Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) will xhamster sperren

Von Jens Haberlein
Voraussichtliche Lesedauer: 3 Minuten
Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) will xhamster sperren
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xHamster droht Sperrung wegen Jugendschutz

Die Website xHamster gehört zu den beliebtesten Porno-Webseiten überhaupt. Sie ist seit 2007 Online und wird durch die Hammy Media Ltd. mit Sitz im EU Land Zypern betrieben. Auf xHamster können die User kostenlos unzählige Pornofilme und Fotos ansehen sowie mit Webcamgirls chatten.

Warum wollen sie xHamster sperren?

Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) will xhamster sperrenBereits vor einigen Jahren verzeichnete die Website mehr als 10 Millionen registrierte Nutzer. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, da viele Inhalte ohne Anmeldung zur Verfügung stehen. Deutsche Jugendschützer wollen jetzt xHamster sperren. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat angeordnet, xHamster zu sperren, weil die Website kein Verfahren zur Altersverifizierung anbietet und auch keines plant. xHamster begründet das damit, dass sie befürchten, weniger zahlende Premiummitglieder zu bekommen. xHamster bietet lediglich eine freiwillige Bestätigung an, dass der User älter als 18 Jahre ist. Mit demselben Problem sind auch andere Anbieter erotischer Webseiten konfrontiert. Deshalb gibt es nur noch wenige Anbieter, die ihren Sitz in Deutschland haben.

Wie will die KJM xHamster sperren? Die KJM ist nicht die einzige, die xHamster sperren will. Die Website wurde bereits mehrfach durch Regierungen in Indien, Thailand oder Russland gesperrt. Auf die Zahl der User in diesen Ländern hatte das aber kaum einen Einfluss. Die Jugendschützer wollten xHamster zunächst bei Netzbetreibern wie der Telekom und Vodafone sperren lassen. Diese lehnten das Anliegen ab. In einem neuen Anlauf wollen die Jugendschützer xHamster sperren, indem sie gegen den Dienstleister vorgehen, der xHamster hostet. Das ist möglich, weil Zypern ein EU-Mitgliedsstaat ist.

Ist es möglich, eine xHamster Sperre zu umgehen?

Der Nutzen der Maßnahme wird kontrovers diskutiert. Befürworter führen den Jugendschutz als Argument an. Gegner der Sperrung argumentieren, dass eine Sperrung keinen Erfolg haben oder nur begrenzt wirksam sein wird. Jüngere Kinder haben an pornografischen Webseiten sowieso kein Interesse. Jugendliche wiederum finden Mittel und Möglichkeiten, eine Sperre zu umgehen. Sollte die Kommission für Jugendmedienschutz mit ihrem Antrag, xHamster zu sperren, Erfolg haben, ist damit noch lange nicht das letzte Wort gesprochen.

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Die Betreiber von xHamster werden sich höchstwahrscheinlich dagegen zur Wehr setzen und gerichtlich gegen die Sperre vorgehen. Wenn das keinen Erfolg hat, bleibt immer noch die Option, das Hosting der Plattform in ein Land außerhalb der EU zu verlegen. Im Internet spielen weder politische Grenzen noch Entfernungen eine Rolle. Es gibt viele Staaten auf der Welt, die eine Plattform wie xHamster gern hosten würden, weil das Einnahmen in die Staatskasse bringt. Eines der bekanntesten Beispiele ist der pazifische Inselstaat Tuvalu, der mit seinem auf .tv endenden Domainnamen viel Geld verdient. Die Gebühren vom Hosting verschiedener Anbieter machen 25 Prozent der Staatseinnahmen Tuvalus aus.

Wie ist der Versuch der Sperrung zu bewerten?

Es handelt sich um einen Eingriff in die Freiheit der Information. Kommt die KJM mit ihrem Antrag durch, xHamster zu sperren, ist das ein Schritt in Richtung Zensur. Autoritäre Staaten wie China oder Iran praktizieren das schon. Soll sich Deutschland ihnen anschließen? Richtiger wäre es, umfangreiche Aufklärungsarbeit zu leisten und den Eltern bessere Möglichkeiten zu geben, xHamster zu sperren. Sie sind bei minderjährigen Jugendlichen diejenigen Personen, die entscheiden können und sollen, welche Webseiten ihre Kinder besuchen und welche nicht.

Jugendschutz fängt bei den Eltern an!

Den Eltern die Verantwortung durch staatliche Kontrollmaßnahmen abnehmen zu wollen, ist definitiv der falsche Weg. Staatliche Kontrollmaßnahmen lassen sich nur schwer mit dem Anspruch, ein demokratischer Rechtsstaat zu sein, in Einklang bringen. Es ist zu hoffen, dass sich das Problem auf andere Weise lösen lässt.

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