Die Macht der Fantasie: Erotik im Marketing

Von Laura Buschmann
Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten
Die Macht der Fantasie: Erotik im Marketing
Die Macht der Fantasie: Erotik im Marketing
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Wie Erotik im Marketing genutzt wird

… und welche Auswirkungen das auf die Verbraucher hat

“Sex sells” lautet einer der bekanntesten Marketinggrundsätze. Dabei ist es weniger die blanke Haut allein, die sich gut verkauft. Besonders erotische Fantasien sind es, von denen Menschen sich angesprochen fühlen. Reize sorgen dann für ein Kribbeln auf der Haut, wenn Dinge gezeigt und zugleich verborgen werden. Spätestens wenn es um diese Art von Erotik geht, spielt der Inhalt eine Rolle. Wie gestaltet sich das konkrete Verhältnis von virtuellem Marketing und Erotik Content?


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Google-Mainstream und Erotikmarketing – geteilte Welten?

Erotikportale erzielen im Internet viele Besucher auf sich und machen mit ihrem Geschäft einen enormen Umsatz. Und doch nehmen Pornoplattformen nicht mehr einen so großen Anteil des Internets ein. Die Funktionsweise von Suchmaschinen wie Google hat in den letzten Jahren zusätzlich dafür gesorgt, dass sich inhaltlich die Spreu vom Weizen trennt. Obwohl das Unternehmen sich in offiziellen Statements betont neutral gibt, sortieren die Suchmaschinen bestimmten Content tendenziell aus. Das liegt im ureigenen Interesse des Unternehmens. Eine Suchmaschine, deren Ergebnisse bei normalen Keywords, Schmuddelseiten anzeigen, wird von Nutzern als unseriös wahrgenommen. Google und Co. berücksichtigen diese Wahrnehmung und steuern ihre Suchergebnisse an dieser Stelle.

Die Macht der Fantasie: Erotik im Marketing

Vor dem Hintergrund bewegt sich manche Erotikseite abseits des Mainstreams. Portale wie Youporn haben sich damit nicht abgefunden. Mit einem geschickten Marketing haben sie sich ihren Weg zurück in den Mainstream erobert. Eine Stütze in diesem Marketing war der Aufbau von humorvollen und unterhaltsamen Kanälen auf Twitter und in anderen sozialen Netzwerken. Die Plattform hat von sich aus bewiesen, dass sie nicht allein Porno kann. Das ist bei vielen Verbrauchern positiv angekommen und hat in der Wahrnehmung der Bevölkerung zu einer Normalisierung geführt. Zudem haben Erotikportale sich stärker erotischen Geschichten gewidmet und erklärtermaßen Amateurcontent aufgenommen. Zusammen mit einer Veränderung zur Erotik 2.0 hat die harte Erotik sich einen festen Fuß in der Tür des normalen Internets gesichert.

Wie die Vielfalt der Lebensentwürfe das Onlinemarketing vervielfältigt hat

Früher führte Erotikcontent dazu, dass ein Onlineangebot schnell auf das erotische Gleis abgeschoben wurde. Vor dem Hintergrund der beschriebenen Veränderungen ist dies heute nicht mehr der Fall. Es gibt Portale, die erotische Geschichten mit Informationsangeboten, Dienstleistungen und dem Verkauf von Waren verbinden. Dabei müssen auf der Seite nicht einmal Sex Toys und ähnliche Dinge verkauft werden. Das moderne und junge Publikum ist für Beziehungsratgeber und erotische Geschichten auf normalen Internetseiten offen. Solange es sich um gehaltvolle erotische Geschichten handelt, lassen sich damit gute Geschäfte machen.

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Auch viele Gaysex Geschichten werden auf unverdächtigen Seiten vermarktet und dargeboten. Die Offenheit für verschiedene Lebensentwürfe und die Diversität sexueller Orientierungen wird von vielen Menschen als positiver Grundwert wahrgenommen. Der gesellschaftliche Wandel an dieser Stelle hat seinen Eingang in die normale Werbung gefunden. Zwar werden hier noch nicht viele Gaysex Geschichten offen präsentiert. Moderne Werbebeiträge kokettieren heute gerne mit der Vielfalt von Lebensentwürfen. Wenn Unternehmen sich als modern und weltoffen präsentieren möchten, sollten sie sich offen für Diversität zeigen.

Erotischer Content im neuen Onlinebusiness und veränderte Verbraucherbedürfnisse

Das Buhlen um den Mainstream hat bei der inhaltlichen Ausrichtung von erklärten Erotikseiten zu Veränderungen geführt. In die wichtigsten Keywords und Suchanfragen können diese Angebote nach wie vor nicht vorstoßen. Daher empfiehlt sich eine Orientierung an spezialisierteren Keywords. Länge zählt an dieser Stelle doch. Das wissen die Betreiber und Marketingabteilungen. Long-Tail-Keywords sind der Schlüssel zum Erfolg. Aber auch auf ausgefeilte Marketingtechnik kommt es an. Wer heute mit Erotik ein Geschäft machen möchte, präsentiert am besten ausführliche Geschichten zu seinen Stars und stellt Besuchern obendrein eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme in Aussicht.

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Zudem bedient das Marketing nicht selten gezielt eine bestimmte Szene. Die richtige Zielgruppenorientierung an der Stelle ist ein marketingtechnischer Drahtseilakt. Einerseits muss das Spezielle bedient werden, das eine ganz besondere erotische Fantasie bespielt, die auch einen Nervenkitzel verspricht. Andererseits sollte sich das Angebot soweit am Mainstream orientieren, dass es viele Besucher anzieht und einen wirtschaftlichen Erfolg verspricht.

Die Veränderung des erotischen Contents und die Durchsetzung des Marketings mit erotischen Fantasien hat Auswirkungen auf die Verbraucher und ihr Innenleben. Fantasien zünden dann, wenn sie vorhandene Bedürfnisse und innere Wünsche der Verbraucher bedienen. Diese Gemengelage wandelt sich mit dem Zeitgeist und mit Veränderungen in der Gesellschaft.

Erotik bedient ähnlich wie Mode auch den Wunsch nach bestimmten äußeren Erscheinungen. Was heute erotisch anziehend ist, kann wenige Monate später schon abturnend wirken. Erotik im Marketing muss sich schnell wandeln und an neue Bedingungen anpassen. Dabei muss sie auch inhaltlich beweisen, dass sie sich auf der Höhe der Zeit bewegt. Dieser Anspruch gilt erotisch und marketingtechnisch.

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