Polizist wegen heimlich gefilmter intimer Aufnahmen verurteilt

Von Stephan Gubenbauer
Voraussichtliche Lesedauer: 3 Minuten
Polizist wegen heimlich gefilmter intimer Aufnahmen verurteilt
Polizist wegen heimlich gefilmter intimer Aufnahmen verurteilt
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Polizist wegen Kinderpornografie und heimlicher Spannervideos verurteilt

Die­ser "Freund und Hel­fer" hat meh­re­re Frau­en und eine Min­der­jäh­ri­ge heim­lich gefilmt. Er mach­te inti­me Auf­nah­men, die von Nackt­bil­dern bis hin zu Vide­os rei­chen, wel­che Frau­en beim Geschlechts­ver­kehr mit dem Ange­klag­ten zei­gen. Das sind intims­te Auf­nah­men, die in hohem Maße das Per­sön­lich­keits­recht und den höchst­per­sön­li­chen Lebens­be­reich der fünf Opfer ver­let­zen. Zusätz­lich fand man Miss­brauchs­bil­der und kin­der­por­no­gra­fi­sche Inhal­te auf sei­nem Com­pu­ter und sei­nem Handy.


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Für die­sen Fall ist das Jugend­straf­ge­richt zustän­dig. Der Ange­klag­te war bei sei­nen frü­hes­ten Taten selbst noch kei­ne 21 Jah­re alt.

Das Urteil

Polizist wegen heimlich gefilmter intimer Aufnahmen verurteiltDer 26jährige ist bereits bei 80 Pro­zent sei­nes Gehalts sus­pen­diert wor­den. Das Poli­zei­prä­si­di­um Ober­fran­ken hat außer­dem ein Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren gegen ihn ein­ge­lei­tet. Der ange­klag­te Poli­zist wur­de vom Jugend­schöf­fen­ge­richt des Amts­ge­richts Coburg/​Lich­ten­fels zu einer Frei­heits­stra­fe von einem Jahr und sechs Mona­ten auf Bewäh­rung ver­ur­teilt. Er hat davon bereits zwei Mona­te in Unter­su­chungs­haft ver­bracht. Sei­ne Arbeit als Poli­zist darf der Ange­klag­te nicht wie­der auf­neh­men. Sei­ne Kar­rie­re bei der Poli­zei fin­det mit der Urteils­be­kün­dung also sein Ende.

» Frau­en weh­ren sich gegen heim­li­che Aufnahmen

Der Rich­ter mach­te es bei der Urteils­be­kün­dung noch ein­mal deutlich:
Es ist nicht tole­rier­bar, dass eine Per­son des öffent­li­chen Diens­tes, dem die Men­schen ver­trau­en sol­len, sich sol­cher Taten schul­dig macht. Ein Poli­zei­be­am­ter hat sich stets rechts­kon­form zu beneh­men. Die Bevöl­ke­rung muss sich auf die Poli­zei ver­las­sen kön­nen. Inti­me Auf­nah­men, die heim­lich gefilmt wer­den, stel­len eine abso­lu­te Ver­let­zung der Pri­vat­sphä­re und des Per­sön­lich­keits­rech­tes dar. Ein Poli­zist muss es laut Rich­ter bes­ser wissen.

Auch eine Kollegin heimlich gefilmt

Zuletzt war eine sei­ner Poli­zei-Kol­le­gin­nen betrof­fen, mit der der Ange­klag­te zuvor noch eine Bezie­hung führ­te. Von ihr gab es zahl­rei­che Nackt­auf­nah­men. Er hat außer­dem noch drei wei­te­re Bekann­te heim­lich gefilmt. Dies geschah ver­mehrt über die Wän­de von Umklei­de­ka­bi­nen beim Besuch einer Ther­me. Eine der Frau­en hat er im Bade­zim­mer der Eltern heim­lich gefilmt.

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Es liegt der Beweis vor, dass der Ange­klag­te 2015 sei­ne damals erst 17jährige Freun­din mehr­fach heim­lich gefilmt hat. Die­se Auf­nah­men zei­gen sowohl Geschlechts­ver­kehr mit dem Ange­klag­ten als auch eini­ge Nackt­bil­der. Auf­grund des Alters der Frau zur Tat­zeit wur­de der Ange­klag­te Poli­zist in die­sem Fall für die Her­stel­lung jugend­por­no­gra­fi­scher Inhal­te ver­ur­teilt. Der Ange­klag­te muss der Frau Schmer­zens­geld zah­len. Bis zum Gerichts­ver­fah­ren hat­te sie kei­ne Ahnung von den Taten. Über die Höhe des Schmer­zens­gel­des wird im zivil­recht­li­chen Ver­fah­ren laut Rich­ter noch entschieden.

Der Angeklagte hatte Kinderpornografie und Missbrauchsfotos auf seinem Computer und Handy gespeichert

2019 fan­den Ermitt­ler zusätz­lich 337 Fotos und 74 Vide­os in kin­der­por­no­gra­fi­scher Form. Die Kin­der sind auf die­sen Auf­nah­men heim­lich gefilmt wor­den, wäh­rend man sie aufs Grau­sams­te miss­braucht hat. Auch hier fin­det der Rich­ter kla­re urtei­len­de Wor­te: Ohne den Bedarf gebe es sol­che Inhal­te nicht. Jeder Ein­zel­ne, der die­se furcht­ba­ren Inhal­te, die heim­lich gefilmt wer­den und unfass­bar tie­fe, dau­er­haf­te see­li­sche Nar­ben bei den Betrof­fe­nen ver­ur­sa­chen, kon­su­miert und teilt, unter­stützt damit unsag­ba­re Gräu­el­ta­ten, die es zu ver­hin­dern gilt.

Laut Lan­des­ju­gend­ge­richt muss es das obers­te Gebot eines jeden Poli­zei­be­am­ten sein, sol­che Taten auf­zu­spü­ren und zu ver­hin­dern. Ganz sicher darf ein Poli­zist nicht auch noch selbst zu die­sem Übel Bei­trag leisten.

Der jun­ge Poli­zist begann sei­ne Taten haupt­säch­lich von 2015 bis 2016. Er fing also noch wäh­rend sei­ner Aus­bil­dung bei der Poli­zei damit an. Aus­ge­rech­net Poli­zist, ein Beruf, von dem er sich schon im Kin­des­al­ter gewünscht hat, dass er ihn spä­ter ein­mal aus­füh­ren darf. Die Ant­wort auf die Fra­ge, wie ein Mensch, der für Recht und Ord­nung kämp­fen will und davon träumt, ande­re zu beschüt­zen, zu solch ver­werf­li­chen Taten fähig sein kann, ande­re heim­lich gefilmt hat und Kin­der­por­no­gra­fie besit­zen kann, bleibt lei­der wei­ter­hin ein Rät­sel und ist bedau­er­li­cher­wei­se kein Einzelfall.


Titel­bild: Symbolfoto

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