Erotischer Gottesdienst: Mehr Sex für Pfarrer! Amen.

Von Benno von Sandhayn
Voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten
Erotischer Gottesdienst: Mehr Sex für Pfarrer! Amen.
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Die Grenze zwischen Spiritualität und Sinnlichkeit

In einer Zeit, in der Reli­gi­on oft als zurück­hal­tend und kon­ser­va­tiv wahr­ge­nom­men wird, ent­ste­hen uner­war­te­te Über­kreu­zun­gen zwi­schen dem Sakra­len und dem Pro­fa­nen, die zum Nach­den­ken anre­gen. Das Kon­zept eines "ero­ti­schen Got­tes­diens­tes" mag auf den ers­ten Blick scho­ckie­rend erschei­nen. Aber bei genaue­rem Hin­se­hen ent­hüllt es die tief­grün­di­ge Suche des Men­schen nach einer Ver­bin­dung zwi­schen phy­si­scher Inti­mi­tät und spi­ri­tu­el­ler Erfah­rung.


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Die­ser muti­ge und unkon­ven­tio­nel­le Ansatz, der im Her­zen Kölns in der his­to­ri­schen Kar­täu­ser­kir­che prä­sen­tiert wur­de, ist mehr als nur eine flüch­ti­ge Pro­vo­ka­ti­on; er ist ein Zeug­nis für die stän­di­ge Evo­lu­ti­on mensch­li­cher Spi­ri­tua­li­tät und das Bedürf­nis, sich mit allen Facet­ten unse­res Daseins aus­ein­an­der­zu­set­zen. Hier betrach­ten wir das Zusam­men­tref­fen von sinn­li­cher Dar­bie­tung und geis­ti­ger Hin­ga­be und erkun­den, was es wirk­lich bedeu­tet, wenn die Gren­zen zwi­schen Kör­per und See­le ver­schwim­men.

Ein erfrischender Blick auf erotische Gottesdienste

Erotischer Gottesdienst: Mehr Sex für Pfarrer! Amen.
Ero­ti­scher Got­tes­dienst: Mehr Sex für Pfar­rer! Amen.

1. Der Umstrittene Akt: Ein Tanz in der Sakristei

Inmit­ten einer Kir­che, direkt vor dem Altar, führt eine Tän­ze­rin in einem haut­far­be­nen Body eine außer­ge­wöhn­li­che Dar­bie­tung durch. Anstatt Empö­rung oder Ent­rüs­tung aus­zu­lö­sen, stellt sich dies als ein Höhe­punkt des Evan­ge­li­schen Kir­chen­ta­ges her­aus, kon­kret in der Kar­täu­ser­kir­che in Köln, die den "ero­ti­schen Got­tes­dienst" beher­bergt.

2. Eine Begegnung von Gegensätzen

Ein Gewit­ter am Abend konn­te die Neu­gier von fast tau­send Inter­es­sen­ten nicht dämp­fen, die außer­halb der Klos­ter­an­la­ge war­te­ten. Den­noch konn­ten nur 400 Per­so­nen teil­neh­men, und der rest­li­che Teil muss­te die Rei­se unver­rich­te­ter Din­ge antre­ten. Die Atmo­sphä­re inner­halb der Kir­che war jedoch eine ganz ande­re: Ein Samt­pfad zwi­schen den Bän­ken, eine Begrü­ßung, die die Besu­cher in den "Wein­berg der Lie­be" ein­lud, und ein Hauch von Wein und Rosen­blät­tern, der von oben auf die Gemein­de fiel.

Die Ankün­di­gung des "ero­ti­schen Got­tes­diens­tes" durch das Mikro­fon sorg­te für ein lei­ses, unsi­che­res Lachen, und der Beginn des Got­tes­diens­tes mit Saxo­fon­mu­sik und Tanz wur­de mit gemisch­ten Gefüh­len beob­ach­tet.

3. Erotik und Spiritualität: Zwei Seiten derselben Medaille

Pfar­rer Armin Beu­scher, geklei­det in einen schwar­zen Talar mit blo­ßen Füßen, betritt die Büh­ne. Er ver­mit­telt die Bot­schaft, dass Ero­tik und Lust nicht von der gött­li­chen Erfah­rung getrennt sind. Anstatt sie zu schmä­hen, soll­ten sie als Teil des mensch­li­chen Erle­bens akzep­tiert wer­den.

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Er betont die Bedeu­tung von Spi­ri­tua­li­tät und Ero­tik in der Bezie­hung und wie bei­de durch regel­mä­ßi­ge Übung geför­dert wer­den kön­nen. Er erin­nert an ein TV-Sze­na­rio, in dem ein Geist­li­cher nach einer inti­men Begeg­nung zu einer Beer­di­gung geht und wie dies die Idee von "leben­dig und kräf­tig und schär­fer" wider­spie­gelt.

Der Schluss­pfiff des Pfar­rers ist klar: Viel­leicht soll­ten Geist­li­che ihre Zeit mehr mit ihren Gelieb­ten ver­brin­gen, um sich bes­ser mit ihrer Spi­ri­tua­li­tät zu ver­bin­den.

Ein sinnlicher Ausflug in den sakralen Raum

4. Woher kommt der Drang, die Grenzen zu verschieben?

Erotischer Gottesdienst: Mehr Sex für Pfarrer! Amen.
Ero­ti­scher Got­tes­dienst: Mehr Sex für Pfar­rer! Amen.

In Zei­ten, in denen Kir­chen oft mit sin­ken­den Mit­glie­der­zah­len zu kämp­fen haben, suchen reli­giö­se Gemein­schaf­ten nach Wegen, um rele­van­ter und zugäng­li­cher zu sein. Der "ero­ti­sche Got­tes­dienst" ist viel­leicht eine muti­ge und uner­war­te­te Ant­wort auf die­ses Dilem­ma. Durch die Ver­bin­dung von Sinn­lich­keit und Spi­ri­tua­li­tät in einem sakra­len Raum wird ein neu­es Ver­ständ­nis von Inti­mi­tät und Gött­lich­keit gebo­ten. Die­se Ver­bin­dung kann als Erkun­dung des mensch­li­chen Bedürf­nis­ses nach Nähe, sowohl phy­sisch als auch spi­ri­tu­ell, gese­hen wer­den.

5. Die Rolle der Kritiker

Natür­lich gibt es immer Skep­ti­ker und Kri­ti­ker. Eini­ge sehen die­sen Got­tes­dienst viel­leicht als unan­ge­mes­sen oder sogar got­tes­läs­ter­lich. Doch die­se Kri­tik zeigt auch, wie tief ver­wur­zelt bestimm­te Ansich­ten über die Rol­le der Kir­che und der Geist­lich­keit sind. Doch was, wenn die Kir­che einen Raum bie­ten kann, in dem Men­schen ihre kom­plet­te Mensch­lich­keit, ein­schließ­lich ihrer Sinn­lich­keit, erkun­den kön­nen, ohne Angst vor Urtei­len?

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Der "ero­ti­sche Got­tes­dienst" for­dert die tra­di­tio­nel­len Ansich­ten her­aus und öff­net die Tür für ein inklu­si­ve­res Ver­ständ­nis von Spi­ri­tua­li­tät. Es stellt sich die Fra­ge: Kann die Erkun­dung von Ero­tik in einem sakra­len Raum die Art und Wei­se, wie wir Bezie­hun­gen, Inti­mi­tät und gött­li­che Ver­bin­dung betrach­ten, erwei­tern?

6. Das Potenzial für die Zukunft

Erotischer Gottesdienst: Mehr Sex für Pfarrer! Amen.
Ero­ti­scher Got­tes­dienst: Mehr Sex für Pfar­rer! Amen.

Es ist noch unklar, ob sol­che expe­ri­men­tel­len Got­tes­diens­te in der Zukunft häu­fi­ger auf­tre­ten wer­den. Doch sie bie­ten zwei­fel­los eine fri­sche Per­spek­ti­ve auf das, was in einem Got­tes­haus mög­lich ist. In einer Zeit, in der die Gesell­schaft immer offe­ner über Sexua­li­tät und Bezie­hun­gen spricht, könn­te es für die Kir­che von Vor­teil sein, die­se The­men in ihre Ritua­le und Dis­kur­se auf­zu­neh­men.

Viel­leicht wird die zukünf­ti­ge Kir­che ein Ort sein, an dem Men­schen nicht nur für spi­ri­tu­el­le Nah­rung kom­men, son­dern auch, um ihr gan­zes Selbst, ein­schließ­lich ihrer sinn­li­chen Sei­te, zu erkun­den und zu fei­ern. Das Ende des "ero­ti­schen Got­tes­diens­tes" in der Kar­täu­ser­kir­che in Köln könn­te somit der Beginn einer neu­en Bewe­gung in der reli­giö­sen Welt sein. Ein Zei­chen dafür, dass Ver­än­de­rung mög­lich ist und dass die Kir­che, auch in ihrer Anpas­sungs­fä­hig­keit, eine gött­li­che Inspi­ra­ti­on fin­den kann.

Gemeinsame Erfahrung: Ein Salbungsritual

Der Got­tes­dienst for­der­te die Anwe­sen­den her­aus, indem er sie ein­lud, an einem Sal­bungs­ri­tu­al teil­zu­neh­men. Eini­ge zöger­ten, ande­re tauch­ten mutig ein, und eini­ge weni­ge jun­ge Paa­re zeig­ten sogar offe­ne Zunei­gung. Das Feed­back von zwei Besu­che­rin­nen, Bir­git Kehl­mann und Ger­trud Bern­heim, zeig­te die Wert­schät­zung die­ser ein­zig­ar­ti­gen Erfah­rung. Der Got­tes­dienst ende­te mit dem gemein­sa­men Gebet des Vater­un­sers und einer Auf­for­de­rung vom Pfar­rer, Gott mit kör­per­li­cher und emo­tio­na­ler Inti­mi­tät zu loben.

Der "ero­ti­sche Got­tes­dienst" mag für vie­le kon­tro­vers sein, aber er zeigt, dass die Kir­che immer noch einen Ort für tie­fe mensch­li­che Erfah­run­gen und die Erkun­dung der kom­ple­xen Bezie­hung zwi­schen Spi­ri­tua­li­tät und Sinn­lich­keit bie­ten kann. Es bleibt zu hof­fen, dass sol­che inno­va­ti­ven Ansät­ze dazu bei­tra­gen wer­den, die Kir­che rele­van­ter und zugäng­li­cher für moder­ne Gemein­den zu machen.

Quel­le: n‑tv

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