Toxische Männlichkeit und latenter Frauenhass

Von Benno von Sandhayn
Voraussichtliche Lesedauer: 3 Minuten
Toxische Männlichkeit und latenter Frauenhass
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Toxische Männlichkeit und wie man sich dagegen wehren kann

Jede vierte Frau hat einer Umfrage zur Folge schon einmal sexuelle Gewalt erlebt. Die Dunkelziffer dürfte dabei deutlich größer sein. Ein Grund liegt in der sogenannten toxischen Männlichkeit. In der Gesellschaft gibt es trotz Emanzipation bestimmte Rollenbilder. Ein Mann zeigt keine Gefühle und reagiert eher aggressiv als nachsichtig. Besonders im Umfang mit Frauen wirkt sich die toxische Männlichkeit oft fatal aus.

Toxische Männlichkeit und latenter FrauenhassSo entsteht toxische Männlichkeit

Grundsätzlich gibt es zwei Erklärungsmodelle. Die eine nimmt einfach die Evolutionsbiologie zur Hilfe. Da schon in der Steinzeit der Mann der Ernährer der Familie war, ist es unumgänglich, dass dieser aggressiveres Verhalten zeigen musste. Auch bei der Fortpflanzung übernimmt der Mann den dominierenden Part. Das Verhalten wird nach diesem Erklärungsmodell vom Testosteron gesteuert.

Viele Wissenschaftler widersprechen diesem Erklärungsversuch. Sie geben an, dass Jungen schon als Kleinkind ein bestimmtes Verhalten anerzogen wird. Den Satz „Jungen weinen nicht“ hört man auch im 21. Jahrhundert immer noch sehr häufig. Bei Mädchen wird aggressives Verhalten häufiger sanktioniert als bei Jungen. So entsteht ein Selbstbild, das im schlimmsten Fall die toxische Männlichkeit begünstigt und zu aggressivem Verhalten gegenüber Frauen führt.

Was kann das starke Geschlecht gegen toxische Männlichkeit tun?

Auf Festen wie dem Münchner Oktoberfest fließt das Bier in Strömen und die Benimmregeln befinden sich in weit entfernten Regionen des Gehirns. Wer sich einen Eindruck davon verschaffen mag, der braucht nur die Tagespresse oder die entsprechenden Internetseiten zu lesen. Toxische Männlichkeit ist aber kein unüberwindliches Schicksal. Kein Mann ist nur von den Hormonen gesteuert. Niemand braucht dem Impuls nachzugeben. Es ist kein Kavaliersdelikt, einer Frau auf den Po zu schlagen.

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Freundliches und respektvolles Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht sollte auch bei einem etwas höheren Alkoholspiegel möglich sein. Wer weiß, dass er sich nicht mehr in der Gewalt hat und seine toxische Männlichkeit auslebt, kann übrigens auch zu anderen Getränken greifen. Grundsätzlich sollte ein Mann davon ausgehen, dass eine Frau nein meint, wenn sie nein sagt. Der oft gebrauchte Satz, nein sei ein Code für „Gib dir mehr Mühe“ stimmt nicht. Wer es trotzdem weiter versucht , dem kann die toxische Männlichkeit sogar auf die Polizeiwache bringen.

So wehren sich Frauen

Grundsätzlich sollte zunächst jeder Frau bewusst sein, dass sie sich sexuelle Belästigung in keiner Weise gefallen lassen muss. Bis vor ein paar Jahren war toxische Männlichkeit, welche den Mann dazu veranlasste, einer Frau auf den Po zu schlagen, nicht strafbar. Das hat sich mittlerweile geändert. In einem solchen Fall darf die Betroffene ruhig die Polizei rufen.

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Doch schon bei kleineren, verbalen Attacken ist es das Recht jeder Frau, klare Grenzen aufzuzeigen. Männer interpretieren eine unsichere Stimme als Bereitschaft, gleich nachzugeben. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, mit einer klaren und deutlichen Stimme zu sagen, dass man das nicht wünscht.

Beharrt der Mann auf seine toxische Männlichkeit und wird sogar noch handgreiflich, ist es besser, sofort Hilfe zu holen. Viele Männer lassen von der Frau ab, wenn Sie sich nur heftig genug wehrt. Eine Garantie ist das natürlich nicht.

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Gerade auf Volksfesten kommt es immer wieder vor, dass die Frau von einer Vergewaltigung nichts mitbekommt. Wacht sie auf der Wiese auf und stellt fest, dass ihre Kleidung geöffnet ist oder sie sogar Spermaflecken darauf findet, ist es wichtig, sofort einen Polizisten Bescheid zu sagen. Vielleicht finden sich Zeugen, die dabei behilflich sind, den Übeltäter schnell zu finden.

Gegen toxische Männlichkeit hilft auch ein Selbstbehauptungskurs. Dort lernen Frauen und Mädchen wirkungsvoll nein zu sagen und über ihre Sexualität selbst zu bestimmen.

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