Das Ende: Pornoschmiede Videorama pleite

Von Julia Moreno
Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten
Das Ende: Pornoschmiede Videorama pleite
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Videorama pleite? Pornoschmiede am Ende!

Früher waren hier Porno-Legende Gina Wild und Erotikstar Vivian Schmitt zuhause, jetzt kommt der Insolvenzverwalter

Videora­ma plei­te, die Schmie­de der Por­no­stars! Hier gaben sich einst Con­ny Dachs, Gina Wild, Har­ry S. Mor­gan, Jana Bach, Leo­nie Saint, Maria Mia, Vivi­an Schmitt und Lena Nit­ro die Klin­ke in  die Hand. Nun sind die Lich­ter aus­ge­gan­gen. Die Fir­ma ist insol­vent.


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Der „Venus Award“, der Oscar der Por­no­bran­che, stand regel­mä­ßig in der der Vitri­ne der Fir­men­zen­tra­le in Essen. Im Gewer­be­ge­biet ste­hen ein­fa­che Gebäu­de, das Büro des eins­ti­gen Sex-Impe­ri­ums muss nun geräumt wer­den. Der Plei­te­gei­er war da.

Lena Nitro
Auch Lena Nit­ro war bei Videora­ma

Horst F. Peter, Grün­der der Ero­tik­schmie­de, leg­te gemein­sam mit sei­ner Frau Syl­via in Essen (Ruhr) mit der Grün­dung des Maga­zins "Hap­py Weekend" den Grund­stein für eine bei­spiel­lo­se Fir­men­kar­rie­re in der Sex­bran­che. Klaus Sie­mon hin­ge­gen kommt aus Köln. Jetzt hat er das Sagen. Denn Klaus ist Insol­venz­ver­wal­ter. Am 6.9.2016 ging der Antrag beim Amts­ge­richt Essen ein. Videora­ma ist plei­te. Ein Stück Geschich­te und sein Nie­der­gang:

Videorama pleite – der Insolvenzverwalter übernimmt

Unter dem Dach der Sil­wa-Grup­pe fir­mier­ten bis zuletzt u. a. die Videora­ma GmbH, die Sil­wa Film­ver­trieb GmbH, das SVK-Video-Kopier­werk, die Elf­ra Film­pro­duk­ti­ons- und Ver­lags­ge­sell­schaft und EAT Medi­en. Alle fünf  Unter­neh­men sind vom Kon­kurs betrof­fen. Auch das Inter­net trug sei­nen Teil dazu bei, Videora­ma ver­paß­te es, recht­zei­tig auf den abfah­ren­den Zug zu sprin­gen. Jetzt kam die Quit­tung. Ohne fri­schen Input, einem Quänt­chen Glück und das Ver­ständ­nis sowie die Akzep­tanz des World Wide Web haben Unter­neh­men in der Sex­bran­che kei­ne Zukunft mehr. DVDs ver­kau­fen sich nicht mehr wie frü­her und auch die Video­the­ken ster­ben nach und nach aus. Hard­core-Fil­me gibt es jetzt online.

Gina Wild, der wohl bekannteste Pornostar von Videorama
Gina Wild, der wohl bekann­tes­te Por­no­star

Es waren einst gol­de­ne Zei­ten. Neue Ideen (zum Bei­spiel die 0190er-Sex­hot­lines, Por­no-DVDs, Ero­tik­pos­til­len) ver­hal­fen dem Unter­neh­men und sei­nem Grün­der Horst Peter zu einem Mil­lio­nen­ver­dienst. Neben den gro­ßen Stars der 80er und 90er Jah­re wie Con­ny Dachs, Gina Wild, Har­ry S. Mor­gan, Jana Bach, Leo­nie Saint und Vivi­an Schmitt und brach­te die Sex­fir­ma auch Por­no­stern­chen und Stars wie Lena Nit­ro, Maria Mia, Texas Pat­ti, Sina Ber­ger, Anni­na Uca­tis, Don­na Som­mer, Rene Por­ne­ro und Saphi­ra auf die Büh­ne bzw. vor die Kame­ra.

Wenn Videorama pleite geht, ist von einst 270 Mitarbeitern keiner mehr da

Deut­sche Sol­da­ten in den Mann­schafts­hei­men deck­ten sich regel­mä­ßig mit den Maga­zi­nen ein und auf jeder Stu­be gab es min­des­tens ein Heft: Hap­py Weekend. Sie began­nen mit knapp 10.000 Exem­pla­ren, die aus Hol­land nach Deutsch­land geschickt wur­den. Anfang der 1970er Jah­re war Por­no­gra­phie in Deutsch­land noch sehr vom Straf­ge­setz­buch geprägt und dies war der ein­fachs­te Weg, die Leser trotz­dem mit dem Sex-Kon­takt­ama­ga­zin zu belie­fern. Das Impe­ri­um wuchs und schon längst war man kei­ne Medi­en­fir­ma mehr, son­dern eta­blier­te sich neben Mag­ma­film zum Big Play­er der deut­schen Hard­core-Sze­ne.

Nicht nur in Kaser­nen gab es die Hap­py Weekend. 1998 sind es bereits 90.000 Exem­pla­re, die auch an Tank­stel­len und am gut sor­tier­ten Bahn­hofs­ki­osk wur­de das Maga­zin unter der Laden­the­ke feil­ge­bo­ten wer­den. 600.000 DM (heu­te ca. 307.000 Euro) brin­gen die Abon­ne­ments treu­er Kun­den jeden Monat in die prall gefüll­te Kas­se des Unter­neh­mens.

Das Kopier­werk glüh­te, es wur­den Dop­pel­schich­ten gefah­ren und oft wur­de sogar 24 Stun­den gear­bei­tet – Tag und Nacht, um den hohen Bedarf an Por­no-DVDs zu decken, nach der Wen­de­zeit beson­ders in Ost­deutsch­land. 270 Mit­ar­bei­ter küm­mern sich um die Belan­ge der Ero­tik­schmie­de und sei­ner Stars. 50 Mil­lio­nen Euro bot die Bea­te Uhse AG im Jah­re 2011 für die Por­no­fir­ma. Plus Umsatz- und Gewinn­be­tei­li­gung. Horst Peter jedoch lehn­te ab. Zuletzt arbei­te­ten nur noch 16 Mit­ar­bei­ter für Videora­ma, der Insol­venz­ver­wal­ter sucht nun einen Inves­tor, der wei­ter­füh­ren möch­te, was mit Videora­ma-Star Vivi­an Schmitt („Bes­te Nach­wuchs­dar­stel­le­rin 2004“), Por­no­le­gen­de Gina Wild („Jetzt wird's schmut­zig“) und dem legen­dä­ren Videora­ma-Pro­du­zen­ten Har­ry S. Mor­gan begann. Da Videora­ma plei­te ist, wird das sicher kein ein­fa­ches Unter­fan­gen…

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