Corona hat keinen Einfluss auf das Sexualleben

Von Carlos Galvez Otoño
Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten
Corona hat keinen Einfluss auf das Sexualleben
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Mehr Sex in der Coronakrise?

Von wegen! Die Deutschen setzen stattdessen auf Qualität! Das zumindest zeigt eine Forsa-Umfrage, die ORION kürzlich in Auftrag gegeben hat.

Demnach hatte die Coronakrise für 73 Prozent der Befragten gar keinen Einfluss auf das Liebesleben. Wenn Corona das Sexualleben mit einem/einer Partner/in beeinflusst hat, dann gaben Befragte sogar mehrheitlich an, dass sie während der Pandemie eher seltener Sex mit einem/einer Partner/in hatten. Anders ist es bei der Selbstbefriedigung: Auch hier gaben zwar 77 Prozent an, dass die Pandemie keinen Einfluss auf die Häufigkeit ihrer Selbstbefriedigung hatte, 11 Prozent meinten aber auch, sie hätten sich in dieser Zeit häufiger selbst befriedigt – 8 Prozent seltener. Übrigens betrifft das längst nicht nur Singles: Auch unter denen, die in Beziehungen leben, haben sich die Befragten in pandemischen Zeiten häufiger selbst befriedigt als vor der Pandemie.

Immer mehr Menschen besitzen Lovetoys für ihr Sexualleben

Corona hat keinen Einfluss auf das SexuallebenDer Trend geht zum Trend zum Zweit- und Dritt-Toy. Gleichzeitig stieg der Anteil derer, die mindestens ein Lovetoy besitzen, von 47 Prozent im Jahr 2017 auf 51 Prozent im Jahr 2021 an. Eine Auswirkung von Corona? Die Verkaufszahlen insbesondere im ersten Lockdown lassen das zumindest vermuten. Besonders auffallend: Während der Anteil derer, die ein Lovetoy haben, zwischen 2017 und 2021 um fünf Prozent gesunken ist, ist die Zahl derer, die sagen, sie haben mehr als eins, um 9 Prozent gestiegen. Dabei sind es vor allem die Männer, die hier auf den Geschmack gekommen sind: Bei den Männern stieg der Anteil der Lovetoy-Besitzer in den letzten 4 Jahren um 9 Prozent.

Den stärksten Anstieg gab es in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Und auch Paare gönnen sich jetzt häufiger auch ein Zweit- oder Dritt-Toy: Hier stieg der Anteil derer, die in Beziehungen leben und mehr als ein Toy besitzen, seit der letzten Forsa-Erhebung um ganze 10 Prozent.

Lovetoys? Frauen tun sich damit etwas Gutes, Männer ihrem Gegenüber

Hauptgrund für die Nutzung von Lovetoys ist der Befragung zufolge die Abwechslung: 55 Prozent gaben an, sie nutzen Lovetoys, um den Sex mit dem/der Partner/in abwechslungsreicher zu gestalten – 2017 waren es “nur” 51 Prozent. Dabei zeigen sich zwischen den Geschlechtern doch deutliche Unterschiede: Frauen nutzen Sextoys mit Abstand am häufigsten zur Selbstbefriedigung (64 Prozent), die Abwechslung steht für sie nur mit deutlichem Abstand an zweiter Stelle – gefolgt von der Angabe, dass sie mit Sextoys leichter zum Orgasmus kommen (36 Prozent).

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Unter den Männern steht der Aspekt der Abwechslung an erster Stelle (61 Prozent) – gleich gefolgt von der Antwort, mit Sextoys ihrem Partner/ihrer Partnerin eine Freude bereiten zu wollen (53 Prozent).

Frauen masturbieren immer häufiger

Apropos Freude bereiten: Bekanntermaßen ist ja auch die Selbstbefriedigung etwas, das einem Freude bereitet. Nebenbei bemerkt: Sie steigert auch das Selbstbewusstsein und die Selbstliebe! Auch hier zeigt sich eine Veränderung gegenüber der letzten Forsa-Erhebung im Jahr 2017: Vor allem Frauen masturbieren deutlich häufiger als noch vor 4 Jahren! Aber auch die Männer legen häufiger selbst Hand an: Gaben 2017 noch 79 Prozent der Männer an, sich mindestens einmal im Monat selbst zu befriedigen, sind es 2021 schon 85 Prozent.

Noch markanter ist der Unterschied aber bei den Frauen: Hier stieg die Zahl derer, die sich einmal monatlich oder öfter selbst sexuell verwöhnen, von 49 auf 60 Prozent! Besonders markant war der Anstieg übrigens bei denen, die in Beziehungen leben, während sich Singles relativ unverändert oft befriedigen (Beziehung: +14 Prozent, Singles: +5 Prozent, mindestens einmal monatlich). Erfreulicher Nebeneffekt: Wer häufiger masturbiert, ist der Forsa-Umfrage auch zufriedener mit seinem Sexualleben!

Was Sex mit Sushi zu tun hat

Dass (zu) wenig Sex viele Menschen unzufrieden macht, dürfte die meisten nicht überraschen. Aber wer hätte gedacht, dass auch täglicher Sex nicht unbedingt ein zufriedenes Sexualleben schafft? Wird Sex zur Routine und, im wahrsten Sinne des Wortes, alltäglich, steigert das die Zufriedenheit auch nicht unbedingt: Laut der jüngsten Forsa-Befragung sind die Deutschen dann am zufriedensten, wenn sie mehrmals im Monat, aber keinesfalls täglich Sex haben.

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Zwei- bis dreimal pro Woche macht die Menschen am glücklichsten. Da ist es eben ein bisschen so wie mit dem Sushi. Oder auch mit dem Freundinnentreffen: Es ist ab und zu und vor allem regelmäßig ein absoluter Genuss, aber täglich muss es auch nicht sein – sonst wird der Genuss ganz schnell zum Alltag.


Titelfoto: Orion

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