHams­ter gern hos­ten wür­den, weil das Ein­nah­men in die Staats­kas­se bringt. Eines der bekann­tes­ten Bei­spie­le ist der pazi­fi­sche Insel­staat Tuva­lu, der mit sei­nem auf .tv enden­den Domain­na­men viel Geld ver­dient. Die Gebüh­ren vom Hos­ting ver­schie­de­ner Anbie­ter machen 25 Pro­zent der Staats­ein­nah­men Tuva­lus aus.

Wie ist der Versuch der Sperrung zu bewerten?

Es han­delt sich um einen Ein­griff in die Frei­heit der Infor­ma­ti­on. Kommt die KJM mit ihrem Antrag durch, xHams­ter zu sper­ren, ist das ein Schritt in Rich­tung Zen­sur. Auto­ri­tä­re Staa­ten wie Chi­na oder Iran prak­ti­zie­ren das schon. Soll sich Deutsch­land ihnen anschlie­ßen? Rich­ti­ger wäre es, umfang­rei­che Auf­klä­rungs­ar­beit zu leis­ten und den Eltern bes­se­re Mög­lich­kei­ten zu geben, xHams­ter zu sper­ren. Sie sind bei min­der­jäh­ri­gen Jugend­li­chen die­je­ni­gen Per­so­nen, die ent­schei­den kön­nen und sol­len, wel­che Web­sei­ten ihre Kin­der besu­chen und wel­che nicht.

Den Eltern die Ver­ant­wor­tung durch staat­li­che Kon­troll­maß­nah­men abneh­men zu wol­len, ist defi­ni­tiv der fal­sche Weg. Staat­li­che Kon­troll­maß­nah­men las­sen sich nur schwer mit dem Anspruch, ein demo­kra­ti­scher Rechts­staat zu sein, in Ein­klang brin­gen. Es ist zu hof­fen, dass sich das Pro­blem auf ande­re Wei­se lösen lässt.

Gefällt dir die­ser Arti­kel?

Klick auf einen Stern für dei­ne Bewer­tung!

Durch­schnitt­li­che Bewer­tung 4.5 / 5. Anzahl Bewer­tun­gen: 21

Bis­her kei­ne Bewer­tun­gen! Sei der Ers­te, der die­sen Bei­trag bewer­tet.

Da du die­sen Bei­trag moch­test…

… fol­ge uns doch gern auf:

Es tut uns leid, dass du die­sen Arti­kel nicht magst.

Lass uns die­sen Bei­trag noch ein­mal über­prü­fen!

Wie kön­nen wir die­sen Arti­kel bes­ser schrei­ben?


Möchtest du unseren Newsletter bekommen?

Einmal wöchentlich versenden wir unser "Bergfest" mit den neuesten Beiträgen, News, Interviews und mehr, damit du nichts mehr verpasst – kostenlos!


Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
Livecam Bonus
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Alle Kommentare sehen

Die Buch-Empfehlung unseres Chefredakteurs Mario Meyer:
"Künstliche Intelligenz – Werden wir alle vernichtet?"Buch-Empfehlung: "Künstliche Intelligenz – Werden wir alle vernichtet?"